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FAQ Corona: Was wir bisher wissen | BR24

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Coronavirus FAQ: Die wichtigsten Fragen und Antworten

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FAQ Corona: Was wir bisher wissen

Wie gefährlich ist das Coronavirus? Wie lässt sich die Ausbreitung eindämmen? Welche Symptome zeigen sich bei einer Covid-19-Erkrankung? Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Coronavirus.

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Ein drei viertel Jahr Coronavirus – ein drei viertel Jahr mit immer neuen Untersuchungen und Studien zu dem Virus SARS-CoV-2 und der daraus resultierenden Erkrankung Covid-19. Auch nach diesem neun Monaten halten noch wenige Ergebnisse einer wissenschaftlichen Überprüfung wirklich stand.

Hier ein Überblick über den derzeitigen Wissensstand.

Woher stammt das Coronavirus SARS-CoV-2?

Das Virus wurde vom Tier auf den Menschen übertragen. Das bedeutet, dass Covid-19 eine sogenannte Zoonose ist. Als Ausgangspunkt gilt ein Markt in der Stadt Wuhan in China, auf dem auch Wildtiere verkauft wurden.

Wie wird das Coronavirus übertragen?

Das Coronavirus SARS-CoV-2 wird von Mensch zu Mensch übertragen. Dies geschieht meist durch Tröpfcheninfektion insbesondere beim Husten oder Niesen. Die Viren können über die Schleimhäute der Nase, des Mundes und der Bindehaut der Augen ins Innere des Körpers gelangen. Das kann beispielsweise geschehen, wenn man angehustet wird und sich danach ins Gesicht und an Nase oder Mund fasst.

Übertragungsweg Aerosole

Eine weitere Infektionsquelle sind Aerosole. Aerosole entstehen beim Atmen und Sprechen - und besonders beim Singen und Schreien. Eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Infektion durch Aerosole auch über eine Distanz von mehr als zwei Metern besteht laut Robert Koch-Institut (RKI) "in kleinen, schlecht oder nicht belüfteten Räumen (...) insbesondere dann, wenn eine infektiöse Person besonders viele kleine Partikel (Aerosole) ausstößt und exponierte Personen besonders tief einatmen." Effektives Lüften reduziert die Aerosolkonzentration und damit das Infektionsrisiko. Sehr gering ist die Übertragungswahrscheinlichkeit im Freien, wenn man den Mindestabstand einhält.

Ein Sonderfall sind sogenannte Superspreader. Das sind Infizierte, die unbemerkt ganz viele andere Menschen anstecken. Gerade bei Sars-CoV-2 ist das gut möglich, da ein Infizierter schon vor dem ersten Auftreten von Symptomen andere anstecken und die Viren verteilen kann. Leider kann man nicht feststellen, wer zum Superspreader werden könnte, wenn derjenige selbst nicht mal merkt, dass er gerade hochgradig ansteckend ist. Aber - und das ist die gute Nachricht - man kann diese Superspreading-Events in geschlossenen Räumen vermeiden, in denen sich das Virus besonders gut verbreiten könnte. Im Zweifel hilft ein Mund-Nasen-Schutz.

Wie ansteckend sind Kinder denn nun?

Und dann ist da noch das heiß diskutierte Thema "Kinder und Corona", gewissermaßen auch ein Sonderfall. Es gibt inzwischen mehrere Studien, die sich mit der These beschäftigen, ob Kinder sich genauso häufig mit dem Coronavirus infizieren, aber nicht so schwer erkranken wie Erwachsene. Eine eindeutige Antwort gibt es dazu immer noch nicht. Derzeit scheint es so, als ob Kinder keine Infektionstreiber seien. Derzeit laufen die Studien noch, Ergebnisse werden erst 2021 da sein.

Wie lange halten sich die Viren auf Oberflächen?

Eine Infektion durch Viren, die sich auf einer Oberfläche befinden, ist bisher nicht nachgewiesen, aber wahrscheinlich möglich. In der unmittelbaren Umgebung von SARS-CoV-2-Infizierten wurden Viren nachgewiesen, die sich vermehren konnten. In Laborexperimenten konnten sich infektiöse Viren stunden- oder tagelang auf Kunststoff und Edelstahl halten. Allerdings fiel ihre Zahl im Laufe der Zeit deutlich ab. Der Nachweis einiger lebensfähiger Viren auf einer Oberfläche im Labor bedeutet zudem nicht, dass es in der Realität zu einer Infektion kommt. Ähnliches gilt für die Infektionsgefahr über Körperausscheidungen. Bei Untersuchungen wurden vermehrungsfähige Viren im Stuhl von Infizierten nachgewiesen, allerdings selten.

