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Hantavirus Mehr Hanta-Erkrankungen in Bayern: So schützen Sie sich

Sie leiden unter Kopfschmerzen? Verspannungen? Fieber? Diese Symptome können auf das Hantavirus hinweisen, das von Mäusen übertragen wird und jüngst in Bayern, vor allem im Bayerischen Wald, eine Hoch-Zeit erlebt. Was das mit dem Kellerputz oder dem Frühjahrsputz zu tun hat, steht hier.

Stand: 22.08.2019

Eine maus sitzt neben Blumen im Garten  | Bild: mauritius-images

Hantafälle 2019

2019 wurden beim Bayerischen Landesamt für Gesundheit bis Anfang August 202 Infektionen mit dem Hantavirus gemeldet. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum: 2018 wurden im gleichen Zeitraum nur 12 Infektionsfälle gemeldet.

Besonders im Bayerischen Wald breitet sich das Hantavirus zunehmend aus, dabei vor allem im Landkreis Freyung-Grafenau. Hier kam es 2019 bereits zu 64 Hantavirus-Fällen.

Hantavirus-Übertragung

Das Hantavirus wird vom Kot, dem Urin und dem Speichel der Rötelmäuse übertragen und bleibt darin laut Robert-Koch-Institut auch noch einige Tage ansteckend. Das Tückische daran ist, dass es auch zu einer Übertragung via der Atemwege kommen kann, das heißt: Sie kehren ihre Gartenlaube oder den Keller, wirbeln dabei neben Staub auch Mäusekot auf und atmen diesen ein (Tröpfcheninfektion). Auch eine Schmierinfektion ist möglich. Deswegen ist ein Mundschutz hilfreich - oder sie befeuchten den Staub ein wenig, bevor Sie ihn aufkehren. Und natürlich zählt auch Händewaschen nach Arbeiten an Orten, wo Sie Mäuse vermuten, zur Krankheitsprävention.

Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist bei den hier vorkommenden Hantavirus-Arten übrigens nicht möglich.

Hantavirus-Symptome:

Wenn Sie nach dem Auskehren des Dachbodens oder des Gartenhäuschens abruptes Fieber bekommen, welches drei bis vier Tage anhält, und dazu noch andere grippeähnliche Symptome haben, könnte es das Hantavirus sein. Sagen Sie Ihrem Arzt ruhig, dass sie zuletzt etwas ausgekehrt haben, wo Sie Mäuse vermuten.

Kopfschmerzen und Muskelverspannungen, Husten, Bauchweh, Bindehautentzündung und Rachenentzündungen können ebenfalls auftreten. Ganz selten kommt es zu Nierenschmerzen, was schlimmstenfalls auf ein hämorrhagisches Fieber (achten Sie auf Blut im Urin!) hindeuten kann. Tödlich verläuft die Krankheit nur sehr selten - die meisten Infizierten merken oft nicht einmal, dass sie sich etwas eingefangen haben.

Behandelt werden Hantavirus-Erkrankungen symptomatisch - also mit Fiebersenkern und Schmerzmitteln. Eine Impfung gibt es nicht. Aber wer sich einmal mit dem Hantavirus infiziert hat - davon geht das Robert-Koch-Institut mittlerweile aus - ist danach immun gegen diesen Virustyp.

Hantafälle 2018

2018 wurden in Bayern insgesamt 31 Hantavirus-Infektionen gemeldet - ein deutlicher Rückgang gegenüber 2017.

Hantafälle 2017

Im Jahr 2017 wurden 372 Fälle von Hantavirus-Erkrankungen in Bayern gemeldet. Zum Vergleich: Im Jahr 2013 waren es insgesamt nur 53 Fälle und 2014 nur 65 gemeldete Erkrankungen. Besonders betroffen waren laut dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit die Region um Würzburg, Teile des Bayerischen Waldes sowie die Schwäbische Alb. Doch wie kommt es zu dieser Häufung?

Das Hantavirus wird von Spitzmäusen und Nagern wie der Rötelmaus übertragen. Im Jahr davor fiel der Buchenertrag besonders gut aus - so konnten genau die Rötelmäuse, die sich sehr gerne von Bucheckern ernähren, einen besonders großen Vorrat für das Überwintern und für die Aufzucht des Nachwuchses sammeln.

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