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Im Raum Ingolstadt kümmert sich eine Igel-Auffangstation um schwache Igel, die den Winter vermutlich nicht überstehen würden.

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Igel-Mama aus Leidenschaft

Vorsichtig krabbelt der etwa zehn Zentimeter große Igel aus seinem Häuschen und nähert sich der kleinen Schüssel, die in seinem Gehege steht. Er ist noch zu schwach, um Winterschlaf zu machen. Deshalb bekommt er Hilfe von Gabi Finkenzeller.

Von
Daniela OlivaresDaniela Olivares
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Gabi Finkenzeller ist schwer beschäftigt: Ihr Keller ist voll - mit kleinen und schwachen Igeln. Derzeit beherbergt sie 31 Tiere. Zehn davon konnte sie schon in die Gehege im Garten bringen, die restlichen sind in Holzkäfigen in ihrem Keller untergebracht. In diesem Jahr sind es besonders viele Tiere, die Unterstützung brauchen. Und die Igelstationen sind voll - genauso wie der Keller von Gabi Finkenzeller.

Nasses Frühjahr hat es den Igeln schwer gemacht

Durch den nassen und kalten Frühling sind die Tiere schon später aus dem Winterschlaf gekommen und waren dadurch schon mal geschwächt. Und durch den vielen Regen taten sie sich auch schwer bei der Nahrungssuche. Dadurch, dass sich alles ein bisschen nach hinten verschoben hat, kam auch die Paarungszeit heuer später. Und da die Temperaturen im Herbst auch schon früh kalt wurden, fehlte vielen kleinen Igeln die Zeit, dick zu werden.

Igel zu Hause aufpäppeln

Wenn Spaziergänger jetzt noch kleine Igel finden, gibt es eigentlich nur eine Option, meint Gabi Finkenzeller: "Den müssen sie mitnehmen. Den müssen sie dann daheim wiegen und wenn er unter 500 Gramm hat, dann kann man ihn vor dem Winter nicht mehr aussetzen." Sofern Igelstationen noch Platz hätten, könnten diese den Igel aufnehmen. Ansonsten kann man auch versuchen den Igel selbst wieder aufzupäppeln. "Zum Entwurmen und entflohen sollte er allerdings schon zu nächst zu einer Igelstation gebracht werden", meint Finkenzeller. Aber dann kann man ihn unter bestimmten Voraussetzungen zu Hause pflegen.

Kellerraum am besten als Quartier geeignet

Um den Igel dann eine gute Umgebung zu schaffen, ist ein beheizbarer Kellerraum am besten als Quartier geeignet. Denn der Igel will seine Ruhe. Er ist nachts aktiv. "Der Raum sollte etwa 18 Grad haben, da kann der Igel am besten zunehmen", empfiehlt Finkenzeller. Dazu braucht er dann eine Kiste, etwa 120 cm auf 60 cm. Und dann noch eine Schlafbox: "Das kann eine Kopierschachtel oder eine kleine Schuhschachtel sein. Und alles gut mit Zeitungspapier auslegen", rät Finkenzeller. Natürlich ist auch das richtige Futter wichtig, um wieder fit zu werden.

Regelmäßiges Wiegen ist wichtig

Beim Futter gäbe es unterschiedliche Empfehlungen, meint Gabi Finkenzeller. Sie habe gute Erfahrungen mit getreidefreiem Nasskatzenfutter gemacht. "Dazu ein bisschen Wasser und ein gutes geschmacksneutrales Öl, damit er gut zunimmt", erzählt sie. Dazu müssen Igelpflegeeltern täglich die Box sauber machen, dabei können sie den Igel auch gleich wiegen. Das sei wichtig, um die Gewichtszunahme zu kontrollieren.

Ziel: Wieder Auswildern

Wichtig: Igel sind keine Haustiere. Sie wollen ihre Ruhe und müssen dann auch wieder ausgewildert werden. "Sobald der Igel wieder fit ist, kann er raus." Gabi Finkenzeller hat dafür in ihrem Garten Igelgehege mit Häusern gebaut. Dort kann sie die Entwicklung des Tieres noch verfolgen und gegeben falls wieder unterstützen. Ihre Freude ist groß, wenn es ein Tier wieder zurück in die Natur schafft. Denn so viele schwache Tiere zu pflegen, ist auch viel Arbeit.

Großes ehrenamtliches Engagement

Denn Gabi Finkenzeller kümmert sich ehrenamtlich um die Igel. Auch das Futter bezahlt sie aus eigener Tasche. "Wenn man jährlich mal so 50-100 Igel hat und sagen kann, okay, die gäbe es ohne mich nicht mehr, dann ist es ein schönes Gefühl. Dann hat man was Gutes getan," erklärt sie ihre Motivation. Unterstützung beim Futter und bei Medikamenten bekommt sie vom Tierheim in Pfaffenhofen. Dort können Tierfreunde auch Spenden unter dem Stichwort "Igel" abgeben.

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