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Trockene Rachenschleimhaut Corona Warum wir jetzt ausreichend trinken sollten und warum Mundwasser keine gute Idee ist

Mit Mundwasser gurgeln gegen eine Ansteckung mit dem Coronavirus? Auf gar keinen Fall. Was Sie stattdessen für Ihre Gesundheit und speziell Ihren Rachen tun können.

Stand: 18.03.2020 | Archiv

Mann hält Tasse in der Hand. | Bild: mauritius images

Was tun gegen trockene Rachenschleimhaut

Unsere Rachenschleimhaut sollte generell immer gut befeuchtet sein. Das gilt aktuell natürlich besonders. Deswegen rät HNO-Arzt Dr. Bernhard Junge-Hülsing vom Bundesverband der HNO-Ärzte: "Wichtig ist, für ausreichend Speichel zu sorgen und übermäßige Trockenheit von Mund- und Nasenschleimhäuten zu verhindert. Das kann mit Salzwasserpülungen der Nase erreicht werden und mit einer ausreichenden - das heißt mehr als 1,5 Liter - und ausgewogenen Trinkmenge."

Bei trockener Rachenschleimhaut: Was am besten trinken

Wir befeuchten unsere Schleimhäute im Rachen am besten, wenn wir viel trinken - und da kommt es darauf an, was wir trinken: "Also nicht den ganzen Tag grünen Tee oder Kaffee, sondern eine ausgewogenen Menge aus wenig Kaffee und schwarzem Tee, wenig ätherischen Anteilen wie Minze oder Kamille und viel stillem Wasser und eventuell frischen Fruchtsäften", sagt Dr. Junge-Hülsing.

Ist Ingwer-Wasser oder Ingwertee gut für die Rachenschleimhaut

Auf die Frage, ob Ingwerwasser oder ein Tee mit Ingwer gut oder schlecht für unsere Rachenschleimhaut ist, antwortet der HNO-Arzt: "Ein wenig Ingwer kann helfen, viel frischer Ingwer greift aber an. Am besten werden die Schleimhäute durch Salbei unterstützt und gepflegt."

Warum Sie zur Zeit das Gurgeln mit antibakteriellem Mundwasser besser lassen sollten

Um besser gegen alle Arten von Bakterien und Viren gewappnet zu sein, brauchen wir eine gut funktionierende Schleimhautbarriere. Und die verträgt Mundwasser, vor allem antibakterielles Mundwasser, nicht gut:

"Das Gurgeln mit antiseptischen Mundspülungen ist auf gar keinen Fall sinnvoll. Die natürliche Schleimhautflora wird verändert."

Dr. Bernhard Junge-Hülsing, HNO-Arzt

Was wir in Zeiten von Corona für die Gesundheit noch tun können

Was wir tun sollten im Büro oder auf dem Arbeitsplatz - unser Experte gibt folgende Tipps:

"Also in der Arbeit immer 1,5 m vom Sitz- und Büronachbarn und Kollegen Abstand halten. Stündlich sehr gut stoßlüften. Oberflächen desinfizieren oder einfach feucht und trocken stündlich oder in definierten Intervallen abwaschen."

Wie wir Angehörigen und besonders Menschen aus der Risikogruppe begegnen

Wenn überhaupt nötig und wegen der Ausgangsbeschränkungen möglich, sollten wir genügend Abstand halten und: "Alten und kranken Eltern sowie Menschen mit immunsupprimierenden Medikamenten, Cortison, Methotrexat, Chemo- und Immuntherapie, nur mit gewaschenen Händen  und Atemschutz begegnen."

Was wir für unsere Gesundheit selbst tun können in der Coronakrise

Das Meiden von Sozialkontakten sollte mittlerweile selbstverständlich sein. Und auch das regelmäßige Händewaschen mit Seife.

Jetzt mit dem Rauchen aufhören

Ein guter Punkt wäre - jetzt mit dem Rauchen aufzuhören, denn die Lungenärzte gehen davon aus, dass Raucher ein höheres Risiko haben, sich mit dem Coronavirus zu infizieren und an COVID-19, so heißt die Krankheit, die vom Coronavirus ausgelöst wird, zu erkranken. Der Grund: "Durch die Belastung des Rauchens sind die Abwehrkräfte des Bronchialsystems eingeschränkt. Die Schadstoffe Tabakrauch setzen die Funktion der Flimmerhärchen in der Atemwegsschleimhaut außer Kraft, dadurch wird der Selbstreinigungsmechanismus in den Bronchien - die sogenannte mukoziliäre Clearance gestört. Erreger wie Viren oder Bakterien haben so leichteres Spiel", so die Lungenärzte im Netz.

Prof. Michael Pfeifer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) und Leiter der Pneumologie am Universitätsklinikum Regensburg, sagt zum Risiko eines schweren Verlaufs bei Rauchern: "Da haben wir aus Wuhan relativ eindeutige Daten", sagt Prof. Michael Pfeifer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) und Leiter der Pneumologie am Universitätsklinikum Regensburg. Diese legen nahe, dass das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs mit einer Lungenentzündung für Raucher deutlich erhöht ist.

Schlaf: Im gleichen Rhythmus bleiben

Das können wir noch tun, rät uns unser Experte, Dr. Bernhard Junge-Hülsing:

"Eine ausgewogene vitaminreiche Ernährung und vor allem geregelter Schlaf sind sehr wichtig. Sollten Kurzarbeit oder Freistellung von der Arbeit zu mehr Zeit führen, so sollte diese keinesfalls in einer Veränderung des Schlafrhythmus münden. Normaler und ausreichender Schlaf, mit +7 Stunden/Nacht ist eine sehr gute Immunstärkung. Alkohol und Schlafmittel senken die Erholung im Schlaf. Regelmäßige und vitaminreiche nach Möglichkeit frische Kost sind hilfreich. Industriezucker und bestimmte Fette schädigen die Darmflora und senken die Immunantwort über den Darm."


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