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Marsmission: China startet zu seiner ersten Landung auf dem Mars | BR24

© Bayerischer Rundfunk

Nach den Vereinigten Arabischen Emiraten hat heute China eine Rakete Richtung Mars geschickt. Ende Juli wollen dann auch die USA zum roten Planeten aufbrechen.

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Marsmission: China startet zu seiner ersten Landung auf dem Mars

Mit seiner ersten Landung auf dem Roten Planeten will China mit den USA gleichziehen. Es ist ein riskantes Unternehmen, denn Marsmissionen sind schon häufig gescheitert. China schickt sowohl einen Orbiter als auch einen Rover auf den Weg.

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Nach den Vereinigten Arabischen Emiraten, die am 20. Juli 2020 ihre Raumsonde Hope zum Mars geschickt haben, hat auch China am 23. Juli erfolgreich ein Raumschiff zum Mars gestartet. Die Rakete vom Typ "Langer Marsch 5" hob vom Raumfahrtbahnhof in Wenchang auf der südchinesischen Insel Hainan ab.

China will mit seiner ersten eigenen Mars-Mission auf dem Roten Planeten landen. 2011 gab es bereits einen gescheiterten Versuch in Kooperation mit einer russischen Mission. Das neue, fünf Tonnen schwere Raumschiff "Tianwen-1" ("Fragen an den Himmel") besteht aus einem Orbiter, einem Landegerät und einem Gefährt von der Größe eines Golfplatzfahrzeugs.

Riskantes Mars-Unternehmen erfolgreich gestartet

Mit der Mars-Mission will China nach den USA die zweite Nation werden, die erfolgreich auf dem Mars landet und auch noch einen Rover betreibt. Der Leiter des Kosmodroms, Zhang Xueyu, sagte im staatlichen Fernsehsender CCTV, der Start sei erfolgreich verlaufen. Das Raumschiff habe seine vorbestimmte Bahn erreicht und sei erfolgreich auf dem Weg zum Mars.

"Ich denke, dass China das wie jeder andere schaffen kann, aber der Mars ist schon eine Herausforderung. Die Landung ist besonders riskant. Der Mars hat eine sehr dünne Atmosphäre, was bedeutet, dass die Fallschirme nicht so viel bremsen, wie es nötig wäre. Einige Raumschiffe haben auf der Reise zum Mars gut funktioniert, aber sind dann an der Landung gescheitert", sagte der australische Raumfahrt-Experte Morris Jones der Deutschen Presse-Agentur.

Ehrgeiziges Raumfahrtprogramm der Chinesen

Von 18 Landeversuchen waren bisher nur zehn erfolgreich - allein neun durch die USA. Russland gelang zwar 1971 die Landung der Mars 3, doch aufgrund eines Staubsturms brach der Kontakt 20 Sekunden nach dem Aufsetzen ab. Die Reise der chinesischen Sonde zum Roten Planeten wird sieben Monate dauern. Sie soll im Februar 2021 ankommen. Dann soll ein Landegerät auf der Mars-Oberfläche aufsetzen und sie untersuchen.

Die Volksrepublik möchte aber noch mehr im Weltall erreichen: Unter anderem will sie 2022 eine eigene Raumstation namens "Tiangong" ("Himmelspalast") im All in Betrieb nehmen und 2030 erstmals einen Raumfahrer auf den Mond schicken sowie dort eine dauerhafte Station errichten.

Landemanöver auf dem Roten Planeten, das es in sich hat

Eine Landung auf dem Mars gilt in NASA-Kreisen als die "sieben Minuten des Terrors". Das Landegerät ist in diesen Minuten auf sich allein gestellt und muss seine Geschwindigkeit von 20.000 Kilometer pro Stunde praktisch komplett abbremsen. Da der Mars im Gegensatz zum Mond eine Atmosphäre besitzt, ist ein Hitzeschild notwendig. Das chinesische Landegerät soll mit Hilfe des Fallschirms und der Raketendüsen etwa 100 Meter über der Oberfläche schweben, zunächst den besten Landeort auskundschaften und dafür seine Position anpassen.

Eine von drei Mars-Missionen in 2020

Chinas Mission ist eine von drei Flügen zum Mars in diesem Sommer. Im Juli und August ist der Mars der Erde am nächsten - eine Konstellation, die es nur alle zwei Jahre gibt. Am 20. Juli haben die Vereinigten Arabischen Emirate mit Hilfe einer japanischen Rakete schon die erste arabische Mars-Sonde ins All geschickt. Sie soll aber nicht landen. Am 30. Juli 2020 folgen die USA, die den Rover "Perseverance" ("Durchhaltevermögen") auf den Mars bringen wollen.

Alle drei Raumschiffe sollen im Februar 2021 beim Mars sein. China will die Landung erst zwei, drei Monate danach versuchen. Während der Orbiter den Mars umrundet, soll das Landegerät auf flacher Oberfläche in der Marsgegend Utopia Planita aufsetzen. Dort in der flachen, glatten Ebene war 1976 bereits die amerikanische Viking 2-Sonde gelandet. Zusammen mit Viking 1 schickten die beiden Raumsonden mehr als 50.000 detaillierte Fotos, die zeigen, dass es auf dem Mars keine Anzeichen von Leben gibt.

Instrumente an Bord des Rovers sollen den Mars erforschen

Der solarbetriebene, 240 Kilogramm schwere Rover der Chinesen soll die Oberfläche mindestens neunzig Tage erforschen. Er ist doppelt so schwer wie Chinas Mond-Rover "Yutu", aber nur ein Viertel des amerikanischen Gefährts "Perseverance", das die Größe eines Kleinwagens hat und als das bisher fortschrittlichste weltweit gilt.

Chinas Rover hat ein Bodenradargerät (Ground Penetrating Radar, GPR) an Bord, das unter der Oberfläche nach möglichen Spuren von Wasser und mikrobiologischen Kulturen suchen kann. Auch soll es Magnetfeld und Atmosphäre des Mars erforschen. In einer Entfernung von bis zu 400 Millionen Kilometer werden die Daten dann zur Erde gefunkt. Dabei wird der Orbiter als Kommunikationsrelais verwendet. In China wurden extra zwei große Antennenschüsseln gebaut, um die Signale zu empfangen.

© dpa-Bildfunk/Cai Yang/XinHua

China startet Rakete für seine erste Landung auf dem Mars

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