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Die Grünen gehen mit Annalena Baerbock als Spitzenkandidatin ins Rennen für die Bundestagswahl im September.

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Annalena Baerbock wird Kanzlerkandidatin der Grünen

Annalena Baerbock wird Kanzlerkandidatin der Grünen bei der Bundestagswahl am 26. September. Das haben die Grünen am Montag bekanntgegeben. Grünen-Chef Robert Habeck warb dabei für seine Co-Chefin Baerbock.

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  • BR24 Redaktion

Die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock soll ihre Partei als Kanzlerkandidatin in die Bundestagswahl führen. Der Bundesvorstand der Grünen nominierte sie am Montag für den Spitzenposten. Die Entscheidung muss noch auf einem Parteitag vom 11. bis 13. Juni bestätigt werden, die Zustimmung gilt aber als sicher.

Baerbock: "Klimaschutz ist Aufgabe unserer Zeit"

Baerbock sagte, es müsse nun Mut zu Änderungen geben. "Klimaschutz ist die Aufgabe unserer Zeit." Dies werde der Maßstab für eine neue Regierung werden. Deutschland brauche Baerbock zufolge einen Neuanfang. Mit den Grünen werde es einen anderen Politikstil geben - miteinander und nicht gegeneinander. Es müsse Investitionen in die Infrastruktur und die Digitalisierung geben. "All das verlangt Veränderungen."

"Es wird nicht immer leicht sein", sagt Baerbock weiter zu ihrer Kanzlerkandidatin für die Grünen. Der Wahlkampf werde die Partei gehörig fordern. Die Partei werde sich aber untereinander helfen, die größte Kraft entstehe immer aus gemeinsamem Handeln.

Baerbock will sich nicht auf Koalition festlegen

Baerbock will ihre Partei ohne Präferenz für eine bestimmte Koalition in den Wahlkampf führen. "Wir trotten nicht anderen hinterher", sagte die Parteivorsitzende. Gleichzeitig machte sie ganz klar, dass die Grünen das Ziel haben, bei der Bundestagswahl am 26. September das Kanzleramt zu erobern. "Wir möchten am liebsten diese Regierung anführen", sagte die 40-Jährige. "In diesem Jahr ist alles drin und alles möglich. Und dafür geben wir unser Bestes."

Nach den aktuellen Umfragewerten könnten die Grünen Juniorpartner in einer Koalition mit der Union werden. Aber auch für eine Ampel-Koalition unter Führung der Grünen mit SPD und FDP oder eine grün-rot-rote Koalition mit SPD und Linken könnte es bei der Wahl rechnerisch reichen. Baerbock betonte, es bringe jetzt nichts, darüber zu spekulieren. "Wir definieren uns nicht entlang anderer", sagte sie. "Damit gestaltet man nicht. Damit läuft man nur anderen hinterher."

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Bildrechte: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld

"Für den Status quo stehen andere" - die erste grüne Spitzenkandidatin auf das Kanzleramt will die Veränderung. In ihrer ersten Rede als Kandidatin gibt Annalena Baerbock einen Ausblick auf das grüne Politik-Angebot.

Harmonie bei den Grünen: Habeck wirbt für Baerbock

Grünen-Chef Robert Habeck, der ebenfalls Ambitionen auf die Kandidatur hatte, warb für seine Co-Chefin Annalena Baerbock. Er beschrieb sie als "kämpferische, fokussierte, willensstarke Frau", die genau wisse, was sie wolle. Habeck sagte, er selbst und Baerbock hätten in den vergangenen Wochen vertraute, manchmal auch schwierige Gespräche darüber geführt, wer von beiden die Kandidatur übernehmen solle. "Wir beide wollten es, aber am Ende kann es nur eine machen", sagte er. Er selbst wolle sich aber gleichfalls in den Wahlkampf werfen. Die Gemeinsamkeit habe die Grünen so erfolgreich gemacht. "In dieser Situation führt der gemeinsame Erfolg dazu, dass einer einen Schritt zurücktreten muss."

Die K-Frage bei den Grünen wurde laut Baerbock bereits vor Ostern entschieden. "Wir haben es uns beide zugetraut." Die Frage sei in den vergangenen Monaten immer wieder vertraulich besprochen worden.

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Annalena Baerbock ist die Kanzlerkandidatin der Grünen. Ihr Co-Parteivorsitzender Robert Habeck verkündete die Entscheidung und räumte dann die Bühne für die Spitzenkandidatin.

Annalena Baerbock – die fleißige Fachpolitikerin

Tatsächlich wäre das ein Novum – eine Kanzlerin, die vorher weder Ministerpräsidentin oder Ministerin auf Bund- oder Landesebene war, gab es noch nicht. Allerdings hat die gebürtige Niedersächsin eine rasante Parteikarriere hingelegt. Mit 28 Jahren wurde sie zur Vorsitzenden des Grünen Landesverbands Brandenburg gewählt, zog wenig später in den Bundestag ein und ist seit 2018 mit Robert Habeck an der Spitze der Partei. Die 40-jährige Mutter von zwei Kindern gilt als gut vernetzt in der Partei, immer gründlich vorbereitet und ehrgeizig. Sie hat den Ruf als informierte Fachpolitikerin, bekannt wurde sie als hartnäckige Verhandlerin bei den Jamaika-Gesprächen nach der Bundestagswahl 2017.

Neben dem Publikumsliebling Habeck mag sie eher die klassische Spitzenpolitikerin mit Funktionärskarriere darstellen. Doch in Umfragen hatte die studierte Politikwissenschaftlerin und Völkerrechtlerin zuletzt aufgeholt, sie liegt fast gleichauf mit Habeck. Wenn man Grünen-Wählerinnen und Wähler fragt, sogar deutlich vor ihrem Konkurrenten. Sie wusste, dass sie als Frau in ihrer Partei den ersten Zugriff auf die Kandidatur haben würde. Diese Karte wollte sie nicht ziehen. Baerbock hat klare Ziele, sie traut sich das Amt zu. Schließlich sei niemand als Kanzler vom Himmel gefallen, alle müssten dazulernen.

Der Politologe Wolfgang Schröder sagt im B5 Thema des Tages zum Standing Baerbocks innerhalb der Grünen: "Sie hat sich wirklich als profunde Politikerin inhaltlich und machtpolitisch einen Namen gemacht (…) sie ist der Liebling der Partei."

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