Wie ansteckend ist das Coronavirus?

Ein SARS-CoV-2-Infizierter steckt ungefähr drei weitere Personen an, wenn keinerlei Maßnahmen unternommen werden, um die Ausbreitung zu bremsen. Diesen Wert hält die Basisreproduktionszahl R0 fest, die bei SARS-CoV-2 bei etwa 3 liegt. Das Coronavirus ist damit ansteckender als Influenza-Viren, aber deutlich weniger als Masern-Viren.

Was schützt vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus?

Längere Zeit war die Wirkung eines Mund-Nasen-Schutzes umstritten. Selbst die WHO hat zu Beginn der Pandemie gezögert, eine uneingeschränkte Empfehlung für eine Alltagsmaske auszusprechen. Mittlerweile gehört sie zu der von der Bundesregierung dringend empfohlenen AHAL-Regel: Abstand, Hygiene, Atemmaske, Lüften.

Darüber hinaus gibt es Verhaltensweisen, die die Gefahr einer Infektion mit dem Coronavirus, aber auch mit den Erregern von Erkältungen oder Grippe verringern:

  • Halten Sie Abstand zu Menschen, die nicht im selben Haushalt leben wie Sie selbst. Schütteln Sie niemandem die Hand.
  • Meiden Sie Menschenansammlungen.
  • Lüften Sie häufig daheim und am Arbeitsplatz.
  • Waschen Sie sich regelmäßig und gründlich die Hände.
  • Fassen Sie sich nicht ins Gesicht.
  • Niesen und husten Sie in die Armbeuge und nicht in die Hand.
  • Benutzen Sie Einmaltaschentücher und entsorgen Sie diese unmittelbar nach Gebrauch in einem Mülleimer mit Deckel.

Wo steckt man sich an?

"Neben einzelnen spektakulären und bundesweit bekannt gewordenen großen Ausbrüchen sind es insbesondere Übertragungen im familiären und häuslichen Umfeld, die nicht unbedingt zu vielen Folgefällen führen und nur wenige Fälle pro Ausbruch aufweisen, aber offensichtlich sehr häufig vorkommen", heißt es in einer vom Robert-Koch-Institut (RKI) Ende August 2020 veröffentlichten Studie zu den Ansteckungswegen mit dem Coronavirus. Inzwischen wissen wir also schon ein wenig mehr darüber, wo sich Menschen in Deutschland mit dem Coronavirus angesteckt haben. Allerdings kann auch das RKI lediglich 27 Prozent der Infektionen einem konkreten Ausbruchsort zuordnen.

Inzwischen haben sich auch mehrere Übersichtsstudien mit der Wirksamkeit von verschiedenen Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus beschäftigt:

Wie lange ist die Inkubationszeit bei SARS-CoV-2?

Zwischen der Ansteckung mit dem Coronavirus bis zum Auftreten der ersten Symptome vergehen durchschnittlich 5 bis 6 Tage. Die Inkubationszeit beträgt erfahrungsgemäß längstens 14 Tage. Infizierte müssen sich daher für zwei Wochen in Quarantäne begeben. Erst dann sind sie nicht mehr ansteckend. Ansteckend sind sie übrigens schon einige Tage vor den ersten Krankheitszeichen, das ist das Tückische an dem Virus.

Was sind die Symptome von Covid-19?

Das Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht die Krankheit Covid-19. Der Verlauf kann je nach Patient sehr unterschiedlich sein: Manche haben keinerlei Symptome, andere bekommen dagegen eine schwere Lungenentzündung, die tödlich enden kann. In den meisten Fällen nimmt jedoch die Krankheit einen milden bis moderaten Verlauf. Häufige Symptome sind Husten und Fieber, außerdem Halsschmerzen, Atemnot, Kopf- und Gliederschmerzen. Viele Patienten berichten auch von Störungen des Geschmacks- und des Geruchssinns. Weitere Symptome von Covid-19 sind Schnupfen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Bindehautentzündung, Hautausschlag, Lymphknotenschwellung, Apathie und starke Schläfrigkeit.

