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Radio und Fernsehen via Satellit

Stand: 06.09.2023

Satellitenschüssel mit Smiley | Bild: BR/Daniel Paul

Satellitenfernsehen ist beliebt: Fast jeder zweite Fernseh-Haushalt empfängt seine Programme aus dem All, darunter 93,3 Prozent der SAT-Haushalte in HD-Qualität. (Quelle: SES, ASTRA TV-Monitor 2022).

Die Programme mit dem Zusatz "HD" im Namen verfügen dabei über eine sichtbar bessere Bildqualität und höhere Detailschärfe als das ältere SD-Format mit Standardauflösung. Alle deutschen öffentlich-rechtlichen Programme werden unverschlüsselt im Digitalstandard DVB-S/S2 (Digital Video Broadcasting - Satellite) gesendet. Alle öffentlich-rechtlichen HD-Programme sind - im Gegensatz zu vielen privaten HD-Programmen - ohne Zusatzkosten frei empfangbar.

Aktuell: ARD beendet im Januar 2025 die SD-Verbreitung

Mehr als zehn Jahre lang hat die ARD ihre Programme sowohl in der höheren HD-Auflösung als auch in niedriger SD-Auflösung ausgestrahlt. Die Zahl der Fernsehhaushalte, die ihre Programme ausschließlich in SD empfangen, ist seitdem stark zurückgegangen. Nun wird die Verbreitung der ARD- Fernsehprogramme in SD über alle Ausspielwege zum 7. Januar 2025 endgültig eingestellt.

Im Dezember 2021 und im November 2022 hat die ARD bereits die langjährige Verbreitung von insgesamt fünf Programmen in SD-Qualität beendet. Alternativ können die Programme in HD-Qualität mit HD-tauglichen Geräten weiter empfangen werden. Sind HD-Programme noch nicht in der eigenen TV-Programmliste aufgelistet, ist als erster Schritt ein Sendersuchlauf erforderlich.

ARD Umstellungen 2021 und 2022

Die ARD hat die langjährige Verbreitung über die Satelliten-Transponder 93 (Dezember 2021) und 51 (November 2022) eingestellt. Die Programme empfangen Sie nun über andere Satellitenkanäle:

  • Um den Bildungskanal weiter empfangen zu können, wechseln Sie bitte auf ARD alpha HD. Listet Ihr TV-Gerät das Programm mit dem Zusatz "HD" nicht auf, starten Sie bitte einen Sendersuchlauf. ARD alpha HD wird bereits seit 2019 auf Transponder 39 verbreitet. Zum Empfang ist ein HD-taugliches Empfangsgerät erforderlich.
  • Auch sämtliche ARD-Radioprogramme befinden sich nun auf neuen Satellitenfrequenzen (Transponder 39 und 61). Unsere BR-Radioprogramme finden Sie auf Transponder 39 in einem neuen, effizienteren Audioformat AAC-LC bei weiter guter Klangqualität.
  • Das SR-Fernsehen in SD-Qualität finden Sie ab sofort auf Transponder 101
  • Der WDR bietet sein HD-Programmangebot mit sämtlichen Lokalzeiten jetzt auf Transponder 21 an.
  • Die Programm-Verbreitung auf dem ASTRA-Satellitentransponder 51 (10,744 GHz) ist beendet. Die ARD-Programme ONE und tagesschau24 sowie das gemeinsam mit dem ZDF veranstaltete Programm phoenix und ARTE werden nun nicht mehr in SD-Qualität angeboten. Sie finden sie als HD-Programme auf diesen Satellitenfrequenzen.
  • Die meisten Kabelnetzbetreiber haben die SD-Verbreitung von ARD alpha, ONE, phoenix, tagesschau24 und arte ebenfalls beendet.
  • Alle Empfangsparameter der ARD: https://www.ard-digital.de/empfang/dvb-s

Deutschsprachige Angebote über ASTRA

Der Satellitenempfang bietet eine enorme Programmanzahl an TV- und Radioprogrammen. Für deutschsprachige Angebote ist ASTRA auf der Orbitposition 19,2° Ost mit seiner Satellitenflotte ungeschlagen die Nummer Eins. Die Ausleuchtzone eines Satelliten, der so genannte Footprint, deckt viele europäische Länder ab. Von Spanien bis Norwegen genügt in der Regel eine 60 Zentimeter große Satellitenschüssel zum Empfang. So lassen sich das BR Fernsehen, ARD alpha, die BR-Radioprogramme und die vielen anderen Angebote europaweit sehen und hören.

Freie Sicht ist Voraussetzung

Satellitenempfang lebt von der freien Sicht ins All: Die Satellitenantenne mit der LNB-Empfangeinheit ist die Außeneinheit der Anlage. Sie sammelt die von Satelliten in 36.000 Kilometer Entfernung gesendete und auf der Erdoberfläche gerade noch ausreichende Energie ein, fokussiert und konvertiert die Signale und liefert so das gewünschte Programm. Hier die wichtigsten Punkte beim Empfang:

  • Sicht: Die Sichtverbindung zwischen dem geostationären Satelliten und der ausgerichteten Satellitenschüssel ist entscheidend, sie darf nicht durch Bauwerke, Kräne, Bäume oder späteres Pflanzenwachstum verstellt sein.
  • Ausrichtung: Die Schüssel muss exakt auf die Position des Satellitensystems ausgerichtet ist. Nur dann wird das Signal optimal empfangen. Nach einem Sturm könnte eine SAT-Antenne verdreht sein und daher eine Nachjustierung nötig sein.
  • Profis: Am besten können Antennenbauer die korrekte Ausrichtung mit einem Messgerät prüfen und justieren.
  • Wetter: Gewitter, Starkregen oder Sturm können den Empfang beeinträchtigen.
  • Winter: Bedecken Schnee oder Eis eine unbeheizte Satellitenantenne, ist kein oder kein einwandfreier Empfang möglich.

Die Satellitenübertragung ist ein wichtiger Grundpfeiler der Radio- und TV-Versorgung. Nicht nur der Direktempfang in Privathaushalten hat sich seit den 1980er-Jahren stark etabliert. Auch für die Zuführung der Programme in Kabelnetze oder als Ersatzweg zu terrestrischen Senderstandorten spielt der Satellit eine bedeutende Rolle.

Der Weg ins All

Für das umfangreiche Programmbouquet ARD Digital betreiben die Rundfunkanstalten verschiedene Playoutcenter und Satelliten-Uplinkstationen: So nimmt das BR-Fernsehen (SD und HD) den Weg zum Hessischen Rundfunk nach Frankfurt und wird von dort aus zum ASTRA-Satellitensystem geschickt (Uplink Transponder 71 und 25). Die Uplinkstation von ARD alpha HD und den BR-Radioprogrammen (Transponder 39) wiederum steht beim rbb in Potsdam.

Bevor die einzelnen Programme ihre Reise in den Orbit antreten und von dort zurück auf die Erde verteilt werden, werden ihre Signale in den Playoutcentern noch mit weiteren ARD-Programmen zu einem gemeinsamen Datenstrom zusammengefasst - im Fachjargon: "gemultiplext" und dann "ihrem" Satellitenkanal zugeführt.


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