Das Geomaris in Gerolzhofen freute sich in diesem Sommer über viele tausende Besucher - auf den Winter blicken die Betreiber mit Sorge.
Bildrechte: BR/Achim Winkelmann

Das Geomaris in Gerolzhofen freute sich in diesem Sommer über viele tausende Besucher - auf den Winter blicken die Betreiber mit Sorge.

Per Mail sharen
Artikel mit Bild-InhaltenBildbeitrag

Trotz "Super-Sommer": Freibadsaison endet sorgenvoll

Mit Blick auf die Besucherzahlen sprechen Badbetreiber in Unterfranken von einem "Super-Sommer". Doch wegen der hohen Energiekosten könnte jetzt ein Kater folgen. Wie lange die Hallenbäder in diesem Winter betrieben werden können, ist noch unklar.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Mainfranken am .

Für die Freibäder in Unterfranken war dieser heiße Sommer ein voller Erfolg. Trotz erster Unsicherheiten ob der Corona-Pandemie im Frühjahr. Im Schwimmbecken in Hofheim sei zu Hochzeiten teils kein Quadratmeter Wasser mehr frei gewesen, erzählt Mathias Heß, bis zum Beckenrand war es dann gefüllt. Heß ist Betriebsleiter des Freibads im Landkreis Haßberge. Er geht davon aus, dass sie in Hofheim in diesem Sommer sogar 15 bis 20 Prozent mehr Badegäste begrüßen durften als im Sommer 2019 vor der Corona-Pandemie.

Freibadsaison endet pünktlich mit den Sommerferien

Zusammen mit dem Ende der Sommerferien beschließt Heß mit seinen Kolleginnen und Kollegen die Freibadsaison dieses Hitzesommers 2022. Denn sein Bad könne derzeit weder mit Solar noch mit Biogas beheizt werden, die Wassertemperatur ist ganz von der Außentemperatur abhängig.

Derzeit liege die Beckentemperatur bei rund 20 Grad, doch in kalten Nächten sei sie bereits unter diese Marke gefallen. Das sei für die meisten Badegäste dann nicht mehr angenehm. Vereinzelt habe er heuer schon Schwimmerinnen und Schwimmer mit Neoprenanzug im Becken gesehen.

Die Freibäder und der "Super-Sommer"

Auch das Freibad Karlstadt ist mit der Zahl der Besucherinnen und Besucher 2022 hoch zufrieden. Laut den Angaben des Werksleiters der Stadtwerke Karlstadt, Klemens Albert, strömten bis zu 120.000 Menschen in diesem Sommer in das Freibad. Damit seien die Besucherzahlen wieder ähnlich hoch wie im Sommer vor Corona.

Von einem "Super-Sommer" spricht der Betriebsleiter des Geomaris Gerolzhofen, Wolfgang Schulz. Er verglich diese Saison sogar mit dem Rekord-Sommer 2003. Nach zwei Jahren Pandemie sei er sehr froh, dass die Saison mit rund 82.000 Besucherinnen und Besuchern so gut verlaufen sei. Auch der Umsatz sei durch etwas höhere Eintrittspreise 2022 gestiegen. Allerdings plagt Schulz mit Blick auf den Winter eine große Sorge.

Zukunft der Hallenbäder in Unterfranken ist ungewiss

Das Geomaris ist eine Kombination aus Frei- und Hallenbad – und die Versorgung mit Gas für das Hallenbad sei laut derzeitigem Stand nur bis Ende Dezember gesichert. Schulz wisse derzeit noch nicht, wie es danach weiter geht. Es könne gut sein, dass das Bad danach für drei Monate schließen muss. Grund dafür sei nicht etwa ein Gasmangel, sondern schlicht die enorm hohen Kosten für das Gas.

Wassertemperatur absenken noch keine Lösung

Alleine für die drei Monate bis Dezember zahle das Bad in Gerolzhofen so viel wie sonst für den Gasverbrauch eines ganzen Jahres, so Schulz. Der Betriebsleiter sagte dem BR, dass er zwar gerne die Wassertemperatur absenken könne, dies aber ab einem gewissen Punkt nicht mehr wirtschaftlich sei, wenn dadurch viel weniger Besucherinnen und Besucher in sein Bad kämen. Schulz fordert von der Politik, die kommunalen Schwimmbäder in der Energiekrise wirtschaftlich zu stützen.

Schwimmen sei ein Allgemeingut, dass nicht den hohen Energiepreisen zum Opfer fallen dürfe. Wenn die Gaspreise auf dem aktuell hohen Niveau verblieben, sei es ohne Unterstützung im kommenden Jahr 2023 nicht mehr möglich, das Bad wirtschaftlich zu betreiben. Unsicherheiten gibt es derzeit etwa auch beim Würzburger Nautiland. Hier steht zunächst eine Schließung wegen Reparaturarbeiten ins Haus, doch auch die Gassituation droht für den Herbst und Winter Probleme zu bereiten. Das Franz-Oberthür-Bad, das Sandermare und das Nordbad hat die Stadt Würzburg derweil bereits geschlossen.

Keine Verlängerung der Freibadsaison 2022

Für die Saison 2022 ist im Terrassenschwimmbad Bad Kissingen bereits morgen Schluss. Aufgrund der sich verschlechternden Wetterlage habe sich die Stadt dazu entschlossen, die Öffnungszeiten nicht zu verlängern.

Am Montag, dem letzten Ferientag, schließen dann auch die Freibäder in Schweinfurt, Uettingen, Hofheim und Gerolzhofen. Das Geisbergbad in Veitshöchheim und das Würzburger Dallenbergbad haben weiter geöffnet, sie machen ihren letzten Badetag von der Wetterlage abhängig. In Thüngersheim ist das Freibad noch bis 15.09. geöffnet, in Karlstadt bis 16.09. Das Freibad auf der Mondseeinsel in Kitzingen sowie das Aschaffenburger Freibad wollen noch bis 18.09. die Türen öffnen, bevor es dann in die Hallenbad-Saison geht.

"Hier ist Bayern": Der neue BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!