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Die Fälle der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen häufen sich, in Brandenburg sind mittlerweile auch erste Schweinemäster betroffen. Auch Bayern verstärkt die Präventionsmaßnahmen. Zum Beispiel im Landkreis Kelheim.

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Afrikanische Schweinepest: Präventionsmaßnahmen werden erweitert

Die Fälle der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen häufen sich. In Brandenburg sind mittlerweile auch erste Schweinemäster betroffen. Auch in Bayern werden die Präventionsmaßnahmen verstärkt. Zum Beispiel im Landkreis Kelheim.

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Von
  • Andreas Wenleder

Seit vor fast einem Jahr in Deutschland die ersten Fälle der Afrikanischen Schweinepest nachgewiesen wurden, wachsen auch bei Landwirt Hubert Steiger die Sorgen. Wegen Exporteinschränkungen sind die Schweinepreise im Keller, ein Fall bei ihm im Stall wäre aber eine noch größere Katastrophe. "Nicht nur finanziell, mein Arbeitsplatz wäre kaputt und der meiner Familie", sagt der Landwirt aus Jauchshofen bei Kirchdorf.

Zäune gegen Wildschweine

Steiger hat Zäune gebaut, um Wildschweine und andere Tiere fernzuhalten, denn wie fast alle Schweineställe, liegt auch sein Betrieb mitten in der Natur und damit nah an möglichen Infektionsquellen. Denn das Schwarzwild im Landkreis Kelheim wird immer mehr. Regelmäßig stoßen die Jäger auf die Hinterlassenschaften der Wildschweine. "Das ist eine mathematische Regel: Je mehr Schweine, desto höher die Verbreitungs-, Verschleppungs- und Ansteckungsgefahr", sagt Andreas Wasner, Vorsitzender des Kreisjagdverbands Kelheim.

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In den Müllcontainern können die Jäger alle Überreste fachgerecht entsorgen.

Virus kann in Ställe getragen werden

Eine große Infektionsgefahr gehe auch von den Überresten toter oder geschossener Tiere aus. Jäger dürfen diese zwar im Wald vergraben, doch können Füchse oder Hunde die Überreste wieder ausgraben und das Virus dann über ihr Fell in die Ställe tragen. "Das ASP-Virus ist im Blut bis zu 400 Tage übertragbar. Und das sind schleichende Wege, die man so nicht sieht, über die dann Schweinebestände befallen werden", sagt Wasner.

Mit Kühlcontainern vorbeugen

Damit dieser Infektionsweg durchbrochen wird, hat der Landkreis Kelheim jetzt drei Kühlcontainer als Sammelstellen für die Jäger eingerichtet. In den darin befindlichen Müllcontainern können sie alle Überreste fachgerecht entsorgen. Eine Präventionsmaßnahme, um einen Ausbruch der Afrikanische Schweinepest im Landkreis zu verhindern, sagt Landrat Martin Neumeyer. „Bei einem Ausbruch wäre der Export von Schweinefleisch und Schweinen aus dem Landkreis wohl nicht mehr möglich. Wahrscheinlich aus der ganzen Region. Deshalb muss man alles machen, um das zu vermeiden“, sagt Neumeyer.

Die Abgabestellen werden gut angenommen, sagt Andreas Wasner. Doch am Ende werden noch mehr Maßnahmen nötig sein, um die Afrikanische Schweinepest von den Betrieben fernzuhalten – bis zum vermehrten Abschuss der Wildschweine.

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Die Fälle der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen häufen sich, in Brandenburg sind mittlerweile auch erste Schweinemäster betroffen. Deswegen werden auch in Bayern die Präventionsmaßnahmen verstärkt.

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