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Podcast "Die Olympia-Protokolle: Das Attentat in München 1972"

Die BR-Journalistinnen Eva Deinert und Yvonne Maier entdeckten bei ihrer monatelangen Recherche zum Olympia-Attentat 1972 auch bisher unbeachtete und unbekannte Dokumente, die zeigen: Eine Spur haben die Behörden möglicherweise bis heute übersehen. Die vier Folgen des Podcasts rekonstruieren die Ereignisse akribisch. Sie stehen ab Freitag, 10. Juni 2022, bei BR Podcast in der Rubrik "Alles Geschichte - History von radioWissen" und in der ARD Audiothek. In "radio Wissen" auf Bayern 2 sind die "Die Olympia-Protokolle" am Montag, 8. und Dienstag, 9. August 2022, jeweils ab 9.05 Uhr zu hören.

Stand: 07.06.2022 12:05 Uhr

Olympia-Attentat 1972 - Scharfschütze | Bild: picture-alliance/dpa

Die Wettkämpfe 1972 laufen unter dem Motto "die heiteren Spiele". Und zunächst geht das Konzept auch auf. Doch die Ermittlungsakten zeigen: Schon seit Monaten hielt sich einer der Drahtzieher des Attentats in Deutschland auf und bereitete einen Anschlag vor.

Am 5. September, kurz nach 4 Uhr morgens, kletterten acht Terroristen über das Tor ins olympische Männerdorf und nahmen Sportler des israelischen Teams als Geiseln. Wie die Polizei versuchte, sich ein Bild von der Lage zu verschaffen und welche Fehler dabei passierten, das steht in den Polizeiakten. So ging die Polizei beispielsweise viel zu lange von nur fünf Geiselnehmern aus, was verheerende Folgen hatte. Eine deutsche Delegation verhandelte den ganzen Tag mit den Geiselnehmern, gleichzeitig bereitete die Polizei die Befreiung der Geiseln vor. Doch alle Pläne scheiterten katastrophal. Auf dem Militärflughafen in Fürstenfeldbruck kamen alle Geiseln ums Leben.

Bald nach dem Attentat ermittelte die Polizei einen der Drahtzieher und stieß dabei auf eine weitere Spur: Der Terrorist stand in Kontakt zu einem Münchner Lehrer, dessen palästinensischer Ehefrau und deren Schwester. Letztere wurde kurz darauf an der deutsch-französischen Grenze aufgehalten. Die Polizei befragte die Palästinenserin und ihre Münchner Verwandten, alle drei widersprachen sich in den Zeugenvernehmungen – doch das fiel anscheinend niemandem auf. Die Spur wurde fallen gelassen. Erst die Biographie des Terroristen, erschienen 1999, lieferte Hinweise darauf, welche Rolle die Unbekannte aus den Akten offenbar doch gespielt haben könnte. Diesen Faden haben die Autorinnen Eva Deinert und Yvonne Maier aufgegriffen und mit den tatsächlichen Ermittlungen laut Aktenlage abgeglichen.


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