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Händewaschen mit kaltem oder warmem Wasser Warum die Wassertemperatur beim Händewaschen nicht das Wichtigste ist

Hand aufs Herz. Wann haben Sie das letzte Mal Hände gewaschen? Warum Sie es viel öfter tun sollten und was wirklich entscheidend ist, um Krankheiten vorzubeugen.

Stand: 28.08.2019 | Archiv

Frau wäscht sich die Hände | Bild: mauritius-images

Unsere Hände kommen ständig mit Krankheitserregern in Berührung. Waschen wir sie nicht, zum Beispiel, wenn wir mit dem Bus gefahren sind, und fassen uns mit den Händen ins Gesicht, gelangen Keime über unsere Schleimhäute in Mund und Nase in unserem Körper. Und das kann uns krank machen. Die meisten Magen-Darm-Infekte oder Erkältungskrankheiten werden auf diese Art weitergegeben.

"Bis zu 80 Prozent aller ansteckenden Krankheiten werden über die Hände übertragen."

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Richtig Händewaschen - mit warmem oder kaltem Wasser

Heißeres Wasser macht unsere Hände nicht sauberer und entfernt keine größere Menge an Keimen als kaltes Wasser. Kälteres Wasser ist schonender für die Haut.

"Die Wassertemperatur hat keinen Einfluss auf die Reduktion der Mikroorganismen. Daher sollte die individuell angenehme Wassertemperatur gewählt werden. Viel wichtiger sind die Dauer des Händewaschens und das Maß der Reibung beim Einseifen der Hände."

BZgA

Hygiene - Dauer des Händewaschens entscheidet

Es dauert eine Weile, bis unsere Hände wirklich sauber sind. 20 bis 30 Sekunden lang sollten wir sie sorgfältig einseifen. Handrücken, Daumen und die Zwischenräume zwischen den Fingern und die Fingerspitzen dabei nicht vergessen - das empfehlen die Experten. Zur Orientierung: Wenn wir das Lied "Happy Birthday to you" zweimal summen, vergehen 20 Sekunden. Halten wir diese Zeit ein, kann Händewaschen die Anzahl der Keime auf unseren Händen auf ein Tausendstel reduzieren.

Diese Dauer unterschätzen viele: Nur rund die Hälfte der Befragten waschen tatsächlich so lange ihre Hände, so eine Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung von 2017.

Je mehr Seife, desto sauberer die Hände

Wichtig ist es auch, dass wir genügend Seife benutzen. Fest reiben müssen wir dann nicht:

"Es reicht, wenn Sie die Seife an den Stellen sanft einreiben. Wichtig ist die Verwendung einer ausreichenden Seifenmenge: In einer weiteren Untersuchung wurde gezeigt, dass die Verwendung von mehr Seife sowohl bei normalen als auch bei antimikrobiellen Seifen zu einer stärkeren Abnahme der Bakterienzahlen führt."

BZgA

Händewaschen ohne Seife sinnvoll oder nicht

Was sollten wir tun, wenn es auf der öffentlichen Toilette keine Seife gibt, sondern nur Wasser. Die Hände nur unter dem Wasserhahn reinigen oder ist das sinnlos?

"Ist keine Seife vorhanden, sollte man dennoch auf das Händewaschen mit bloßem Wasser nicht verzichten. Denn auch mit Wasser alleine wird zumindest ein Teil der Erreger entfernt. Auch wenn die Verwendung von Seife die Wirksamkeit des Händewaschens deutlich steigert, ließ sich in Untersuchungen bereits durch das Händewaschen nur mit sauberem Wasser beispielsweise die Häufigkeit von Durchfallerkrankungen senken."

BZgA

Hygiene - Händewaschen wann

Häufiges Händewaschen sollte zu unserer Routine gehören, und das nicht nur, wenn wir auf der Toilette waren oder ein Kind gewickelt haben. Sondern auch immer, wenn wir nach Hause kommen, denn unterwegs in öffentlichen Verkehrsmitteln, im Supermarkt an den Griffen der Einkaufswagen oder auf Rolltreppen sammeln wir automatisch Krankheitserreger ein. Auch unser Smartphone ist eine wahre Keimschleuder - das fassen wir auch an, wenn wir uns nicht die Hände gewaschen haben. Deswegen sollten wir das Display unseres Handys auf jeden Fall regelmäßig reinigen.

Wenn wir unser Haustier gestreichelt haben, danach immer die Hände waschen.

Ans Händewaschen sollten wir denken, wenn wir mit Abfall, rohem Fleisch oder Tierfutter Kontakt hatten oder immer, bevor wir kochen und vor den Mahlzeiten. Medikamente sollten wir nur mit frisch gewaschenen Händen anfassen oder einnehmen. Und auch in unseren Cremetopf dürfen nur saubere Hände.

Noch eine Situation, in der viele Menschen nicht daran denken, sich die Hände zu waschen: Wenn wir uns die Nase geputzt, geniest oder gehustet haben, sollten wir danach unsere Hände reinigen. Nur ein Drittel der Befragten tut das tatsächlich, so eine BZgA-Umfrage.

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