BR24 Logo
BR24 Logo
Wissen

Die Robinie ist der Baum des Jahres 2020 | BR24

© picture-alliance/dpa

Der Baum des Jahres 2020: die Robinie

2
Per Mail sharen
Teilen

    Die Robinie ist der Baum des Jahres 2020

    Die Robinie ist zum Baum des Jahres 2020 gekürt worden. Doch sie ist ein umstrittener Baum, denn in der Umgebung dieser Einwanderin haben es manche Arten nicht leicht. Dennoch könnte die Robinie eine wichtige Rolle im Wald der Zukunft spielen.

    2
    Per Mail sharen
    Teilen

    In Städten, Alleen oder Parkanlagen ist die Robinie häufiger zu sehen und besonders in ihrer Blütezeit ein schöner, auffälliger Baum: In Trauben hängen dann ihre zarten, weißen Blüten von den Zweigen wie Fliederbüschel. Von den Bienen wird die Robinie sehr geschätzt - und bei Menschen wiederum der Robinien-Honig.

    Robinienholz ist beliebt

    Auch das Holz der Robinie ist beliebt, weil es sehr hart und zugleich biegsam ist. Daher eignet es sich für Holzspielzeug, aber auch im Schiffs- oder Möbelbau. Für Gartenmöbel ist Robinienholz eine gute Alternative zu Tropenholz. Robinien werden bis zu 25 Meter hoch und können über hundert Jahre alt werden.

    Eigendüngung durch Symbiose mit Bakterien

    Die eigentliche Besonderheit des Baums ist jedoch unter der Erde verborgen: Robinien leben in einer interessanten Symbiose mit Bakterien: Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln binden Stickstoff aus der Luft und versorgen den Baum dadurch mit Nährstoffen - eine Art Eigendüngung der Robinie. Dadurch kommt sie auch auf kargen, stickstoffarmen Böden gut zurecht. Allerdings mit fatalen Folgen für andere pflanzliche Magerwiesen-Bewohner: Die gehen ein, wo eine Robinie steht.

    © picture-alliance/dpa/Klett

    Knöllchenbakterien an der Wurzel der Robinie versorgen den Baum mit Stickstoff.

    Robinien sind umstritten, weil sie nicht heimisch sind

    Daher ist die Robinie auch ein sehr umstrittener Baum: Sie steht auf der Liste invasiver Arten, denn Robinien sind bei uns nicht heimisch. Erst im 17. Jahrhundert wurden sie aus Nordamerika als Zierbaum hierzulande eingeführt und erstmals angeblich im barocken Lustgarten des Berliner Stadtschlosses gepflanzt. Heute ist die Robinie auch ein bewährter Straßen- und Alleebaum, weil sie Salz und Luftverschmutzung standhalten kann.

    Sondergenehmigung oder Baum der Zukunft?

    In freier Natur darf die Robinie bei uns nur mit Sondergenehmigung gepflanzt werden, denn als Neophyte könnte sie auch heimische Arten verdrängen. In einzelnen Bundesländern wie Brandenburg gibt es zwar ganze Robinienforste, doch sonst ist der Baum in unseren Wäldern selten. Das könnte sich aber ändern: Im Wald der Zukunft könnten Robinien eine größere Rolle spielen, da sie mit zunehmender Trockenheit durch den Klimawandel besser zurechtkommen als viele heimische Bäume.

    Arten des Jahres 2020

    Wie man an der Robinie sieht, sind die Pflanzen- und Tierarten, die zu den Arten des Jahres gekürt werden, nicht immer gefährdet. Manchmal haben sie einfach nur besondere Eigenschaften, wie bei der Robinie die Symbiose mit den Bakterien. Oder sie sind bemerkenswert, weil sie einmal eine größere Rolle spielen könnten. Zu den Arten des Jahres 2020 sind bislang der Fieberklee als Blume des Jahres, das Breitblättriges Knabenkraut als Orchidee des Jahres, der Stinkmorchel als Pilz des Jahres und die Turteltaube als Vogel des Jahres gewählt worden.