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Ende für analoges Kabel Umstellung auf digitalen Kabelempfang

In Bayern werden schrittweise alle analogen Kabelanschlüsse (TV und Radio) abgeschaltet. Bis Dezember will der größte Anbieter, Vodafone (ehemals: Kabel Deutschland), damit fertig sein. Seit Anfang August läuft die kontinuierliche Umstellung im großen Stil. In München, Nürnberg, Augsburg oder Regensburg sowie in vielen Städten und Gemeinden war das Gros der Kabelhaushalte schon an der Reihe. Kleinere Netzbetreiber haben teilweise eigene Umstellungstermine. Sollten Sie aktuell betroffen sein – hier gibt’s die detaillierten Informationen.

Stand: 14.09.2018

Illustration: Abstrahiertes Haus mit Radio und Fernseher | Bild: BR

Höchste Zeit für Kabelkunden jetzt zu handeln und auf digital umzustellen, wenn sie eine Einblendung ihrer Kabelgesellschaft in den TV-Programmen sehen. Die Kabelnetzbetreiber beenden schritt- und regionenweise die analoge Kabelverbreitung auf Basis der gesetzlichen Vorgabe. Mit Laufband-Einblendungen ins Fernsehen informieren Kabelnetzbetreiber Analogkunden. Betroffen sind alle, die 20 bis 30 Fernsehprogramme in einfacher PAL-Qualität empfangen und jeder, der eine Stereoanlage an die Kabeldose angeschlossen hat, um Radio (UKW im Kabel) zu hören.

Digitale Neusortierung

Auch Kunden, die bereits Digitalempfang nutzen, müssen einen Suchlauf durchführen, wenn Sie Programme nicht mehr finden, denn in der Regel nehmen die Kabelnetzbetreiber gleichzeitig mit der Analogabschaltung eine Neusortierung bei den Digitalprogrammen vor.

Wann bin ich an der Reihe?

Vodafone (ehemals Kabel Deutschland) stellt für ihre Kabelkunden unter www.vodafone.de/digitalezukunft umfassende Informationen zur analogen Kabelabschaltung sowie zur digitalen Umbelegung der Sender zur Verfügung. Fragen dazu beantwortet das Vodafone-Kundenservice-Center unter der kostenfreien Rufnummer 0800-664 87 87.

Auch andere Kabelnetzbetreiber informieren ihre Kunden umfassend im Internet. Wer nicht weiß, von welcher Kabelgesellschaft er seine TV- und Radiosignale bezieht, findet den Anbieter auf seiner Kabelrechnung oder fragt am besten bei seiner Hausverwaltung nach. Die Plattform Digitales Kabel informiert deutschlandübergreifend zu Terminen und den bevorstehenden Maßnahmen.

Auf digital umrüsten - aber wie?

Kabelkunden mit Analogempfang können einen digitalen Kabelreceiver nachrüsten. Alternativ zur Nachrüstung kann man auch erwägen, ein neues TV-Gerät mit eingebautem digitalen Kabelreceiver zu kaufen - das erleichtert jedenfalls die Bedienung mit ein und derselben Fernbedienung. Zuerst sollte man sicher gehen, ob der eigene Fernseher - sofern dieser schon ein Flachbildschirm ist - nicht vielleicht einen digitalen Kabelreceiver bereits an Bord hat. Denn möglicherweise wurde bei der Erstinstallation schlicht übersehen, beim Suchlauf das Häckchen für den Digitalempfang zu setzen. Der Blick in die Bedienungsanleitung und die technischen Daten des Geräts lohnt sich also. Steht dort, dass der Fernseher den Standard DVB-C bzw. Digitalkabel unterstützt, ist man für die Umstellung schon gerüstet und es genügt, den Sendersuchlauf auf die digitalen Programme durchzuführen.

Auch DVB-T2 HD via Antenne, Satellit oder Internet/IPTV kann für manchen eine sinnvolle Alternative zum Kabelanschluss bieten. Welcher Empfangsweg am besten zu einem passt, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Welche und wieviele Programme möchte man sehen? Wieviel will man in das erforderliche Equipment investieren? Wie hoch dürfen die monatlichen Kosten sein? Und nicht zuletzt: Kann der Kabelanschluss gekündigt werden oder ist er vielleicht Teil des Mietvertrags?

Gut zu wissen:

Um die Fernsehprogramme von ARD und ZDF, die Gemeinschaftsprogramme sowie die Dritten Fernsehprogramme in SD oder HD-Qualität sowie rund 64 ARD-Redioprogramme im digitalen Kabel wiedergeben zu können, benötigen Sie kein Zusatz-Abo bei der Kabelgesellschaft: alle öffentlich-rechtlichen Programme sind frei empfangbar. Dies gilt auch für die privaten FreeTV-Programme in der Standard SD-Qualität.

Auch UKW-Radio im Kabel betroffen

Von der Abschaltung sind in Bayern auch die analogen Radioprogramme an der Kabeldose betroffen - nicht dagegen der analoge UKW-Radioempfang über die herkömmliche Stab- oder Wurfantenne! Viele Kabelkunden - auch solche mit Digitalanschluss - haben ihre herkömmliche Stereoanlage aber häufig an der Radiobuchse der Kabeldose angeschlossen. Da an dieser Buchse bald keine UKW-Signale mehr anliegen, stellt sich die Frage was man tun kann, um künftig weiter Radio hören zu können. Prinzipiell stehen verschiedene Alternativen zum Empfang von Radioprogrammen zur Auswahl: Terrestrisches UKW oder DAB+ via Antenne, Digitalkabel, Internet oder Satellit.

Stereoanlage weiter nutzen

Die Stereoanlage kann einfach um eine klassische Wurf- oder Stabantenne für UKW-Empfang ergänzt werden, damit Radio weiter empfangbar ist - dann allerdings auf den terrestrischen UKW-Frequenzen und das erfordert einen Sendersuchlauf am UKW-Tuner. Denn analoge Radioprogramme belegen im Kabel und terrestrisch zwar den gleichen Frequenzbereich (87,5 bis 108 MHz) – sie werden aber nicht auf denselben Frequenzen übertragen.

Mit einem DAB+ Adapter (inkl. Antenne) lässt sich eine Stereoanlage auch sehr einfach auf Digitalradio-Empfang umrüsten - ganz unabhängig vom Kabelanschluss. Der Vorteil: Rauschfreie Digitalqualität via Antenne und zusätzliche neue DAB+ Programme. Diese Option ist bereits vielerorts empfehlenswert.

Oder man nutzt den digitalen Kabelreceiver nicht nur zum Fernsehen, sondern auch für den Radioempfang. Bedienung und Wiedergabe der Radioprogramme laufen dann üblicherweise über das Fernsehgerät. Es gibt auch DVB-C Radio Adapter, um die digitalen Radioprogramme aus der Kabeldose an der Stereoanlage wiedergeben zu können. Weitere Optionen für den Radioempfang bieten selbstverständlich auch Satellit oder Internet.

Für weitere Informationen zu den Kabelfrequenzen, Programmangebot und den Abschaltterminen wenden Sie sich bitte an Ihren eigenen regionalen Kabelnetzbetreiber oder Ihre Hausverwaltung.


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