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Schnake Tipps zum Schutz vor dem Mückenstichen

Kaum ist das Wetter schön, sind sie da: Mücken, Schnaken und Stechmücken. Was dagegen hilft und wie Sie den Sommer ohne Jucken überstehen.

Stand: 04.06.2019

Eine Stechmücke sticht in die Haut eines Mannes. | Bild: picture-alliance/dpa

1. Mehr Alkohol – mehr Stiche

Wen Mücken als Opfer ansteuern, entscheiden sie nach Geruch. Das "süße Blut", von dem immer wieder die Rede ist, hat allerdings keinen Einfluss darauf, wie attraktiv wir für Mücken sind. Entscheidend ist laut dem Regensburger Mückenforscher Andreas Rose der individuelle Duftcocktail auf der Haut und im Atem. Lebensmittel wie Knoblauch können diesen leider nicht so stark verändern, dass Mücken das Interesse verlieren würden. Dafür, dass Menschen mit Alkohol im Blut Mücken anziehen, gibt es aber tatsächlich Hinweise. Andreas Rose: "Versuchspersonen, die Alkohol getrunken hatten, wurden mit steigendem Promillewert tatsächlich attraktiver für Stechmücken."

2. Insektenschutz - richtig auftragen

Verdampfer für das Schlafzimmer, Sprays für den Körper oder Räucherkringel für die Gartenparty: Alle diese Mittel bieten chemischen Schutz. Grundsätzlich sagt Mückenforscher Andreas Rose: "Ich würde keines dieser Produkte über einen längeren Zeitraum anwenden." Für kurze Zeit sei der Einsatz aber in Ordnung - wenn auch nicht im Kinderzimmer.

Wer zum Anti-Mücken-Spray greift, sollte es allerdings auch richtig auftragen: Nur an wenigen Stellen aufgetupft, sticht die Mücke eben einen Zentimeter weiter. Deshalb: großzügig auftragen oder sprayen und nach einiger Zeit wiederholen. Mittel mit ätherischen Ölen helfen laut Rose meist nur in sehr großen Mengen. Ausnahme: Die Substanz TMD, die aus dem Zitroneneukalyptus gewonnen wird und etwas an Menthol erinnert. Den Geruch mögen die Mücken überhaupt nicht.

3. Vorsicht in der Nähe von Seen oder Flüssen

Alle Mücken brauchen Feuchtigkeit zum Brüten. Es gibt aber auch sogenannte Überschwemmungsmücken, die ihre Eier gezielt in Gebieten ablegen, die regelmäßig unter Wasser stehen. Durch steigendes Grundwasser und warme Luft werden die Eier "aktiviert". "Bei Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad dauert es etwa ein bis zwei Wochen und die erste Generation fliegt durch die Luft", sagt der Mückenforscher Andreas Rose. Zwar gibt es biologische Mittel, die eine solche Plage verhindern können - die sind aber nicht unumstritten, weil sie auch andere Mückenarten töten können.

4. Brutstätten der Stechmücken ausräumen

Auch gewöhnliche Stechmücken brauchen für ihre Eier feuchte Brutstätten. Wenn Sie also eine Mückenplage im eigenen Garten vermeiden wollen, decken Sie Regentonnen ab und leeren Sie regelmäßig Wassereimer und Gießkannen aus. Dort legen nämlich nicht nur die gemeinen Stechmücken ihre Eier ab, sondern auch die als Überträger von Krankheiten gefürchteten Tigermücken.

5. Was hilft gegen Mückenstiche?

Beim Stich gelangt ein Mücken-Protein unter die Haut, das die Blutgerinnung hemmt – geronnenes Blut könnte die Mücke nicht durch ihren Rüssel saugen. Durch die Reaktion des Körpers fängt der Stich an zu jucken. Ein Wundermittel dagegen gibt es leider nicht. Kühlung kann den Juckreiz kurzzeitig lindern. Und obwohl es erst einmal seltsam klingt: auch Hitze hilft. Denn bei 45 Grad wird das Protein zerstört. Aber vorsichtig vorgehen – sonst haben Sie statt eines juckenden Stichs schnell eine Brandwunde.

6. Ein kalter Winter schadet Mücken nicht

Ein besonders kalter Winter beeinflusst die Zahl der Mücken im Jahr darauf nicht. Die Eier der Überschwemmungsmücken sind kälteresistent und überwintern gut geschützt am Boden. Die ausgewachsenen Hausmücken ziehen sich dagegen an kühle und feuchte Orte zurück - zum Beispiel in Keller oder auch Höhlen. Entscheidend für das Überleben der Mücken sind vielmehr Niederschlag und warme Temperaturen im Frühjahr: Durch diese Kombination entwickeln sich die Eier schnell zu erwachsenen Mücken, die wiederum bei diesen Bedingungen länger überleben - egal, ob es im Winter davor sehr kalt war oder nicht.


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