Unternehmen - Technik


53

Kabelumstellung Analoges Kabel in der Region Nürnberg abgeschaltet

Das Kabel ist der letzte Verbreitungsweg, der bisher noch analogen TV-Empfang ermöglicht hat. Doch damit ist in Kürze Schluss: Denn in Bayern schreibt das Bayerische Mediengesetz vor, dass die analoge Kabelverbreitung von Fernseh- und Radioprogrammen bis spätestens Ende 2018 zu beenden ist. Am 15. Mai hat die Vodafone Kabel Deutschland ihr Netz in der Region Nürnberg vollständig auf digital umgestellt. Auch Kunden anderer Netzbetreiber sind von den Umstellungen betroffen.

Stand: 15.05.2018

Illustration: Abstrahiertes Haus mit Radio und Fernseher | Bild: BR

Anfang des Jahres sahen in Bayern etwa 17 Prozent der Kabel-Haushalte noch analog fern, während die große Mehrzahl der Kabelkunden bereits einen digitalen Kabelreceiver (DVB-C) nutzt.

15. Mai war Stichtag im Vodafone-Kabelnetz in der Region Nürnberg

Vodafone Kabel Deutschland stellt für die Region Nürnberg unter www.vodafone.de/digitalezukunft umfassende Informationen zur analogen Kabelabschaltung sowie zur digitalen Umbelegung der Sender zur Verfügung. Fragen dazu beantwortet das Vodafone-Kundenservice-Center unter der kostenfreien Rufnummer 0800-664 87 87.

Höchste Zeit für Kabelkunden jetzt hellhörig zu werden, wenn sie bisher nur ca. 20 bis 30 Fernsehprogramme in einfacher PAL-Qualität empfangen - oder alle diejenigen, die ihre Stereoanlage an die Kabeldose angeschlossen haben, um darüber ihre analogen Radioprogramme (UKW) zu beziehen. Denn nun kommen unweigerlich Änderungen auf sie zu: Die Kabelnetzbetreiber beenden im Laufe des Jahres schritt- und regionenweise die analoge Kabelverbreitung aufgrund der gesetzlichen Vorgabe. Mit Laufband-Einblendungen ins Fernsehen wollen verschiedene Kabelnetzbetreiber betroffene Zuschauer informieren, sobald die Abschaltung in ihrem Netz bevorsteht.

Vorwiegend werden analoge Kabelkunden wohl spätestens jetzt einen digitalen Kabelreceiver nachrüsten, um noch weiter fernsehen zu können. Alternativ kann man auch erwägen, statt des alten Fernsehers nun einen modernen Flachbildschirm mit bereits eingebautem digitalen Kabelreceiver zu beschaffen - das erleichert zumindest die Bedienung mit ein und derselben Fernbedienung.

Doch auch ein Umstieg auf DVB-T2 HD via Antenne, Satellit oder Internet/IPTV können für manchen eine sinnvolle Alternative darstellen. Welcher Empfangsweg am besten zu einem passt, hängt davon ab, welche und wieviele Programme man sehen möchte und wieviel man in das erforderliche Equipment investieren will und wie hoch die monatlichen Kosten sein dürfen.

In Bayern auch analoges Radio betroffen

Von der Abschaltung sind in Bayern auch die analogen Radioprogramme an der Kabeldose betroffen. Viele Kabelkunden - auch solche mit Digitalanschluss - haben ihre herkömmliche Stereoanlage bisher an der Radiobuchse angeschlossen. Da an dieser Buchse bald keine UKW-Signale mehr anliegen, stellt sich die Frage was man tun kann, um künftig weiter Radio hören zu können. Prinzipiell stehen verschiedene Alternativen zum Empfang von Radioprogrammen zur Auswahl: Terrestrisches UKW oder DAB+ via Antenne, Digitalkabel, Internet oder Satellit.

Stereoanlage weiter nutzen

Die Stereoanlage kann schnell um eine klassische Wurf- oder Stabantenne für UKW-Empfang ergänzt werden, damit Radio weiter empfangbar ist - dann allerdings auf terrestrischen UKW-Frequenzen und das erfordert einen Sendersuchlauf am UKW-Tuner. Denn analoge Radioprogramme belegen im Kabel und terrestrisch zwar den gleichen Frequenzbereich (87,5 bis 108 MHz) – sie werden aber nicht auf denselben Frequenzen übertragen.

Mit einem DAB+ Adapter (inkl. Antenne) lässt sich eine Stereoanlage aber auch sehr einfach auf Digitalradio-Empfang umrüsten - ganz unabhängig vom Kabelanschluss. Der Vorteil: Rauschfreie Digitalqualität via Antenne und zusätzliche neue DAB+ Programme. Diese Option ist besonders für Gebiete mit gut versorgten Indoor-Empfang empfehlenswert.

Oder man nutzt den digitalen Kabelreceiver nicht nur zum Fernsehen, sondern auch für den Radioempfang. Bedienung und Wiedergabe der Radioprogramme laufen dann üblicherweise über das Fernsehgerät. Daneben gibt es auch Adapter, um die digital eingespeisten Radioprogramme aus der Kabeldose an der Stereoanlage wiedergeben zu können. Weitere Optionen für den Radioempfang bieten selbstverständlich auch Satellit oder Internet.

Umstellung am 15. Mai im Kabelnetz Nürnberg

Bei Vodafone Kabel Deutschland liegen in den meisten Netzen noch beide Empfangsarten (analog und digital) an der Kabeldose an. Vodafone hat die "Volldigitalisierung" respektive Analogabschaltung ab Sommer 2018 für den Großteil der eigenen Netze angekündigt. Am 9. Januar hat Vodafone ein Pilotprojekt im Kabelnetz Landshut-Dingolfing mit 56.000 Haushalten durchgeführt, um den Digitalumstieg vorab zu testen. Am 15. Mai wurde dann in der Region Nürnberg (rund 200.000 Haushalte) das analoge Kabel abgeschaltet. Weitere Termine will man demnächst bekanntgeben.

Fragen rund um die Umstellung beantwortet das Kundenservice-Center unter der Rufnummer 0800 664 87 87. Nähere Informationen gibt es für Vodafone Kunden auch unter www.vodafone.de/digitalezukunft. Dort kann man auch selbst prüfen, wann man selbst an der Reihe ist. Einen Überblick über bevorstehende Aktionen verschiedener Kabelnetzbetreiber in Deutschland bietet das Portal www.digitaleskabel.de.

Vorreiter in einigen Regionen


Als erster großer Kabelnetzbetreiber hat Unitymedia bereits 2017 seine Kunden auf Digitalempfang umgestellt. In den Unitymedia-Netzen (Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen) ist Analog-TV jetzt Geschichte, analoges Radio blieb jedoch vorerst unberührt und kommt dort noch aus der Kabeldose. Auch andere Netzbetreiber informieren ihre Kunden bereits von ihren Planungen zu bevorstehenden Umstellungen oder haben schon umgestellt.

Für weitere Informationen zu den Kabelfrequenzen, Programmangebot und den Abschaltterminen wenden Sie sich bitte an Ihren eigenen regionalen Kabelnetzbetreiber oder Ihre Hausverwaltung.


53