Je älter die Patienten sind und je mehr Vorerkrankungen etwa an Herz und Lunge sie haben, desto häufiger ist ein schwerer Verlauf, bei dem es zu einer tödlichen Lungenentzündung kommen kann. In Deutschland leben rund 22 Millionen Menschen mit relevanten Vorerkrankungen. Infizieren sich viele von ihnen auf einmal, könnte das die Krankenhäuser überlasten. Von den Patienten, die auf der Intensivstation beatmet werden mussten, sind je nach Alter zwischen 30 und 60 % verstorben. Männer müssen in Schnitt doppelt so häufig beatmet werden wie Frauen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass einer von 167 Infizierten an Covid-19 verstirbt.

Wie und wo kann man den Corona-Test machen?

Man sollte niemals ohne Ankündigung in Testzentren oder zum Arzt gehen. Vorher sollte entweder der Hausarzt telefonisch kontaktiert werden, oder aber man kann mit mit der 116 117 auch noch die Hotline des Kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes anrufen. Bislang wird vor allem die sogenannte PCR-Methode von Laboren verwendet, da sie die zuverlässigsten Ergebnisse liefert. Diese Art von Test ist derzeit in Bayern kostenfrei.

Das Problem bei den Tests ist, dass die PCR-Methode nur aktuelle Erkrankungen in einem bestimmten Zeitfenster und bei genug hoher Virenlast anzeigt. Der Antikörpertest zeigt an, ob man bereits eine Infektion durchgemacht hat, aber auch nur bei genug hoher Virenlast.

© Bayerischer Rundfunk

PCR-Tests, Antikörpertests, Schnelltests. Viele Arten von Tests sind in Umlauf, mit denen eine akute Infektion mit Covid-10 beziehungsweise eine überstandene Infektion festgestellt werden kann.

Risikogruppen - Wer ist durch das Coronavirus gefährdet?

Covid-19 kann auch bei Menschen einen schweren Verlauf nehmen, die jung und ohne Vorerkrankungen sind. Die Gefahr für Komplikationen steigt allerdings mit dem Alter ab etwa 50 bis 60 Jahren. Weitere Risikofaktoren sind starkes Übergewicht, chronische Vorerkrankungen von Lunge, Leber, Niere, Herz und Kreislauf, Diabetes mellitus und Krebs sowie ein geschwächtes Immunsystem. Auch die Blutgruppe könnte Einfluss haben.

Selten, aber vorgekommen: Menschen stecken Haustiere an

Es gibt nicht viele Fälle, aber es ist schon vorgekommen, dass Menschen Tiere angesteckt haben: und zwar Haustierbesitzer ihre Katze oder ihren Hund sowie Zoowärter Tiger im Tierpark. Vor allem Tiere, die zu den Katzenartigen gehören, sind gefährdet. Nutztiere wie Rinder sind nur wenig empfänglich für das Coronavirus, Schweine und Geflügel gar nicht. Das wurde getestet. Der Mensch hat sich das Coronavirus zwar wahrscheinlich über andere Tiere von der Fledermaus eingefangen, dann spricht man von einer Zoonose, eine Rückansteckung ist aber bisher nicht nachgewiesen. Bei Infektionen von Nerzen in Nerzfarmen in den Niederlanden, Spanien und Dänemark haben wohl Menschen zuerst die Tiere angesteckt und die Tiere die Menschen dann mit einem mutierten Coronavirus. Mehr Infos finden Sie hier:

Was ist zu tun bei Kontakt zu einer infizierten Person?

Hatte man Kontakt zu einer infizierten Person, dann könnte man ansteckend sein, auch wenn man keine Symptome hat. Das gilt insbesondere dann, wenn man mindestens 15 Minuten direkten Kontakt mit der infizierten Person hatten, etwa im Rahmen eines Gesprächs, oder wenn man gemeinsam gefeiert, gesungen oder sich geküsst hat (Kontaktperson Kategorie 1 = höheres Infektionsrisiko). In diesem Fall sollte sich zu Hause in Quarantäne begeben und unnötige Kontakte vermeiden, insbesondere zu Personen, die zur Risikogruppe zählen (ältere Menschen, Personen mit Vorerkrankungen). Das örtliche Gesundheitsamt sollte telefonisch informiert werden.

Krankheitsverlauf: Wo greift SARS-CoV-2 den Körper an?

