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#Faktenfuchs: Warum fängt die Schule in Bayern am Dienstag an? | BR24

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Der erste Schultag ist immer wieder aufregend - für Schüler, ihre Eltern und die Lehrer. Viele Eindrücke stürmen vor allem auf die ABC-Schützen ein: Sie müssen sich an einen ganz neuen Tagesrhythmus und an eine neue Umgebung gewöhnen.

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#Faktenfuchs: Warum fängt die Schule in Bayern am Dienstag an?

Der Montag ist jedes Jahr noch frei, dann enden die Sommerferien. Doch warum genau beginnt der Unterricht in Bayern immer an einem Dienstag? Den Eltern zuliebe - und den Lehrern.

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Jede Schulwoche in Bayern beginnt - zum Leidwesen vieler Schüler - am Montag. Bis auf die allererste in jedem Schuljahr. Nach den Sommerferien fängt der Unterricht erst am Dienstag an. Das ist schon lange so. Doch warum eigentlich?

Alle Schüler haben 75 Ferientage

In allen Bundesländern Deutschlands haben die Schüler 75 Ferientage. Das ist im sogenannten "Hamburger Abkommen" festgelegt, einem Staatsvertrag der Länder, demzufolge die Ferien in erster Linie nach pädagogischen Gesichtspunkten festgesetzt werden. Mindestens zwölf der 75 schulfreien Tage müssen Samstage sein.

Bayern plant auf volle Wochen - für die Eltern und die Lehrer

Der Freistaat achte bei der Ferienplanung darauf, dass Ferien möglichst jeweils volle Wochen umfassen - und dass bei den Weihnachtsferien noch die Zeit bis zum Fest der Heiligen Drei Könige inkludiert ist, schrieb das bayerische Kultusministerium dem BR in einer Mail. Diese Regelung erleichtere den Eltern die Urlaubsplanung, da in vielen Unternehmen Urlaub wochenweise geplant wird und zum Beispiel Pauschalreisen meist auch auf volle Wochen ausgerichtet sind.

"In vielen Jahren steht am Ende dieser Planung noch ein Ferientag zur Verfügung, der traditionell dann auf den Montag nach einer sechswöchigen Sommerferienphase gelegt wird", schrieb ein Sprecher des Ministeriums. Der Beginn am Dienstag habe sich für die organisatorischen Abläufe an den Schulen sehr bewährt. Am letzten Ferientag - dem Montag - hielten die Schulen beispielsweise Lehrerkonferenzen und bereiteten den ersten Schultag vor.

Dahinter steckt auch die Rücksicht auf die Lehrer - die damit auch noch eine volle letzte Ferienwoche bekommen. So zumindest hatte es das Kultusministerium vor einigen Jahren der Süddeutschen Zeitung erklärt, wie in einem Artikel von 2014 zu lesen ist: Würde die Schule schon am Montag anfangen, müssten Lehrkräfte ihre Konferenz am Freitag abhalten, hieß es dort. Man wolle ihnen aber ermöglichen, das letzte Ferienwochenende noch zu genießen.

Theoretisch wäre es möglich, Ferienbeginn und -ende auch so zu legen, dass die Schüler schon am Montag in die Schule gehen müssten, sagte eine Sprecherin des Ministeriums gegenüber BR24. Aber: Schließlich seien auch viele Lehrer Eltern, auch sie könnten so noch eine volle Ferienwoche nutzen. Die Organisation habe sich so seit Jahren bewährt.

Fazit

Eltern sollen besser Urlaub nehmen und verreisen können - deshalb sollen bei der Ferienplanung möglichst viele volle Wochen herausspringen. Für die Eltern ginge das auch ohne den freien Montag. Doch die Lehrer müssen früher anfangen, um den Schulbeginn vorzubereiten, und viele von ihnen sind auch Eltern. Ihre Vorbereitungsarbeit wird daher auf den Montag gelegt - an dem ja auch die Schüler noch frei haben.