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Was tun, wenn die Corona-Warn-App Alarm auslöst? | BR24

© picture alliance / Eibner-Pressefoto

Die Corona-Warn-App

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    Was tun, wenn die Corona-Warn-App Alarm auslöst?

    Wenn die Corona-App warnt, kommen plötzlich zahlreiche Fragen auf: Muss man sofort zum Arzt? Zu welchem Zeitpunkt ist eine Quarantäne verpflichtend? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

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    Mit einer eigens entwickelten Corona-Warn-App versucht die Bundesregierung die Pandemie in Deutschland besser in den Griff zu bekommen. Zuvor geschah die Kontaktverfolgung weitgehend analog und Infizierte mussten sich erinnern, welche Personen sie getroffen und möglicherweise angesteckt haben.

    Mitte Juni wurde nun die Corona-Warn-App eingeführt und seitdem mehr als 16 Millionen Mal auf Smartphones heruntergeladen (hier eine Anleitung, wie man die App richtig nutzt). Wird dann eine Nutzerin oder ein Nutzer positiv auf das Virus getestet und meldet das in der App, bekommen die Kontaktpersonen eine Benachrichtigung. Doch wie soll man sich in diesem Fall richtig verhalten?

    Corona-App meldet einen Risikokontakt – was zu tun ist

    Das Wichtigste: Erstmal nicht in Panik verfallen. Die Nachricht der App bedeutet nicht, dass man sich unmittelbar angesteckt hat. Sondern sie teilt einem nur mit, dass die Möglichkeit einer Ansteckung bestehen könnte, weil man laut App in den vergangenen 14 Tagen Kontakt zu einer positiv getesteten Person hatte. Und dann? Zunächst gelte es zu unterscheiden, ob man Corona-Symptome wie Husten, eine erhöhte Temperatur, Kurzatmigkeit oder den Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns habe oder nicht, sagt der Münchner Allgemeinmediziner Dr. Wolfgang Ritter.

    Keine Corona-Symptome: Ist man symptomfrei, genügt es nach einer Benachrichtigung durch die App den Hausarzt anzurufen und dort in die Infektionssprechstunde zu gehen, um sich dann auf das Virus testen zu lassen. Hausärzte bieten diese speziellen Sprechstunden zu gesonderten Zeiten oder in gesonderten Räumlichkeiten an, um die übrigen Patienten zu schützen. Auf dem Weg dorthin sollte man besser größere Menschenansammlungen meiden, also beispielsweise eher keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzen, und einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

    Symptome vorhanden: Sollte man Anzeichen für eine Infektion haben (auch leichte), ist es besser, nicht sofort das Haus Richtung Arztpraxis zu verlassen – denn so könnte man möglicherweise andere anstecken. Dann empfiehlt es sich, das weitere Vorgehen mit dem Hausarzt am Telefon zu besprechen und einen Corona-Test zu vereinbaren. Das geht auch über die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdiensts 116 117.

    Muss ich mich nach der App-Warnung verpflichtend testen lassen?

    Die Meldung eines Risikokontakts durch die Corona-Warn-App verpflichtet nicht, sich testen zu lassen. Allerdings kann ein Test Gewissheit über eine mögliche Ansteckung bringen und ist in Bayern zudem auch für Patientinnen und Patienten ohne Symptome kostenlos.

    Wartezeiten bis zum Testergebnis

    In Bayern hat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vorgegeben, dass Tests bei Verdachtsfällen oberste Priorität haben. Binnen 24 Stunden – so das Ziel – soll die Person dann getestet werden und in weiteren 24 Stunden das Ergebnis bekommen. Ohne Symptome soll ein Test innerhalb von 48 Stunden möglich sein, das Ergebnis dann nach spätestens einer Woche kommen.

    Wann das Ergebnis eines Corona-Tests aber wirklich vorliegt, kann in Bayern regional unterschiedlich sein und hängt vom Infektionsgeschehen beziehungsweise der Nachfrage nach Tests ab. Der Münchner Allgemeinmediziner Wolfgang Ritter berichtet etwa teilweise von bis zu zwei Tagen, die seine Patientinnen und Patienten mit Symptomen manchmal warten mussten. Bei symptomfreien seien es derzeit fünf oder sechs Tage.

    So sollte man die Wartezeit bis zum Ergebnis überbrücken

    Personen mit Symptomen: Für diese Personengruppe hat das bayerische Gesundheitsministerium klare Anweisungen parat: "Sie müssen sich (...) unverzüglich nach Vornahme der Testung in Isolation ("Quarantäne") begeben", teilte ein Sprecher mit. Es gilt: Zuhause bleiben, auf das Ergebnis warten und unbedingt Arzt oder Ärztin kontaktieren, wenn es einem schlechter geht. Bei stärkerem Krankheitsverlauf wird einen der Arzt oder die Ärztin gegebenenfalls ins Krankenhaus schicken.

    Keine Anzeichen für Corona: Wenn man keine Symptome aufweist, empfiehlt Allgemeinmediziner Ritter, trotzdem erstmal zuhause zu bleiben, bis das Testergebnis vorliegt. Denn: Die Inkubationszeit kann bei Corona bis zu 14 Tage betragen, man könnte also andere anstecken.

    Das Corona-Testergebnis ist negativ – was das bedeutet

    Ein negativer Test ist eine erste, aber keineswegs endgültige Entwarnung – wegen der bis zu 14-tägigen Inkubationszeit. Man darf sich allerdings wieder frei bewegen, sollte aber gängige Abstands- und Hygieneregeln beachten und einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Sollten dann in den kommenden Tagen keine Corona-Symptome auftreten, ist, so Allgemeinmediziner Ritter, normalerweise kein weiterer Test nötig. Das Risiko, dass man trotzdem infiziert ist, sei nun überschaubar. Wer wirklich hundertprozentig sichergehen will, könne aber nach sechs und 14 Tagen nochmals einen Corona-Test machen, so Ritter: "Sinnvoll wäre das nur etwa bei Lehrern oder beispielsweise Personen, die in Pflegeheimen arbeiten."

    Das Testergebnis ist positiv – das geschieht nun

    Sobald man ein positives Testergebnis hat, meldet sich das Gesundheitsamt und bespricht mit einem die weiteren Schritte. Dazu gehört die häusliche Quarantäne, ggf. müssen sich Haushaltsmitglieder und Kontaktpersonen ebenfalls testen lassen. Mitbewohner in Haus oder Wohnung sollten sich dann nach Möglichkeit immer zeitlich versetzt in Bad, Küche, Schlafzimmer und anderen Wohnräumen aufhalten. Meist beträgt die angeordnete Quarantäne 14 Tage nach Krankheitsbeginn. Die genauen Details teilt das Gesundheitsamt mit. Und für Corona-App-Nutzer wichtig: Der positive Test sollte in die App eingetragen werden, damit mögliche weitere Kontaktpersonen ebenfalls informiert werden. Dies ist allerdings keine Pflicht.

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