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Der Masten einer Stromtrasse (Symbolbild)

Bildrechte: pa/dpa/Daniel Kubirski
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Stromtrasse bei Schwandorf: Noch immer Streit um Ostbayernring

In Oberfranken wird schon am neuen Ostbayernring gebaut. Bei Schwandorf in der Oberpfalz gibt es dagegen noch immer Streit um den Verlauf der Stromtrasse. Die Stadt ist mit den Plänen von Netzbetreiber Tennet nicht einverstanden und droht mit Klage.

Von
Andreas WenlederAndreas Wenleder
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Der Ostbayernring – eine 185 Kilometer lange Stromleitung, die vom Umspannwerk Redwitz an der bayerisch-thüringischen Grenze bis zum Umspannwerk in Schwandorf führen soll – ist nicht überall unumstritten. Schwandorf ist mit den Plänen der Trassenführung nicht zufrieden und schließt juristische Schritte nicht aus.

Schwandorf will kein "Hotspot" sein

Weil künftig auf der bereits heute bestehenden Trasse mehr Strom fließen muss, wird der Ostbayernring aufgerüstet. Statt einer 380 und einer 220 Kilovolt-Leitung, werden künftig zwei 380 Kilovolt-Leitungen den Strom vom Norden in den Süden bringen. Dafür müssen auch die Masten größer dimensioniert werden. In Schwandorf befürchtet die Stadt deshalb eine zusätzliche Belastung für die Bewohner mehrerer Ortsteile, an denen die Trassen entlangführen soll. Schwandorf sei "überproportional und erheblich von Abstandsunterschreitungen auf der vorgesehenen Trasse betroffen", heißt es in einer Stellungnahme der Stadt. Der Westen des Stadtgebiets würde zu einem "Hotspot".

Stadt Schwandorf schlägt Alternativen vor

Im derzeit noch bei der Regierung der Oberpfalz laufenden Planfeststellungsverfahren hat die Oberpfälzer Stadt deshalb auch Einwände gegen die Pläne des Netzbetreibers Tennet vorgebracht. Schwandorf hätte eine weiter westlich, außerhalb des Stadtgebiets, verlaufende Trasse bevorzugt. Eine Alternative wäre auch ein Verlauf entlang der Autobahn gewesen, oder eine Bündelung mit der ebenfalls geplanten großen Stromtrasse Südostlink. Innerhalb des Stadtgebiets hätte die Stromleitung dann auch als Erdkabel verlegt werden können, da beim Südostlink nach Aussage der Stadt von vorneherein ein Leerrohr miteingeplant werde.

Juristische Schritte gegen Tennet möglich

Sollte es trotz der Einwände im Planfeststellungsverfahren beim bisher vorgesehenen Trassenverlauf bleiben, wird der Stadtrat auch eine Klage prüfen. Bereits im aktuell laufenden Planungsverfahren hat die Stadt eine spezialisierte Kanzlei eingeschaltet.

Netzbetreiber von Planungen überzeugt

Einer möglichen Klage sieht der zuständige Netzbetreiber Tennet gelassen entgegen. Man sei von den eigenen Planungen überzeugt und gehe davon aus, dass der Planfeststellungsbeschluss getroffen werden kann, teilt ein Sprecher mit. Auch alternative Trassenkorridore seien untersucht worden. Eine Erdverkabelung sei aufgrund gesetzlicher Vorgaben hier – anders als beim Südostlink – nicht möglich. Sollte der Planfeststellungsbeschluss, wie von Tennet erhofft, im Sommer getroffen werden, wolle man zügig mit der Umsetzung beginnen, so der Sprecher. Auch juristische Schritte von Seiten der Stadt würden das nicht zwangsläufig verhindern. Eine Klage habe bei solchen Vorhaben oft keine aufschiebende Wirkung, so der Tennet-Sprecher.

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