Hubert Aiwanger, Wirtschaftsminister und Landesvorsitzender der Freien Wähler in Bayern, spricht während einer Veranstaltung
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Hubert Aiwanger (Freie Wähler), stellvertretender Ministerpräsident in Bayern, spricht während einer Veranstaltung am 12.06.2021 in Nürnberg.

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Wohnungsbau in Bayern: Aiwanger distanziert sich

Das Prestige-Wohnbauprojekt der Staatsregierung ist BayernHeim: Doch das Ziel von 10.000 neuen Wohnungen bis 2025 wackelt. Damit konfrontiert, schiebt der stellvertretende Ministerpräsident Hubert Aiwanger die Verantwortung von sich.

Über dieses Thema berichtet: Münchner Runde am .

Ein Dauerthema bei der aktuellen Inflation ist das Wohnen. In der Münchner Runde am Mittwoch im BR Fernsehen wies Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) eine Mitverantwortung für die Verzögerungen bei der staatlichen Wohnungsbaugesellschaft BayernHeim von sich: "Ich habe nicht irgendwie vor ein paar Jahren eine Zahl an Häusern versprochen, die gebaut werden soll. Das waren andere."

Dabei steht in der Koalitionsvereinbarung vom 5. November 2018 zwischen CSU und Freien Wählern auf Seite 19 eindeutig: "Wir wollen 10.000 neue Wohnungen bis 2025 mit der neuen staatlichen Wohnungsbaugesellschaft BayernHeim schaffen." Und den Vertrag haben auch die Freien Wähler und Hubert Aiwanger unterschrieben.

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Großer Zuzug nach Bayern

Worum geht es? Jahr für Jahr ziehen mehr Menschen in den Freistaat, nach einer aktuellen Prognose sollen bis zum Jahr 2040 etwa 518.000 Menschen dazukommen. All diese Menschen brauchen Wohnraum – und der ist gerade in größeren Städten schon jetzt knapp. Nicht nur in München.

Dessen ist sich auch Hubert Aiwanger bewusst. In der Münchner Runde sagte er dazu: "Wir können gar nicht so viele neue Wohnungen bauen, wie der Zuzug wieder auffrisst." Dazu kämen weitere Probleme wie die Verteuerung am Bau und die Diskussion um den Flächenverbrauch.

"Preisexplosion: Wie stoppen wir die Inflation?" Das war das Thema in der Münchner Runde, der politischen Talkshow im BR Fernsehen. Über Maßnahmen gegen steigende Preise, auch beim Thema Wohnen, diskutierten unter anderem Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, die Chefin der BayernSPD, Ronja Endres sowie die Wirtschaftsweise Veronika Grimm. Hier können Sie die Sendung nachschauen.

Versprechen der Politik

Seit Jahren verspricht die Politik, neuen Wohnraum zu schaffen. Die Ampelregierung in Berlin möchte nun 400.000 neue Wohnungen pro Jahr bauen. Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm begrüßt das Handeln der Politik – in der Münchner Runde sagte sie, man müsse nun "bauen, bauen bauen". Allerdings sieht auch sie Hemmnisse, beispielsweise in der Bürokratie und bei der Digitalisierung.

Auch für Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ist das Thema wichtig. In seiner ersten Regierungserklärung im Frühjahr 2018 versprach der CSU-Politiker, innerhalb der nächsten sieben Jahre 10.000 Wohnungen zu bauen. Im Juli wurde dafür kurz vor der Landtagswahl die neue Wohnungsbaugesellschaft BayernHeim GmbH gegründet.

Ernüchternde Bilanz der BayernHeim

Die Bilanz der BayernHeim ist allerdings nach bald vier Jahren ernüchternd: Im Moment hat die BayernHeim lediglich 234 Wohnungen bereits im Bestand, 522 weitere befinden sich laut Bauministerin Kerstin Schreyer (CSU) im Bau. Weitere 2704 seien in Planung und in Vorbereitung - in Summe also 3460 Wohnungen.

Zudem seien aktuell 40 weitere Projekte "in der Pipeline" - zum Teil habe man hier schon Angebote abgegeben, zum Teil laufe die Konzeptionsphase. "Der Turbo ist eingeschaltet", betonte Schreyer.

Im Finanzausschuss im Bayerischen am 9. Februar wie auch in den Vorwochen schränkte Bauministerin Kerstin Schreyer aber ein, dass Corona zu Verzögerungen führen könne. Wie viele Wohnungen die BayernHeim selber baut und wie viele Wohnungen sie zukauft, ist für Schreyer zweitrangig. Ihr sei "am Ende des Tages nur wichtig, dass neuer Wohnraum entsteht".

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