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Wer ein "Münchner Oktoberfest" veranstalten will, bekommt von der Stadt eins drauf.

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    Wüsten-Oktoberfest: München geht auf Distanz zu Dubai-Wiesn

    Die Stadt München geht auf Distanz zu den Plänen einer Unternehmergruppe, ein Oktoberfest in Dubai zu veranstalten. Falls nötig, will die Stadt vor Gericht ziehen, um das Münchner Oktoberfest zu schützen. Die Dubai-Wiesn soll im Oktober eröffnen.

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    • BR24 Redaktion

    Wenn es ums Oktoberfest geht, versteht die Stadt München keine Gaudi. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass dem Münchner Wirtschaftsreferenten und Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner (CSU) die Pläne einer Unternehmergruppe für ein Oktoberfest im Wüstenstaat Dubai sauer aufstoßen.

    Wiesn-Chef: "Es gibt nur ein echtes Oktoberfest"

    Bierfeste gibt es überall, kommentierte Baumgärtner am Freitag das Vorhaben. Aber: "Es gibt nur ein echtes Oktoberfest, und das ist in München", sagte er. "Wir werden alle juristischen Möglichkeiten prüfen, um unser Münchner Oktoberfest zu schützen." Die Stadt teilte zudem schriftlich mit: "Die jetzt bekannt gewordenen Pläne werden von den Veranstaltern des Events in Dubai weder im Auftrag noch mit Zustimmung der Landeshauptstadt München verfolgt."

    Verwunderung in München

    Weder den Wiesn-Wirten noch den Schaustellern sind Kollegen bekannt, die am Golf dabei sein wollen. "Mir ist keiner bekannt, der hinfährt", sagte der Vorsitzende des Münchner Schaustellerverbandes, Peter Bausch. Ähnlich äußerte sich Wirte-Sprecher Peter Inselkammer.

    Wiesn-Chef Baumgärtner sagte, angesichts der aktuellen Corona-Lage sehe er kaum eine realistische Chance auf das Münchner Oktoberfest in diesem Jahr. Das Volksfest an den Golf zu verlagern, sei aber "völlig absurd".

    Dubai soll ein XXL-Oktoberfest werden

    Nach Angaben der Veranstalter soll die Golf-Ausgabe des Oktoberfests zeitgleich zur dort geplanten Expo-Weltausstellung im Oktober öffnen und bis Ende März 2022 dauern. Ähnlich wie beim Münchner Vorbild wollen die Veranstalter 32 (Bier-)Zelte, Fahrgeschäfte und Buden aufbauen lassen. Geplant sind 620 Betriebe auf 400.000 Quadratmetern. Man sei in der Planung, deshalb gebe es keine Angaben zu den möglichen Kosten der Veranstaltung, sagte ein Sprecher am Freitag.

    Warten auf Bestätigung seitens der Scheichs

    Die Idee zur Wüsten-Wiesn hatte der Münchner Ex-Gastronom Dirk Ippen, der seit einigen Jahren in Dubai lebt. Mit-Veranstalter Charles Blume aus München hatte dem BR auf Anfrage am Donnerstag gesagt, dass es bereits unverbindliche Vorverträge mit Schaustellern und Wiesn-Wirten gebe. Konkrete Namen konnte Blume jedoch nicht nennen. Aktuell warte man nur noch auf eine offizielle Bestätigung aus Dubai. Bierzelte, Bierbänke, das nötige Equipment sei vor Ort vorhanden oder könne leicht von China hergebracht werden.

    (mit Material von dpa)

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