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Der Kabelanschluss

Stand: 03.03.2022

Illustration: Abstrahiertes Haus mit Kabelanschluss | Bild: BR

Das Kabel - einst aus Steuergeldern von der deutschen Bundespost aufgebaut und inzwischen vollständig privatisiert - ist einer der Haupt-Empfangswege der Deutschen: Knapp 44 Prozent der Haushalte beziehen ihre Programme über die Kabeldose und bezahlen dafür Kabelgebühren an ihren Kabelnetzbetreiber.

"Nebenkostenprivileg" wird abgeschafft

Viele Menschen, die zur Miete wohnen, nutzen Kabelempfang, auch aufgrund mangelnder Wahlfreiheit: Denn sind die Kabelgebühren in den Nebenkosten enthalten, war es nicht möglich, den Anschluss gesondert zu kündigen: Das so genannte "Nebenkostenprivileg" (der Kabelnetzbetreiber) aus den 1980er Jahren, sollte den Ausbau der Kabelnetze beschleunigen.
Dieses anachronistische Privileg, das Kabelnetzbetreiber begünstigt und viele zur Miete Wohnende eingeschränkt, wird nun gemäß der Novelle des Telekommunikationsgesetzes vom 1. Dezember 2021 abgeschafft: Nach einer Übergangsfrist bis 30. Juni 2024 für Bestandsimmobilien können alle Mieter und Mieterinnen künftig selbst entscheiden und ihren Empfangsweg nach individuellen Bedürfnissen frei wählen. Die Verbraucherzentrale Deutschland informiert was der Wegfall des Nebenkostenprivilegs bedeutet und welche Alternativen es zum Kabelanschluss gibt.

Kabelverbreitung digitalisiert

Von 2018 bis 2019 haben die Kabelnetzbetreiber in vielen Regionen Deutschlands die analoge Kabelverbreitung endgültig beendet, darunter in Bayern. Der Empfang via Terrestrik und Satellit ist schon seit mehreren Jahren auf ausschließlich digital umgestellt worden. Damit erreicht der Digitalisierungsgrad der Übertragungswege beim Fernsehen nahezu 100 Prozent.

Das digitale Angebot von ARD und ZDF ist dabei schon seit vielen Jahren über die Kabeldose mit einem digitalen Kabelreceiver (DVB-C) unverschlüsselt und frei empfangbar. Die TV-Programme können in HD- oder auch vorübergehend noch in SD-Qualität mit jedem digitalen Kabelreceiver (DVB-C) empfangen werden. Auch sind die Radioprogramme der ARD-Familie im Kabel nahezu vollständig digital zu empfangen. In modernen Flachbildschirmen sind digitale Receiver eingebaut. Sie ermöglichen automatisch den Digitalempfang von Fernsehen und Radio. Ein spezielles Abonnement oder eine Smartcard sind für die öffentlich-rechtlichen Programme generell nicht erforderlich.

Moderne Kabelnetze für Fernsehen & Radio, Internet & Telefonie

Das Kabelnetz hat sich vom ursprünglichen Transportmedium für Radio und TV, das Signale nur vom Programmanbieter zum Kunden leitet, zum Kommunikationsmedium in beide Richtungen weiterentwickelt. Die Betreiber bieten heute zusätzlich auch Internet und Telefonie via Kabelanschluss an und packen oben drein noch Mobilfunk in ihre Angebotspakete.

Für die neuen Dienste wurden die Netzstrukturen modernisiert und zuletzt die analogen TV-Kabelkanäle freigeräumt, um das Angebot erweitern zu können.

Heute kommen leistungsstarke Glasfasernetze zum Einsatz und ermöglichen immer größere Datenraten. Kabelnetzbetreiber und Telekommunikationsfirmen sind teilweise zusammengewachsen oder direkte Konkurrenten. Sie bieten ihren Kunden alles aus einer Hand: TV & Radio, Telefonie und Internet - jeweils aus der Kabeldose oder aus der Telefondose.


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