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In GB ist eine ansteckendere Variante des Corona-Virus aufgetaucht. Es ist bis zu 70 Prozent ansteckender als die bisher bekannte Form des Virus. Infektiologen gehen aber davon aus, dass die entwickelten Impfstoffe trotzdem wirken.

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Wie gefährlich sind Mutationen des Coronavirus?

Viren verändern sich, wenn sie sich vermehren - auch das Coronavirus. Dadurch kann es ansteckender oder auf andere Art gefährlicher werden. Auf die Wirksamkeit von Impfstoffen haben Mutationen aber mit größter Wahrscheinlichkeit keinen Einfluss.

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Von
  • Jan-Claudius Hanika

Viren benutzen Zellen von Lebewesen, um sich zu vermehren. Sie haken sich an bestimmten Rezeptoren an der Oberfläche der Zelle fest, dringen in sie ein und zwingen sie dazu, anstelle ihrer ursprünglichen Aufgabe weitere Kopien des Virus zu produzieren.

Dabei können Fehler passieren: Das Virus-Erbgut wird nicht identisch kopiert, sondern hat kleine Abweichungen. Solche Veränderungen im Erbgut heißen Mutationen. Meistens haben sie keine erkennbare Wirkung auf das Virus oder verschlechtern seine Weiterverbreitungsmöglichkeiten sogar. Es ist aber auch möglich, dass eine Mutation das Virus gefährlicher macht.

Was macht Mutationen gefährlich?

Eine Mutation kann Krankheitserreger wie das Coronavirus auf drei verschiedene Arten gefährlicher machen: Sie kann seine Verbreitung beschleunigen, etwa wenn Infizierte mehr Viren verbreiten als dies bei der ursprünglichen Virusvariante der Fall war. Zweitens kann eine Mutation den Krankheitsverlauf verschlimmern und drittens die Wirksamkeit von Impfstoffen und Medikamenten verschlechtern.

Wie viele Mutationen des Coronavirus gibt es?

Bereits Anfang September verzeichneten Forscher über 12.000 Varianten des Coronavirus SARS-CoV-2. Auf den Verlauf der Pandemie hatte keine von ihnen Einfluss. Eine Viruslinie mit der Bezeichnung D614G setzte sich im Lauf des Jahres weltweit als erfolgreichste durch. Das könnte daran liegen, dass diese Variante von SARS-Cov-2 leichter übertragbar ist als die Ursprungsform. Allerdings ist nicht klar, ob D614G so weit verbreitet ist, weil die Virusvariante bestimmte Eigenschaften hat, oder ob sie nur zufällig als erste nach Europa und in andere Regionen der Welt eingeschleppt wurde.

Können Mutationen des Coronavirus die Entwicklung von Impfstoff beeinflussen?

Der Beginn der Impfungen gegen Sars-CoV-2 nährt gerade die Hoffnung, der Pandemie in naher Zukunft Herr zu werden. Eine Mutation des Coronavirus, wie sie bei Nerzen in Dänemark entdeckt wurde, löste hingegen die Sorge aus, diese könnte die Wirksamkeit dieser Impfungen wirkungslos machen.

Impfstoffe wie der von Biontech und Pfizer rufen jedoch eine Immunantwort des Körpers hervor, die das Virus an mehreren Stellen angreift. Daher ist es unwahrscheinlich, dass eine einzelne Mutation den Schutz eines Impfstoffs aufhebt.

Was bedeuten Mutationen für die Zukunft?

Viren mutieren ständig, meistens allerdings ohne Folgen. Trotzdem muss im Auge behalten werden, ob es nicht doch zu Mutationen kommen könnte, die das Virus gefährlicher machen. Die Wahrscheinlichkeit dafür wächst mit der Zahl der Mutationen, und die ist davon abhängig, wie verbreitet das Virus ist.

Wenn viele das Virus in sich tragen und weitergeben, gibt es auch viele Viren, die mutieren können. Vor diesem Hintergrund ist auch die Keulung aller Nerze in Dänemark zu sehen. Deren Variante des Coronavirus ist vermutlich sogar weniger gefährlich als die verbreite Variante D614G. Da die Tiere aber auf engem Raum gehaltenen wurden und weder Masken tragen noch sich an Abstandsregeln halten, hätte sich das Virus rasch verbreiten und dabei mutieren können.

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