Unternehmen - Technik


21

Der Kabelanschluss

Stand: 17.01.2023

Illustration: Abstrahiertes Haus mit Kabelanschluss | Bild: BR

Das Kabel - einst aus Steuergeldern von der deutschen Bundespost aufgebaut und inzwischen vollständig privatisiert - ist einer der Haupt-Empfangswege der Deutschen: Knapp 44 Prozent der Haushalte beziehen ihre Programme über die Kabeldose und bezahlen dafür Kabelgebühren an ihren Kabelnetzbetreiber.

"Nebenkostenprivileg" wird abgeschafft

Viele Menschen, die zur Miete wohnen, nutzen Kabelempfang, auch aufgrund mangelnder Wahlfreiheit: Denn sind die Kabelgebühren in den Nebenkosten enthalten, war es nicht möglich, den Anschluss gesondert zu kündigen: Das so genannte "Nebenkostenprivileg" (der Kabelnetzbetreiber) aus den 1980er Jahren, sollte den Ausbau der Kabelnetze beschleunigen.
Dieses anachronistische Privileg, das Kabelnetzbetreiber begünstigt und viele zur Miete Wohnende eingeschränkt, wird nun gemäß der Novelle des Telekommunikationsgesetzes vom 1. Dezember 2021 abgeschafft: Nach einer Übergangsfrist bis 30. Juni 2024 für Bestandsimmobilien können alle Mieter und Mieterinnen künftig selbst entscheiden und ihren Empfangsweg nach individuellen Bedürfnissen frei wählen. Die Verbraucherzentrale Deutschland informiert was der Wegfall des Nebenkostenprivilegs bedeutet und welche Alternativen es zum Kabelanschluss gibt.

Kabelverbreitung digitalisiert

Von 2018 bis 2019 haben die Kabelnetzbetreiber in vielen Regionen Deutschlands die analoge Kabelverbreitung endgültig beendet, darunter in Bayern.

Das digitale Angebot von ARD und ZDF ist schon seit vielen Jahren über die Kabeldose mit einem digitalen Kabelreceiver (DVB-C) in HD-Qualität unverschlüsselt und frei empfangbar. Die meisten TV-Programme sind vielfach auch noch in SD-Qualität verfügbar. Allerdings werden zunehmend mehr öffentlich-rechtliche Programme nur noch in HD verbreitet. Auch die Radioprogramme der ARD-Familie sind im Kabel digital zu empfangen. Moderne TV-Geräte ermöglichen den Digitalempfang von Fernsehen und Radio. Ein spezielles Abonnement oder eine Smartcard sind für die öffentlich-rechtlichen Programme generell nicht erforderlich.

Moderne Kabelnetze für Fernsehen & Radio, Internet & Telefonie

Das Kabelnetz hat sich vom ursprünglichen Transportmedium für Radio und TV, das Signale nur vom Programmanbieter zum Kunden leitet, zum Kommunikationsmedium in beide Richtungen weiterentwickelt. Die Betreiber bieten heute zusätzlich auch Internet und Telefonie via Kabelanschluss an und packen auch Mobilfunk in ihre Angebotspakete.

Für die neuen Dienste wurden die Netzstrukturen modernisiert und die analogen TV-Kabelkanäle freigeräumt, um das Angebot erweitern zu können.

Inzwischen kommen leistungsstarke Glasfasernetze zum Einsatz und ermöglichen immer größere Datenraten. Kabelnetzbetreiber und Telekommunikationsfirmen sind teilweise zusammengewachsen und bieten ihren Kunden alles aus einer Hand: TV & Radio, Telefonie und Internet - jeweils aus der Kabeldose oder aus der Telefondose.


21