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Empfang via Kabel Fernsehen & Radio in Kabelnetzen

Das vielfältige TV- und Radioangebot der ARD Landesrundfunkanstalten ist bundesweit in den Netzen verschiedener Kabelanbieter verfügbar. Sollte ein Programm bei Ihnen fehlen, kann das unterschiedliche Gründe haben. Hier bekommen Sie Tipps, woran es liegen kann und was dann helfen kann.

Published at: 7-9-2023

Digitalkabel | Bild: BR

Programmvielfalt und hochauflösende Qualität

Die Kabelnetzbetreiber übernehmen das Programmangebot der ARD, darunter die BR-Programme in ihren Kabelnetzen. Alle ARD- und ZDF-Programme einschließlich ihrer HD-Programme sind in Deutschland immer unverschlüsselt und frei empfangbar – auch im Kabelnetz. Dafür sind weder eine Smartcard noch ein zusätzliches Abo erforderlich.

Kabelumstellung

Ein Post-It mit der Notiz: Neuer Sendersuchlauf ARD alpha HD, BR Fernsehen ... Radioprogramme. Eine TV Zeitschrift und die Fernbedienung sind im Hintergrund zu sehen.. | Bild: BR / Christine Loistl zum Artikel Aktuell Vodafone: Neue Frequenzen

Der Kabelnetzbetreiber Vodafone vereinheitlicht bundesweit die Belegung der Kabelfrequenzen und verlegt TV- und Radioprogramme teilweise auf andere Frequenzen: So auch bei ARD alpha HD und BR Fernsehen. [mehr]

Mit einem digitalem Kabelreceiver (DVB-C) - als Zusatzgerät oder integriert im Fernseher - lässt sich über die Kabeldose ein vielfältiges Angebot an Fernseh- und Radioprogrammen und Zusatzdiensten empfangen.Die meisten Flachbildschirme haben einen DVB-C Empfänger bereits eingebaut und sind so für Digitalempfang im Kabel vorbereitet. Wer ein älteres Fernsehgerät (ohne Digitalreceiver) am Kabelanschluss nutzen möchte, benötigt einen zusätzlichen Kabel-Receiver (Set-Top-Box) für den Digitalempfang. Für die Wiedergabe von Programmen in hochauflösender Qualität (HDTV) müssen Receiver und Fernseher außerdem HD-tauglich sein. Für den Empfang der ARD-Radioprogramme müssen Sie den Audiostandard AAC-LC unterstützen.

Vermissen Sie ein Programm?

  • Manche Kabelnetze sind nicht als Breitbandkabelnetz bis 862 MHz ausgebaut und bieten daher nicht das volle Programmangebot des Kabelnetzbetreibers. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Anbieter, welche Programme für Sie verfügbar sind. Im Internet bieten größere Kabelnetzbetreiber Programmlisten für Ihre persönliche Adresse. Zum Beispiel Vodafone, PYUR oder MNET.
  • Ein automatischer Suchlauf muss nicht immer sofort den erwünschten Erfolg bringen. Welche Programme gefunden werden, kann auch davon abhängen, welche Art von Suche das Gerät durchführt: Probieren Sie deshalb verschiedene Alternativen bzw. Einstellungsvarianten, zum Beispiel eine Frequenzsuche anstelle einer Kanalsuche oder umgekehrt. Das kann manchmal Wunder wirken.
  • Hilft auch das nicht, können Sie Ihr Empfangsgerät (Kabelreceiver oder Fernseher) auch ganz auf Werkseinstellungen zurücksetzen und eine Erstsuche starten. Das hat allerdings den Nachteil, dass ihre Favoritenlisten, persönlichen Sortierungen sowie Belegungen auf der Fernbedienung verloren gehen. Auch hier kann wie beim automatischen Suchlauf die Art der Suche entscheidend sein.
  • Wenn es gar nicht klappt, wenden Sie sich im Zweifel auch an eine/n Techniker/in, um ggf. Ihr Empfangsgerät einzustellen.

