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Ende für analoges Kabel Kabelnetze auf digital umgestellt

In Bayern wurden bis Ende 2018 nahezu alle analogen Kabelanschlüsse (TV und Radio) abgeschaltet. Viele Kunden mussten auf Digitalempfang umrüsten - auch um weiterhin Radioprogramme über ihren Kabelanschluss zu empfangen.

Stand: 24.01.2019

Radio und Fernseher und analoger Antennenanschluß | Bild: BR

Im zweiten Halbjahr 2018 ging es rund in den Kabelnetzen. Die Kabelnetzbetreiber beendeten auf Basis der gesetzlichen Vorgaben zur Sicherung der Programm-Vielfalt (Artikel 34, BayMG) regionenweise die analoge Kabelverbreitung in Bayern. In anderen deutschen Regionen wird die Umstellung teilweise erst im Laufe von 2019 abgeschlossen sein. Umstellen müssen alle Kabelkunden mit Analogempfang, die bisher lediglich 20 bis 30 Fernsehprogrammen in einfacher PAL-Qualität empfangen sowie alle, die ihre Stereoanlage an der Kabeldose betreiben, um Radio (UKW im Kabel) zu hören.

Digital umrüsten - aber wie?

Für Kabelkunden ist jetzt ein digitalen Kabelreceiver zwingend erforderlich. Viele neue TV-Geräte sind bereits so ausgestattet, dass kein externes Zusatzgerät nötig ist und nur eine Fernbedienung für Fernseher und Receiver im Einsatz ist. Ob ein digitaler Kabelreceiver (DVB-C) im Flachbildschirm eingebaut ist, steht z.B. bei den technischen Daten in der Bedienungsanleitung.

Aber auch DVB-T2 HD via Antenne, Satellit oder Internet/IPTV können sinnvolle Alternativen zum Kabelanschluss sein. Welcher Empfangsweg am besten zu einem passt, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Welche und wieviele Programme möchte man sehen? Wieviel will man in das erforderliche Equipment investieren? Wie hoch dürfen die monatlichen Kosten sein? Und nicht zuletzt: Kann der Kabelanschluss gekündigt werden oder ist er vielleicht Teil des Mietvertrags?

Gut zu wissen:

Um die Fernsehprogramme von ARD und ZDF, die Gemeinschaftsprogramme sowie die Dritten Fernsehprogramme in SD oder HD-Qualität sowie die ARD-Radioprogramme wiedergeben zu können, ist in Deutschland - unabhängig vom Übertragungsweg - kein Zusatz-Abo erforderlich: alle öffentlich-rechtlichen Programme sind frei empfangbar. Dies gilt auch für die privaten FreeTV-Programme in der Standard SD-Qualität.

Kein UKW-Radio mehr im Kabel

Auch die analogen Radioprogramme an der Kabeldose wurden abgeschaltet. Es reicht also nicht mehr, eine herkömmliche Stereoanlage mit UKW-Tuner zum Radiohören direkt an die Kabeldose anzuschließen. Das ist aber nicht zu verwechseln mit dem analogen UKW-Radioempfang über die herkömmliche Stab- oder Wurfantennen, der weiter läuft!

Prinzipiell stehen diese Alternativen zum Empfang von Radioprogrammen zur Auswahl: Terrestrisches UKW oder DAB+ via Antenne, Digitalkabel, Internet oder Satellit.

Stereoanlage weiter nutzen

Die Stereoanlage kann einfach um eine klassische Wurf- oder Stabantenne für UKW-Empfang ergänzt werden, um damit weiter Radio zu empfangen. Dann allerdings auf den terrestrischen UKW-Frequenzen und das erfordert einen Sendersuchlauf am UKW-Tuner.

Mit einem DAB+ Adapter (inkl. Antenne) lässt sich eine Stereoanlage generell sehr einfach auf Digitalradio-Empfang umrüsten - ganz unabhängig vom Kabelanschluss. Der Vorteil: Rauschfreie Digitalqualität via Antenne und zusätzliche neue DAB+ Programme.

Einen digitalen Kabelreceiver kann man nicht nur zum Fernsehen, sondern auch für den Radioempfang nutzen. Bedienung und Wiedergabe der Radioprogramme laufen dann üblicherweise über das Fernsehgerät. Es gibt auch DVB-C Radio-Adapter, um die digitalen Radioprogramme aus der Kabeldose an der Stereoanlage wiedergeben zu können. Weitere Optionen für den Radioempfang bieten selbstverständlich auch Satellit oder Internet.

Für weitere Informationen zu den Kabelfrequenzen und zum Programmangebot ist der eigene regionale Kabelnetzbetreiber oder die Hausverwaltung der richtige Ansprechpartner.


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