BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Flug zur ISS misslungen - Starliner zurück auf der Erde | BR24

© Bill Ingalls/NASA/AP/dpa

Die Landung der Raumkapsel Starliner von Boeing in der Wüste des US-Staats New Mexico war erfolgreich, der Flug weniger.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Bildergalerie

Flug zur ISS misslungen - Starliner zurück auf der Erde

Die Boeing-Raumkapsel Starliner sollte eigentlich zur Internationalen Raumstation ISS fliegen. Doch sie bog in eine eine falsche Umlaufbahn ein und erreichte deshalb nicht ihr Ziel. Nach zwei Tagen im All kehrte die Kapsel zur Erde zurück.

Per Mail sharen

Die Starliner-Kapsel schlug am 22. Dezember am frühen Morgen (Ortszeit) bei Dunkelheit auf der White Sands Missile Range des US-Militärs auf. Zu sehen war drei rote, weiße und blaue Fallschirme sowie Airbags, die sich als Abfederung rund um die Kapsel öffneten. Die Bodenkontrolle bezeichnete die Landung als erfolgreich.

Testflug mit Dummy

Seit das Space Shuttle Atlantis am 21. Juli 2011 auf der Erde landete, können Astronauten nur mit russischen Sojus-Kapseln die Internationalen Raumstation ISS erreichen. Die US-Raumfahrtagentur NASA hat deshalb 2014 die Unternehmen Boeing und SpaceX beauftragt, Raumkapseln zu entwickeln, mit denen Astronauten zur ISS fliegen können.

Falsche Umlaufbahn

Am 20. Dezember startete eine Kapsel von Boeing zu einem Testflug zur ISS ins All. Der CST-100 Starliner (CST für Crew Space Transportation) hob mit einer Atlas V-Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral ab. An Bord waren keine Astronauten, sondern nur eine Dummy-Puppe. Die Fracht bestand aus Weihnachtsgeschenken, Kleidung und Lebensmitteln für die Besatzung der ISS. Der Start verlief zunächst reibungslos, doch nach etwa einer halbe Stunde tauchten Probleme auf. Offenbar hatte sich die Uhr der Kapsel sich nicht mit der Uhr der Trägerrakete synchronisiert. Deshalb verfeuerte die Kapsel zu viel Treibstoff beim Versuch, die richtige Erdumlaufbahn zu erreichen, so dass für ein Rendezvous mit der ISS nicht mehr genug übrig war.

"Es war nur ein Testflug"

Mit Astronauten an Bord wäre so etwas nicht passiert, betonten NASA und Boeing in der gemeinsamen Pressekonferenz nach dem Start. Diese hätten eingreifen können und wären somit nicht gefährdet gewesen. Überhaupt sei beim Starliner ein so hohes Niveau an Automatisierung erreicht, dass man sich über all das freue, was bei dem Testflug nicht schief gegangen sei - und das sei das meiste, so NASA-Chef Jim Bridenstine.

© Boeing

Starliner soll Astronauten zur ISS bringen und die USA unabhängig von den russischen Sojus-Kapseln machen.

© NASA

Starliner an Bord der Atlas-V-Rakete am Weltraumbahnhof, kurz vor dem ersten Start am 20. Dezember 2019

© Boeing

Raumkapsel CST-100 Starliner auf einer Atlas V-Rakete vor dem ersten Start

© NASA/Cory Huston

CST-100 Starliner auf dem Weg zur Startrampe

Der Starliner kann nicht nur Fracht, sondern auch Passagiere transportieren. Maximal sieben Astronauten haben in der Kapsel Platz. Bei weniger Passagieren bleibt entsprechend mehr Platz für Frachtgut. Beim gescheiterten Testflug zur ISS waren keine Astronauten an Bord, sondern nur eine Testpuppe. Bei einem kommenden Testflug sollen drei Astronauten zur ISS fliegen. Die Starliner-Kapsel kann bis zu zehn Mal wiederverwendet werden. Laut Hersteller Boeing gibt es an Bord auch kabelloses Internet und Tablets zur Bedienung des Bordcomputers.

Nicht nur Boeing, auch das Raumfahrtunternehmen SpaceX will Astronauten im Auftrag der NASA ins All zu bringen. Im März 2019 flog die SpaceX-Kapsel Crew Dragon ohne Besatzung zur ISS und dockte an diese an. Nach fünf Tagen kehrte sie zur Erde zurück und landete im Atlantik.