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"Call a book" - Stadtbibliothek Traunstein liefert Bücher | BR24

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Die Stadtbücherei Traunstein will, dass sich jetzt im Teil-Lockdown auch Menschen aus Risikogruppen gefahrlos Bücher ausleihen können. Ehrenamtliche Bücherboten bringen Lesestoff nach Hause.

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"Call a book" - Stadtbibliothek Traunstein liefert Bücher

Die Stadtbücherei Traunstein will, dass sich jetzt im Teil-Lockdown auch Menschen aus Risikogruppen gefahrlos Bücher ausleihen können. Ehrenamtliche Bücherboten bringen Lesestoff nach Hause. Ähnliche Angebote gibt es in Rosenheim und Oberpframmern.

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Von
  • Christine Haberlander
  • Christine Gaupp
  • Susanne Hagenmaier

Die Pizza vom Lieferservice - ja, das kennen wir. Aber was ist mit der geistigen Nahrung? Lesen tut in diesen Zeiten besonders gut. Die Stadtbücherei in Traunstein hat sich für die Zeit des Teil-Lockdowns etwas Besonderes überlegt.

Bücherboten bringen bestellte Bücher

Manche Menschen können oder wollen derzeit möglichst wenig unter Menschen gehen. Gerade für sie ist dieses Angebot gedacht. Wer einen Leseausweis der Stadtbibliothek Traunstein hat, der kann Bücher, E-Books, Zeitschriften oder Filme einfach per email oder Telefon bestellen und bekommt bis maximal Medien dann kostenlos nach Hause geliefert - auf Wunsch auch kontaktlos. Alle vier Wochen kommt dann regelmäßig nach Absprache ein sogenannter Bücherbote.

Ehrenamtlicher Service

Natürlich wird darauf geachtet, dass die Bücherboten nicht wechseln, damit sich ein Vertrauensverhältnis aufbauen kann. Sie haben auch einen Ausweis der Stadt bei sich. Die Bücherboten machen diesen Dienst ehrenamtlich, sie bekommen aber ein Kilometergeld, wenn sie zum Beispiel mit dem Auto Bücher bringen. Und wer gerne Rad fährt, kann im Stadtgebiet sogar das neue Traunsteiner Lastenfahrrad, ein E-Lasten-Bike nutzen und sozusagen ganz umweltfreundlich die Bücher ausliefern.

Auf Hygiene wird geachtet

Es gibt ja eigens Anweisungen der Staatsregierung für Bibliotheken. Und auch für Anette Hagenau, die Leiterin der Traunsteiner Stadtbücherei steht die Gesundheit für die Nutzerinnen und Nutzer an oberster Stelle:. Sie berichtet, dass eine Kollegin jeden Tag die Bücher "putzt" und desinfiziert. Zeitschriften kommen demnach sogar 72 Stunden "in Quarantäne", die Tageszeitungen werden auch mit Desinfektionsmittel besprüht, so dass niemand Angst haben müsse, sich mit dem Coronavirus anzustecken.

Nach BR24-Artikel haben sich schon Freiwillige gemeldet

Nach einem kleinen Aufruf auf unserer Internetseite BR24 haben sich auch schon die ersten Ehrenamtlichen bei der Stadtbibliothek Traunstein gemeldet. Wer Bücherbote werden will, ist aber weiter herzlich willkommen - genauso wie alle, die den Service der Stadt in Anspruch nehmen wollen.

Bücher-Bringdienst auch in Rosenheim

Schon seit 2017 liefert die Rosenheimer Stadtbibliothek Bücher nach Hause. Bisher nutzten vor allem ältere Menschen den Service, wenn sie nicht mehr selbst in die Bibliothek kommen konnten. Doch in der Corona-Pandemie wurde er plötzlich für alle interessant. "Während des ersten Lockdowns, als die Bibliothek geschlossen hatte, haben viele Leute das Angebot genutzt", sagt Alina Stadler von der Stadtbibliothek. "Derzeit haben wir geöffnet, die Nachfrage hält sich noch in Grenzen, aber sie steigt wieder." Wer den Lieferdienst der Stadtbibliothek Rosenheim nutzen will, kann anrufen oder eine Mail schreiben. Im Online-Katalog kann man schon vor der Bestellung nachsehen, ob die gewünschten Bücher gerade verfügbar sind.

Lieferservice auch in kleinen Büchereien

Nicht nur die großen Bibliotheken, auch kleine Dorfbüchereien bieten mitunter einen Lieferservice an. Schon während des Lockdowns im März rief Barbara Huber, die Leiterin der Bücherei in Oberpframmern im Landkreis Ebersberg, den "Bücher-Lieferservice" ins Leben. Die Bürgerinnen und Bürger bestellten per Telefon und Mail, Huber und ihre Mitarbeiterinnen packten die Bücher in Stoffbeutel – und die Auslieferung übernahmen die Fußballer des Sportvereins. "Ohne die Fußballer hätten wir die vielen Bestellungen gar nicht bewältigen können", sagt Huber. Den Lieferdienst gibt es immer noch, und seit dem Teil-Lockdown wird er auch wieder häufig genutzt.

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