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Suizidrate unter Schülern steigt nach Ferienende | BR24

© picture alliance/dpa Themendienst

Verzweifelter Schüler - Symbolbild

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    Suizidrate unter Schülern steigt nach Ferienende

    Jedem achten Todesfall unter Jugendlichen in Deutschland liegt ein Suizid zugrunde. Die Gründe sind vielfältig. Auffällig ist aber, dass sich die Suizidrate an den ersten zwei Schultagen nach Ferienende deutlich erhöht.

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    Die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Schüler das Leben nimmt, ist an den ersten beiden Tagen nach Ende der Ferien um 30 Prozent erhöht. Während der Schulferien dagegen sinkt die Wahrscheinlichkeit eines Schüler-Suizids um 19 Prozent. Das deutet darauf hin, dass ein gewisser Zusammenhang zwischen Schule und psychischen Krisen von Jugendlichen besteht, sagt Dörte Heger, Gesundheitsökonomin am Leibniz-Institut für Wirschaftsforschung (RWI).

    Mehr Schüler als Schülerinnen wählen den Freitod

    Rund 221 Jugendliche zwischen sechs und 19 Jahren verüben in Deutschland pro Jahr Suizid, darunter deutlich mehr Schüler als Schülerinnen. In Deutschland legen Männer im Durchschnitt etwa dreimal so häufig Hand an sich wie Frauen. Im Jahr 2017 waren etwa zehn Prozent der Menschen, die ihr Leben beendeten, jünger als 30 Jahre.

    Schüler-Suizide - Gezielt Prävention betreiben!

    Es ist unklar, aus welchen Gründen genau sich Jugendliche vermehrt nach Ferienende das Leben nehmen. Dörte Heger vom RWI plädiert dafür, dass besonders in der sensiblen Phase nach Ferienende Suizid-Prävention an Schulen betrieben und auf Hilfsangebote hingewiesen werden sollte - wie zum Beispiel auf die "Nummer gegen Kummer", die 116 111 (Montag bis Samstag 14.00 bis 20.00 Uhr). Die Studie des RWI wurde im September 2019 im Magazin "Ruhr Economic Papers" (#820) veröffentlicht. Der Auswertung liegen Daten der deutschen Todesursachenstatistik der Jahre 2001 bis 2015 zugrunde.

    "In jedem Fall sollten Eltern, Lehrer und Akteure der Bildungspolitik die psychische Verfassung der Schüler und die Gefahren von Mobbing und Schulstress noch stärker in den Blick nehmen, insbesondere an den ersten Tagen nach den Ferien." Dörte Heger, Gesundheitsökonomin am Leibniz-Institut für Wirschaftsforschung (RWI)