Zurück zur Startseite
Wissen
Zurück zur Startseite
Wissen

Vorsicht Eichenprozessionsspinner: Allergien durch Raupenhaare | BR24

© picture alliance/blickwinkel

Achtung Allergie: Alles über den Eichenprozessionsspinner

1
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Vorsicht Eichenprozessionsspinner: Allergien durch Raupenhaare

Juckender Ausschlag nach dem Spaziergang? Grund dafür können die Raupen des Eichenprozessionsspinners sein, denn sie tragen lange weiße, giftige Haare. Und diese Brennhaare können schwere allergische Reaktionen auslösen.

1
Per Mail sharen
Teilen

Die Eichenprozessionsspinner sind kleine, gefräßige Schmetterlingsraupen, die nicht nur die Eichenbäume kahlfressen, sondern auch beim Menschen schmerzende Hautausschläge und allergische Reaktionen auslösen. Denn die Haare des Eichenprozessionsspinners enthalten das Nesselgift Thaumetopoein. Voll ausgebildete Raupen besitzen etwa eine halbe Million dieser giftigen Brennhaare, die leicht abbrechen und vom Wind bis zu 200 Meter weit getragen werden können.

Die Symptome einer allergischen Reaktion

  • lokale Hautausschläge mit punktuellen Hautrötungen, leichten Schwellungen, Juckreiz und Brennen
  • Quaddelbildung am ganzen Körper
  • Reizungen an Mund- und Nasenschleimhaut
  • Bronchitis, Husten, Asthma durch das Einatmen der Haare
  • allgemeine Symptome wie Schwindel, Fieber, Müdigkeit und Bindehautentzündung
  • allergische Schockreaktionen bei sehr empfindlichen Personen

Eichenprozessionsspinner bevorzugen warm-trockene Regionen und lichte Eichenwälder. In trockenen Jahren vermehren und verbreiten sie sich massenhaft, so die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft.

© picture alliance/imageBROKER

Lockeres Gespinst der Eichenprozessionsspinner in den Blättern eines Baumes.

Die Eichenprozessionsspinner leben von Anfang an in Gruppen zusammen in eine Art Nest in Blättern und Zweigen, die locker zusammengesponnen sind. Mitte Juni dann fangen die älteren Raupen an, sich in sogenannte Gespinstnester am Stamm oder in Astgabeln zurückzuziehen und sich zu häuten.

© picture alliance / blickwinkel

Gespinstnest des Eichenprozessionsspinners an einem Eichenstamm

Von den Gespinstnestern aus machen sich die Eichenprozessionsspinner auf den Weg, um Nahrung zu suchen. Die Raupen "prozessieren" nachts in bis zu zehn Meter langen Reihen zu bis zu 30 Tieren nebeneinander zum Fressen in die Baumkrone. Morgens kriechen sie im Gänsemarsch wieder zurück ins Nest.

© picture alliance / blickwinkel

Eichenprozessionsspinner marschieren in langen Prozessionen in die Äste der Eiche, um zu fressen.

Gefahr nach dem Raupenstadium nicht vorüber

Ende April, Anfang Mai schlüpfen die Raupen und durchlaufen bis zur Verpuppung fünf bis sechs verschiedene Larvenstadien. Dabei entwickeln sie im dritten die für den Menschen gefährlichen Härchen. Diese sogenannten Brennhaare wachsen auf dem Hinterleib der Falter. Ihr Giftstoff soll sie vor Vögeln und anderen Fressfeinden schützen.

Die Allergie-Gefahr für den Menschen überdauert aber die Raupenzeit, weil auch die Raupenhüllen und die Gespinstnester Allergie-Auslöser sind. Die Brennhaare bleiben über mehrere Jahre giftig - und lauern im Unterholz. Sie haften an Kleidung und Schuhen und können immer neue allergische Reaktionen hervorrufen.

© picture alliance/WILDLIFE

Eichenprozessionsspinner

Bei Kontakt: Sofort duschen

Sammelt man die Haare beim Wandern auf (Schuhe, Kleidung), können sie also immer neue allergische Reaktionen auslösen. Experten raten daher, Eichen mit Raupennestern zu meiden. Kommt es doch zu einem Kontakt mit Raupenhaaren, sollte man sich umziehen, duschen und die Haare waschen. Die Kleidung muss in die Waschmaschine. Bei Ausschlag oder Atemnot sollte man sofort zum Facharzt gehen.

© (c) dpa

Warnschild vor Eichenprozessionsspinnern

Kinder warnen und schützen:

Kinder sollte man unbedingt auf die Gefahr durch die langhaarigen Raupen hinweisen. Sie sollten in Eichenwäldern nicht durchs Unterholz streifen und auch nicht auf Eichen klettern.

  • Befallene Bäume erkennt man an den abgefressenen Blättern und am weiß-gräulichen Gespinst in den Ästen.
  • Raupen und Gespinsthüllen auf keinen Fall berühren.
  • Bei befallenen Bäumen keine Holzarbeiten vornehmen.
  • Bei Kontakt mit Raupenhaaren: Duschen und Haare waschen, Kleidung in die Waschmaschine. Gegebenenfalls auch die Bettwäsche waschen.
  • Bei Ausschlag nicht kratzen: So geraten die Haare nur tiefer in die Haut.
© BR

Thaumetopoea processionea lautet der lateinischer Name. Der unscheinbare Nachtschwärmer verursacht allerdings heftige Schäden. In Nordschwaben hilft gegen den Eichenprozessionsspinner angeblich nur noch der Insektizid-Einsatz vom Hubschrauber aus.