Bayern 1

Impfpass verloren Was Sie tun können, wenn Sie Ihren Impfausweis verloren haben

Was tun, wenn Sie Ihren Impfpass verloren haben? Da hilft nur eines: die Impfungen nachtragen lassen. Tipps, an wen Sie sich wenden können und wie Sie vorgehen.

Stand: 17.06.2019 | Archiv

Arzt trägt etwas in einen Impfpass ein | Bild: dpa/picture alliance

Der Impfpass, das gelbe Heftchen, ist ein sehr wichtiges Gesundheitsdokument - darin sind alle Impfungen, die wir im Lauf unseres Lebens erhlaten haben, dokumentiert. Umso ärgerlicher, wenn Sie Ihren Impfpass verloren haben.

Wenn Sie Ihren Impfpass tatsächlich nicht mehr finden, bekommen Sie bei Ihrem Hausarzt einen neuen. Im besten Falle war er auch der Arzt, der Sie in den vergangenen Jahren geimpft hat. Und da Ärzte alle Therapien und Behandlungen dokumentieren müssen und das Ganze mindestens zehn Jahre lang aufbewahren, lässt sich Ihre Impfgeschichte der vergangenen zehn Jahre auf jeden Fall nachvollziehen. Daher kann Ihr Arzt die Impfungen nachtragen.

Wenn Sie den Hausarzt gewechselt haben

Wenn Sie allerdings mittlerweile Ihren Hausarzt gewechselt haben, muss der neue Arzt in Ihrem Auftrag Ihre Daten bei seinem Vorgänger abfragen.

Impfbestätigungen in den Unterlagen

Auch in Ihren privaten Unterlagen können sich Hinweise finden - zum Beispiel Quittungen für bestimmte reisemedizinische Impfungen. Wenn Sie ohne Ihr Impfbuch beim Arzt geimpft worden sind, haben Sie meist eine Impfbestätigung erhalten. Anhand solcher schriftlichen Nachweise darf auch das örtliche Gesundheitsamt den neuen Impfpass ausfüllen.

Wenn Sie allerdings mittlerweile Ihren Hausarzt gewechselt haben, muss der neue Arzt in Ihrem Auftrag Ihre Daten bei seinem Vorgänger abfragen.

Viele wichtige Impfungen sollten nach zehn Jahren ohnehin aufgefrischt werden.

Besser nachimpfen lassen als keinen Impfschutz zu haben

Wer sich nicht sicher ist und auch nicht mehr bei einem Arzt nachfragen kann, weil der die Praxis geschlossen hat oder in Rente gegangen ist, der sollte sich die Grundimpfungen, die für das Erwachsenenalter empfohlen werden, besser nochmals geben lassen. Das schadet nicht, schreibt das Robert-Koch-Institut (RKI):

"Von zusätzlichen Impfungen bei bereits bestehendem Impfschutz geht kein besonderes Risiko aus. Dies gilt auch für Mehrfachimpfungen mit Lebendvirusimpfstoffen."

RKI

Standardimpfungen für Erwachsene, die alle zehn Jahre aufgefrischt werden sollten, sind:

Tetanus, Diphterie, Keuchhusten (Pertussis). Gegen Masern sollten sich alle nach 1970 geborenen Personen und alle Erwachsenen ab 18 Jahren mit unklarem Impfstatus oder nur einer Impfung in der Kindheit impfen lassen, so die Ständige Impfkommission (StiKo). Den Impfstoff gibt es in der Kombination Maser-Mumps-Röteln.

Auch gegen Poliomyelitis (Polio oder Kinderlähmung) sollte ein Impfschutz bestehen, sonst ist eine Nachholimpfung zu empfehlen.

Empfohlene Impfungen für Menschen ab 60 Jahren

Für Menschen, die älter als 60 Jahre sind, empfiehlt die StiKo außerdem Impfungen gegen Pneumokokken (sie verursachen die meisten der bakteriellen Lungenentzündungen) und seit 2018 eine Impfung mit Totimpfstoff gegen Herpes Zoster (Gürtelrose) sowie eine jährliche Impfung gegen Influenza (Grippe).

Impfstatus durch Bluttest feststellen lassen

Theoretisch gibt es auch die Möglichkeit Rückschlüsse auf Impfungen zu ziehen, wenn man die Antikörper im Blut feststellen lässt, die sogenannte Titer-Bestimmung. Das ist aufwendig und teuer. Die Kosten für solche "serologischen Untersuchungen" muss der Patient meist selbst tragen. Das RKI bewertet solche Tests als nur in Ausnahmefällen gerechtfertigt:

Frauen, die schwanger werden wollen und nicht wissen, ob sie gegen Röteln geimpft worden sind, bilden die Ausnahme. Hier kann ein Bluttest sinnvoll sein, denn während einer Schwangerschaft ist eine Impfung gegen Röteln nicht möglich. Steckt sich eine werdende Mutter in einem frühen Stadium der Schwangerschaft mit Röteln an, kann es zu schweren gesundheitlichen Schäden beim Baby kommen.

Impfpass ausstellen lassen Kosten

Die Kosten für einen neuen Impfpass übernehmen seit 2016 die Krankenkassen.

Tipp für die Zukunft: Impfausweis einscannen und an sicherem Ort speichern.