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Borna Das Virus, das Mäuse übertragen - so schützen Sie sich

Das von Spitzmäusen übertragene Borna-Virus kann für Menschen tödlich sein. Warum vor allem Menschen in Bayern vorsichtig sein sollten und wie Sie sich schützen können.

Stand: 08.06.2022

Feldspitzmaus | Bild: picture-alliance/dpa

Das Borna-Virus ist eigentlich kein "Neuling" unter den gefährlichen Erregern, nur bis vor kurzem galt es nur für Nutztiere wie Schafe oder Pferde als gefährlich - nicht dagegen für Menschen. Dass sich an dieser Sichtweise jetzt etwas geändert hat, liegt an den häufiger auftretenden Infektionen. Laut dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) liegt die Zahl, der an der Borna'schen Krankheit erkrankten Personen (Stand Juni 2022) deutschlandweit bei sieben, davon waren fünf Personen aus Bayern.

Warum gibt es so viel Borna-Fälle in Bayern?

Auch, wenn die Zahl der Opfer zu steigen scheint: Das Risiko einer Borna-Infektion ist sehr gering. Also kein Grund zur Panik. Nach Informationen des Robert-Koch-Instituts (RKI) tritt BoDV-1 - so der wissenschaftliche korrekte Name - nur in einigen Gebieten Deutschlands auf: Er ist endemisch in Teilen Thüringen und Sachsens, und in nahezu ganz Bayern. Außerhalb Deutschlands kommt das Borna-Virus in der Schweiz, in Liechtenstein sowie in Österreich vor.

Wie wird das Borna-Virus übertragen?

Feldspitzmäuse kommen kaum in Kontakt mit Menschen.

Das Wichtigste vorab: Gesichterte Erkenntnisse über den genauen Übertragungsweg des Borna-Virus gibt es derzeit nicht. Als typischer Träger des Virus wurde die Feldspitzmaus (Crocidura leucodon) identifiziert, die eigentlich sehr selten ist und normalerweise nicht mit dem Menschen in Kontakt kommt. Forscher vermuten, dass sich Weide- und Nutztiere beim Fressen über Speichel, Urin und Kot erkrankter Mäuse infizieren. Menschen könnten sich theoretisch durch den Kontakt mit den Ausscheidungen infizierter Mäuse anstecken - laut LGL kann das beispielsweise über mit Ausscheidungen verunreinigte Lebensmittel oder Wasser geschehen. Auch das Einatmen kontaminierten Staubs ist als Übertragungsweg denkbar. Vorstellbar ist auch, dass andere Tiere, wie etwa Katzen, die Mäuse jagen, ein Bindeglied bei der Übertragung zum Menschen spielen. Aber all das sind derzeit nur Vermutungen. Die Übertragung von Mensch zu Mensch bis jetzt nur über transplantierte Organe belegt, auch wenn das ein sehr seltener Übertragungsweg ist. Ebenso ist die Übertragung des Borna-Virus von Heim- oder Nutztieren wie Schafen und Pferden auf den Menschen eher unwahrscheinlich.

Nicht wissenschaftlich nachgewiesen ist derzeit zudem, ob das Virus auch durch die "Verwandten" der Feldspitzmaus - die Garten- und Hausspitzmaus - übertragen werden kann.

Wie verläuft eine Erkrankung mit Borna?

Bisher sind nur wenige bestätigte Borna-Fälle bekannt. Das RKI beschreibt den Krankheitsverlauf so:

  • Anfängliche Kopfschmerzen, Fieber, allgemeines Krankheitsgefühl
  • Später neurologische Symptome wie Sprach- und Gangstörungen
  • Innerhalb weniger Tage oder Wochen fallen Patienten ins Koma; in den meisten Fällen tritt der Tod ein.

Nicht ohne Schutz anfassen - tote Maus

Das RKI empfiehlt, dass Menschen, die im Verbreitungsgebiet des Borna-Virus leben und Symptome einer "unklaren akuten Meningoenzephalitis" zeigen, eine mögliche Borna-Infektion ausschließen lassen sollten: Neben dem Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg verweist das RKI auf Universitätskliniken.

Wie kann ich mich vor dem Borna-Virus schützen?

Können auch Garten- und Hausspitzmäuse (Bild) Borna übertragen?

Angesichts der sehr geringen Zahl von Erkrankung besteht kein Grund zur Panik. Ein paar Vorsichtsmaßnahmen - die aber auch generell für den Umgang mit Wildtieren wie Mäusen gelten - können allerdings nicht schaden:

  • Spitzmäuse (aber eher die Haus- und Gartenspitzmaus) vertilgen gerne Hunde- oder Katzenfutter, das draußen für Haustiere oder Igel bereit gestellt wird. Sollten Sie im Umfeld der Futterstellen Mäusekot entdecken, lösen Sie die Futterstelle besser auf.
  • Lebende oder tote Mäuse nicht anfassen
  • Mäusekot oder auch tote Mäuse zuerst mit einem Reinigungsmittel besprühen und dann in einer geschlossenen Plastiktüte entsorgen, rät das RKI.
  • Bei (Putz-)Arbeiten in Schuppen, Ställen oder an anderen für Mäuse zugänglichen Orten besser generell Gummihandschuhe und (bei staubiger Umgebung) Atemmaske tragen.

Weiterführende Links:

Kopfschmerzen, Verspannungen, Fieber - diese Symptome können auch auf das Hantavirus hinweisen, das ebenfalls von Mäusen übertragen wird. Lesen Sie dazu: Hantavirus - So schützen Sie sich


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