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Eva Lettenbauer und ihr Co-Vorsitzender Thomas von Sarnowski beim Online-Parteitag der Grünen im Juli 2021

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    Grüne: Mit Rückenwind aus Berlin nach Augsburg zum Parteitag

    Zum ersten Mal seit der Pandemie treffen sich die Grünen zur Landesdelegierten-Konferenz in Präsenz. In Augsburg soll nicht nur die Vorsitzende gewählt, sondern auch der Grundstein für ein Regierungsprogramm gelegt werden.

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    Eva EichmannEva Eichmann
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    Die Vorfreude und der Optimismus der bayerischen Grünen ist spürbar. Sie freuen sich auf die erste Präsenzveranstaltung und hoffen, dass der Erfolg bei der Bundestagswahl im September auch Rückenwind für sie bedeutet. Zum ersten Mal stellt die Partei 19 Abgeordnete in Berlin. Damit sind aus jedem Regierungsbezirk mindestens zwei Abgeordnete im Bundestag vertreten. "Ein historischer Erfolg", sagt die Landesvorsitzende Eva Lettenbauer.

    Grüne wollen in Bayern mitregieren

    Die knapp zwei Jahre bis zur Landtagswahl im Herbst 2023 wollen Lettenbauer und ihr Co-Vorsitzender Thomas von Sarnowski nutzen, um ein Regierungsprogramm zu erarbeiten, "das sich sehen lassen kann". Ziel müsse sein, sagt Lettenbauer vor der Landesdelegiertenversammlung, dass die Grünen die prägende Kraft der Regierungsarbeit werden. "Wir zeigen im Bund, wir können Beteiligung. Annalena Baerbock und Robert Habeck haben das vorgelebt. Ich will das auch für Bayern", sagt die 29-Jährige.

    Als Frau vom Land – Lettenbauer lebt in einem 60-Seelen-Dorf – sei es ihr besonders wichtig, die Grünen am Land zu stärken. Bei der Bundestagswahl habe ihre Partei überall dazugewonnen, auch dort, wo sie bisher sehr niedrige Ergebnisse gehabt hätte. Doch damit wollen sich weder Lettenbauer noch von Sarnowski zufriedengeben. Jetzt gehe es darum, besonders im ländlichen Raum präsent zu sein, mit Menschen zu reden und Lösungen zu erarbeiten.

    Gerade am Land seien viele Menschen aufs Auto angewiesen. Das Problem, so Lettenbauer, seien die hohen Spritpreise. Ihre Partei wolle sicherstellen, dass niemand alleingelassen werde. Ein finanzieller Ausgleich sei nötig. Im Wahlkampf habe sie immer wieder gemerkt, dass die Menschen offen seien für grüne Politik. Am Ende habe es oft geheißen: "Host eh Recht."

    Leitantrag mit Fokus auf den ländlichen Raum

    Am ersten Tag der Landesdelegiertenversammlung in Augsburg soll der Leitantrag "Hand in Hand – mit Energiewende und Klimaschutz Bayerns ländliche Räume stärken" diskutiert werden. Es sei klar, dass jetzt gehandelt werden müsse, sagt von Sarnowski. Es gehe darum, dass "wir auch in Bayern weiterhin in Sicherheit, Freiheit und Wohlstand leben können". Seiner Meinung nach ist es der falsche Weg, die hohen Energiepreise, die der Weltmarkt diktiere, künstlich niedrig zu halten, so wie das die CSU vorschlage.

    Stattdessen müssten die Menschen eine bessere finanzielle Ausstattung an die Hand bekommen. "Empowern" nennen die Grünen das. Außerdem fordern die Grünen, die erneuerbaren Energien auszubauen: Windenergie, Ende der 10h-Regel, Solarpflicht auf allen geeigneten Dächern. Bei all diesen Projekten wollen die Grünen die Kommunen stärker einbinden. Damit mögliche Gewinne vor Ort bleiben und so beispielsweise dringend benötigte Schwimmbäder erhalten bleiben könnten.

    Damit das Duo Lettenbauer-von Sarnowski an diesen Zielen weiterarbeiten kann, muss Lettenbauer am Sonntag wiedergewählt werden. Das dürfte reine Formsache sein – bis jetzt gibt es keine Gegenkandidatin. Von Sarnowski war erst im April zum Landesvorsitzenden gewählt worden und steht deshalb nicht zur Wiederwahl.

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