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Viele Veranstaltungen zum Tag der Arbeit wurden abgesagt. In München jedoch haben Hunderte Menschen an der DGB-Kundgebung am Königsplatz teilgenommen. Man lasse sich von Corona nicht den 1. Mai wegnehmen, sagte Jörg Hofmann, Chef der IG Metall.

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Tag der Arbeit: Hunderte bei Kundgebung am Königsplatz

Viele Veranstaltungen zum Tag der Arbeit wurden abgesagt. In München jedoch haben Hunderte Menschen an der DGB-Kundgebung am Königsplatz teilgenommen. Man lasse sich von Corona nicht den 1. Mai wegnehmen, sagte Jörg Hofmann, Chef der IG Metall.

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Von
  • Birgit Harprath
  • Martin Breitkopf
  • BR24 Redaktion

Mund-Nasen-Schutz auf – Abstand halten – eine begrenzte Zahl von Teilnehmern: Corona führte auch in München auf dem Königsplatz die Regie bei der Mai-Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Laut Polizei waren dennoch in der Spitze bis zu 700 Menschen auf dem Platz.

Solidarität mit den Verlieren der Pandemie

Aber kein Virus der Welt nehme den Gewerkschaften den 1. Mai weg – war sich der Bundesvorsitzende der IG Metall, Jörg Hofmann, sicher. Er rief zur Solidarität in der Pandemie mit denen auf, die zu den Verlierern gehörten. Der Wachstumsmotor springe nur dann an, wenn Beschäftigte mehr Geld zur Verfügung hätten.

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Einige wenige Veranstaltungen zum Tag der Arbeit hat es doch gegeben. Die Botschaften sind in diesem Jahr besonders dringlich.

Ungleichheit hat sich durch Corona noch verschärft

Immer wieder kam der IG-Metall-Chef auf das Motto des DGB für dieses Jahr zu sprechen: "Solidarität ist Zukunft". Hörmann wies auf den jüngsten Sozialbericht hin. Demnach sei die Ungleichheit in Deutschland größer geworden – Corona habe das noch verschärft. Hofmann machte sich für eine Vermögenssteuer und eine höhere Erbschafssteuer stark. Bei der Transformation der Industrie gehe es um einen "Fairwandel" - wie er es nannte -, und der müsse sozial, ökologisch und auch demokratisch gestaltet werden.

Warnung vor rechten Gruppen und Verschwörern

Auch in München hatte die sogenannte Querdenker-Bewegung versucht, den 1. Mai für eine Kundgebung zu nutzen. Hofmann warnte vor rechten Gruppen, Verschwörungstheoretikern und Corona-Leugnern. Sie würden die Ängste und die allgemeine Verunsicherung für ihre Zwecke nutzen.

Hofmann riet den Teilnehmern der Kundgebung, sich die Programme der Parteien vor der Bundestagswahl im September gründlich anzuschauen – auch wenn sie nicht die schönste Abendlektüre seien, gab er zu.

Andere Mai-Demo in München: Polizisten müssen sich verteidigen

Während eines anderen Demonstrationszug zum 1. Mai kam es in München zu Übergriffen auf Polizeibeamte. Verletzt wurde niemand, aber es gab mehrere Anzeigen. Rund 350 Teilnehmer waren vom Rindermarkt in Richtung Zenettiplatz unterwegs. Vereinzelt kam es zu Störungen. Polizeibeamte wurden von Demonstrationsteilnehmer angegangen. Die Polizei spricht von Tritten und Schlägen. Die Einsatzkräfte reagierten mit Pfefferspray und Schlagstöcken auf die Übergriffe. Zudem wurde bei dem Demonstrationszug Pyrotechnik gezündet. Es gab es mehrere Anzeigen wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz und Sprengstoffgesetz sowie das Infektionsschutzgesetz.

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Zum Tag der Arbeit hat IG-Metall-Chef Hofmann von der Politik eine faire Verteilung der Pandemie-Kosten gefordert. Die Börsen würden von Allzeithoch zu Allzeithoch klettern, gleichzeitig gingen hunderttausende Arbeitsplätze verloren, so Hofmann.