Kabel: So wirkt sich eine ARD Umstellung via Satellit auf das Kabel aus

Umstellungen bei der Satellitenverbreitung wirken sich meist auch in den Kabelnetzen aus: Denn Kabelnetzbetreiber nutzen vielfach das Satellitensignal zur Programmzuführung. In der Kabelkopfstation werden die ausgewählten SAT-Programme dann in Kabelkanäle gruppiert und anschließend im Kabelstandard DVB-C übertragen.

Zuletzt wurden die ARD-Radioprogramme auf das neue Tonformat AAC-LC (Advanced Audio Coding - Low Complexity) umgestellt; sie finden sich jetzt meist auf anderen Kabel-Kanälen als zuvor. Da künftig auch immer mehr Programme nicht mehr in SD-Qualität angeboten werden, muss man - wie bei ARD alpha HD - auf die HD-Version des Programms wechseln.

Für Kabelkunden und -kundinnen bedeutet das:

  1. Sendersuchlauf: Zu allererst kann ein Sendersuchlauf erforderlich sein, sollte das Gerät die Programmliste nicht automatisch aktualisieren. So hat zum Beispiel Vodafone u.a. die BR-Radioprogramme auf einen anderen Kanal (von S25 auf S40) gelegt und neue Kennungen vergeben.
  2. Neues Audioformat: Um die Programme wieder geben zu können, muss der genutzte Kabelreceiver für das neue Tonformat geeignet sein oder durch ein Software-Update befähigt werden. Moderne Kabel-Receiver wie die GigaTV- oder Horizon-Set-Top-Boxen von Vodafone unterstützen das neue Audioformat. Für Bemondis/Vistron-Receiver hat Vodafone ein Software-Update bereitgestellt.
  3. HD-Empfangsgerät: Für HD-Programme ist ein HD-taugliches Empfangsgerät erforderlich. Ist ein HD-Programm in der Programmliste trotz HD-Tauglichkeit noch nicht auffindbar, kann zuerst ein Sendersuchlauf am Kabel-Receiver bzw. am TV-Gerät erforderlich sein. Außerdem ändern sich die technischen Vodafone-Frequenzen für einige Programme gerade: im Laufe der von Sommer 2022 bis Sommer 2023 deutschlandweiten "Netzharmonisierung" von Vodafone liegt zum Beispiel ARD alpha HD nach der Umstellung auf Kanal 394 MHz (Vor der Umstellung: in Bayern auf 586 MHz, NRW/Hessen auf 202 HMHz) .

So kommen unsere Programme ins digitale Kabel

Vodafone als größter deutscher Kabelnetzbetreiber nutzt seit kurzem (Juli 2023) jetzt eine ARD-Anbindung per Leitung, um die ARD-Programme in das eigene Kabelnetz einzuspeisen. Die übrigen Kabelnetzbetreiber führen die Programme dagegen meist direkt vom Satelliten zu und bereiten sie an ihrer Kopfstation für die Weitersendung in die Kabelanlage auf. Hier werden die Satellitensignale vom DVB-S/S2-Standard üblicherweise in digitale Kabelsignale (DVB-C) gewandelt.

Im Grunde sind aber auch andere Signalverteilungen über eine Hausanlage möglich, zum Beispiel die Durchleitung von Satellitensignalen, von DVB-T2-Signalen oder auch IP-Signalen. Das hängt vom Betreiber und seinem Konzept beziehungsweise vom Aufbau der Kopfstelle ab. Zum Empfang sind dann jeweils entsprechende Receiver erforderlich.

Hinweis: Zum Ärger von Kunden und Programmanbietern werden nicht immer alle Signale vollständig eingespeist. So können Zusatzdienste oder auch einzelne Programme fehlen, wenn der Betreiber diese nicht durchleitet.


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