Anfangs war bei Covid-19 von einer Lungenkrankheit die Rede. Mittlerweile ist klar: Das SARS-CoV-2-Virus befällt den Körper an unterschiedlichen Stellen: Es kann die Blutgefäße angreifen, zu Entzündungen führen und im schlimmsten Fall Thrombosen verursachen. Diese führen zu Lungenembolien, Herzinfarkten oder Schlaganfällen. Auch Herzmuskelentzündungen oder Herzrhythmusstörungen wurden beobachtet. Die Nieren können in Mitleidenschaft gezogen werden. Auch Störungen des Nervensystems sind möglich, diese können zum Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns bis hin zu Schäden am Gehirn führen. Man spricht von Multi-Organ-Versagen, das häufig eine tödliche Sepsis verursacht.

© Bayerischer Rundfunk

Nicht jeder, der sich mit dem Coronavirus infiziert, zeigt Symptome. Doch in manchen Fällen geht Covid-19 auch weit über eine Atemwegserkrankung hinaus. Das Virus richtet in einigen Fällen gravierende Schäden im Körper an.

In jüngster Zeit wurde auch immer häufiger über Langzeitfolgen der Krankheit bei Personen berichtet, die eigentlich einen leichten Krankheitsverlauf hatten, aber sich noch Monate später krank fühlen.

Behandlung: Gibt es eine Impfung oder Medikamente?

Gegen Covid-19 gibt es bisher weder Medikamente noch Impfungen. Daher werden Medikamente, die eigentlich gegen andere Krankheiten wirken sollen, gegen Covid-19 eingesetzt und ihre Wirkung in klinischen Studien untersucht. Wichtig ist bei Intensivpatienten eine Blutverdünnung, weil sich häufig Thrombosen und Lungenembolien bilden. Auch der Entzündungshemmer Dexamethason wird bei schwer erkrankten Covid-19-Patienten eingesetzt. Sehr schwer Erkrankte werden künstlich beatmet, im Schnitt für zwei Wochen - oder die Lungenfunktion wird vorübergehend komplett maschinell ersetzt.

Ebenfalls an Impfstoffen wird geforscht. Es gibt vielversprechende Impfstoff-Kandidaten wie der von der Mainzer Firma Biontech. Das Zulassungsverfahren läuft, es wird aber noch dauern, bis der Impfstoff für die Allgemeinheit verfügbar ist.

© BR/Gut zu wissen

Das Immunsystem bildet nach dem Impfen passende Antikörper und bekämpft damit den Erreger. Die Gedächtniszellen merken sich den Erreger.

Gibt es eine Immunität gegen SARS-CoV-2?

Das Coronavirus SARS-CoV-2 verbreitet sich erst seit wenigen Monaten unter den Menschen. Daher kann man noch nicht sagen, ob man nach überstandener Krankheit eine Immunität erwirbt und wie lange diese anhält. Virologen gehen davon aus, dass es eine solche Immunität geben wird und dass diese eine Zeitlang anhält. Danach ist es vielleicht möglich, sich erneut mit dem Coronavirus zu infizieren.

Was aber Hoffnung macht: Nicht nur Antikörper bekämpfen krankmachende Erreger. Auch eine andere Gruppe von weißen Blutzellen, die T-Lymphozyten oder kurz T-Zellen genannt, erkennt körperfremde Stoffe und setzt sich zur Wehr. Vielleicht tragen die T-Zellen dazu bei, dass genesene Patienten auch gesund bleiben. Zumindest liegen derzeit weltweit keine gesicherten Daten vor, dass es bereits Neuansteckungen nach durchgemachter Covid-19-Erkrankung gegeben hätte.

© Bayerischer Rundfunk

Kann ich mich zwei Mal mit dem Coronavirus infizieren? Oder bin ich nach einer Infektion immun?

Wann ist es vorbei?

Es ist die Mischung aus steigenden Fallzahlen und einer Überforderung des öffentlichen Gesundheitswesens, aus denen die Politik Konsequenzen gezogen hat. In ihrer Begründung für die Einschränkung im November sprach Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht von einer zweiten Welle, sondern von einem "exponentiellen Anstieg" der Fallzahlen. Dieser müsse gestoppt werden.

Wann und wie diese Corona-Pandemie ein Ende findet, kann derzeit niemand sagen. Mehrere Szenarien sind möglich, ein Blick in die Vergangenheit verrät, wie bisherige Pandemien aufhörten.

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