Ein Mann hält eine OP-Maske in den Händen.
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Ab Samstag fällt die FFP2-Masken-Pflicht in Kliniken und Arztpraxen in Bayern. Der Erlanger Immunologe Christian Bogdan hält das für sinnvoll.

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Erlanger Mediziner bestätigt: OP-Maske genügt in Kliniken

Am Samstag endet die FFP2-Maskenpflicht für Patienten und Besucher in Kliniken, Pflegeheimen und Arztpraxen. Richtig so, sagt der Erlanger Immunologe und Mitglied der ständigen Impfkommission, Christian Bogdan. Eine OP-Maske sei meist ausreichend.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten Franken am .

Die Corona-Infektionszahlen gehen stark zurück. In dieser Situation ist die Lockerung der Maskenpflicht in Kliniken und Arztpraxen nach Meinung des Erlanger Mikrobiologen und Immunologen und Mitglieds der Ständigen Impfkommission (Stiko), Christian Bogdan, kein Problem. Ab Samstag müssen Patienten und Besucher in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Praxen in Bayern keine FFP2-Masken, sondern nur noch OP-Masken tragen. Bogdan hält das grundsätzlich für den richtigen Schritt. "FFP2-Masken gehören eigentlich nicht in die breite Öffentlichkeit", sagt der Leiter des Instituts für Klinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene an der Universitätsklinik Erlangen. "Die gehören dorthin, wo man es mit Patienten zu tun hat, bei denen eine über die Atemwege übertragbare Infektionskrankheit nachgewiesen wurde."

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FFP2-Masken manchmal noch notwendig

Professor Christian Bogdan schränkt ein: Wenn ein Patient mit unklaren Atemwegsbeschwerden mit oder ohne Fieber zum Arzt komme, dann sei es nach wie vor notwendig, dass eine FFP2-Maske getragen wird. Dadurch könnten sich der Arzt, medizinisches Personal und Begleitpersonen vor einer Infektion schützen. Der Patient wiederum minimiere das Risiko, andere anzustecken. Grundsätzlich sind Ärzte und Pflegepersonal aufgrund arbeitsschutzrechtlicher Bestimmungen nicht verpflichtet, bei der Arbeit durchgehend eine FFP2-Maske zu tragen.

"Lieber eine gut getragene OP-Maske"

Von Anfang an hätten die deutschen Krankenhaushygieniker gesagt, dass FFP2-Masken außerhalb des medizinischen Sektors nicht sinnvoll seien, sagt Christian Bogdan. Doch die Politik habe dies in mehreren Bundesländern ignoriert, auch in Bayern. Nun sei es an der Zeit, die Vorgabe zu ändern. "Lieber einen korrekt getragenen Mund-Nasen-Schutz (OP-Maske) als eine schlecht getragene FFP2-Maske", sagte Christian Bogdan im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk.

Maskenpflicht im ÖPNV weiter sinnvoll

Dass die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen in Bayern beibehalten wird, hält der Erlanger Mediziner für sinnvoll – allerdings müssen es aus Bogdans Sicht keine FFP2-Masken sein. "Die Menschen sitzen oft sehr dicht gedrängt in einem geschlossenen Raum, und wir haben viele verschiedene Menschen, die sich tagtäglich in unterschiedlicher Konstellation treffen, da ist eine Maskenpflicht in der momentanen Situation sicherlich hilfreich." OP-Masken reichten jedoch aus. Bayern hingegen hält weiter an der FFP2-Maskenpflicht im ÖPNV fest.

Die Sieben-Tage-Inzidenz sei im Moment schließlich noch immer viel höher als in der ersten, zweiten und dritten Welle. Da sei es nach wie vor sinnvoll, sich vor Infektionen zu schützen, auch wenn sie bei vielen wegen der Impfung oder überstandener Erkrankung nicht schwer verliefen, so Bogdan. "Die Menschen fallen ja trotzdem eine oder zwei Wochen aus."

Hinweis der Redaktion: Dieser Text wurde am 27.05. um 16.30 Uhr in Rücksprache mit Prof. Christian Bogdan geändert. Seine Aussagen wurden präzisiert, um Missverständnisse zu vermeiden.

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