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Zuschauer bei einem Popkonzert (Symbolbild)

Bildrechte: dpa-Bildfunk/Markus Scholz
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Bündnis "Koa Kongresshalle" am Flughafen München gegründet

In München hat sich das Aktionsbündnis "Koa Kongresshalle" gegründet. Der überparteiliche Zusammenschluss von Bürgerinitiativen, Mandatsträgern und Vereinen will verhindern, dass am Flughafen München eine Eventarena errichtet wird. Warum?

Von
Birgit GrundnerBirgit Grundner
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In München ist am Montagabend das Aktionsbündnis "Koa Kongresshalle" am Flughafen gegründet worden. Der überparteiliche Zusammenschluss von bislang etwa 15 Bürgerinitiativen, Mandatsträgern, Vereinen und Organisationen vor allem aus München und Freising will verhindern, dass am Flughafen eine Eventarena errichtet wird.

Kongresshalle könnte Platz für bis zu 20.000 Besucher bieten

Bis zu 20.000 Besucher sollen in das multifunktionale Konzert- und Kongresszentrum passen, das eine private Investorengruppe um die SWMunich Real Estate GmbH plant. Gebaut werden soll auf einer elf Hektar großen Fläche im nordwestlichen Teil des Flughafengeländes. Das Areal liegt auf Freisinger Flur.

Die Befürworter erhoffen sich dadurch eine Bereicherung des Kulturlebens und Gewerbesteuereinnahmen. Der Freisinger Christian Magerl, der bereits Sprecher des Aktionsbündnisses "aufgeMUCkt" ist und nun die Gründung von "Koa Kongresshalle" koordiniert hat, fürchtet dagegen vor allem Nachteile.

Kritik: Großer Flächenverbrauch und mehr Verkehr

Magerl nennt etwa den großen Flächenverbrauch und eine erhebliche Zunahme des Verkehrs – nicht nur am Boden, sondern auch in der Luft, wenn Konzert- und Kongress-Besucher mit dem Flugzeug womöglich aus ganz Europa anreisen.

Bestätigt fühlen sich die Kritiker nicht zuletzt durch eine Antwort aus dem Bayerischen Wirtschaftsministerium auf eine Anfrage des Grünen-Landtagsabgeordneten Johannes Becher. Demnach würde die Multifunktionsarena "die Attraktivität des Flughafens als Destination" erhöhen und wäre geeignet, "die langfristigen Entwicklungsmöglichkeiten des Flughafens vor Ort abzurunden und dessen internationale Drehkreuzfunktion am Standort abzusichern".

München fürchtet Konkurrenz für Olympiahalle

Ebenfalls kritische Stimmen kamen in der Vergangenheit bereits aus München. Die Olympiapark GmbH sieht den am Flughafen geplanten Bau in direkter Konkurrenz zur ebenfalls als Multifunktionsarena genutzten Olympiahalle. Die Stadt wiederum fürchtet hohe Folgekosten für den nötigen Ausbau der Infrastruktur am Airport, falls die Kongresshalle kommt. Das könnte sie als Mitgesellschafterin der Flughafen München GmbH treffen.

Sprecher aus Stadt und Land gewählt

Im Aktionsbündnis wollen die direkten Flughafennachbarn und Kritiker aus München nun gemeinsam mit Initiativen und Organisationen gegen die Eventarena vorgehen. Zu Sprecherinnen und Sprechern gewählt wurden Annemarie Raeder (Bund Naturschutz), Anna Hanusch (Grüne, Stadtrat München), Emilia Kirner (ÖPD, Stadtrat Freising), Guido Hoyer (Die Linke, Stadtrat Freising) und Rolf Linke (Grüne, Stadtrat Freising).

Grundsatzentscheidung: Morgen Sondersitzung des Stadtrats

Für den morgigen Mittwoch hat Freisings Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher (Freisinger Mitte), selbst eher ein Befürworter der Arena-Pläne, eine Sondersitzung einberufen: Der Stadtrat soll eine Grundsatzentscheidung treffen, ob er die Eventhalle nun will oder nicht.

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