Zurück zur Startseite
Wissen
Zurück zur Startseite
Wissen

Die Berberaffen vom Bodensee | BR24

© BR

Die letzten freilebenden Berberaffen in Nordafrika sind vom Aussterben bedroht. Ihre Lebensräume verschwinden, sie werden illegal gejagt oder als Haustiere verkauft. Am Bodensee gibt es aber noch eine Berberaffen-Population, die gut geschützt lebt.

1
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Die Berberaffen vom Bodensee

Berberaffen stehen als stark gefährdete Art auf der Roten Liste. In Nordafrika gibt es noch frei lebende Populationen, aber der Bestand geht weiter zurück. In einem Freigehege am Bodensee lebt dagegen gut geschützt eine putzmuntere Affenpopulation.

1
Per Mail sharen
Teilen

Berberaffen sind die einzigen Makaken, die nicht in Asien vorkommen. Sie sind außerdem die einzigen Affen, die in Europa in freier Wildbahn leben - in einer kleinen Population von rund 200 Tieren auf dem Felsen von Gibraltar. Diese sind vermutlich vom Menschen dort angesiedelt worden. Den Briten sind sie besonders wichtig: Der Legende nach endet die britische Herrschaft in Gibraltar, sobald der letzte Affe den Felsen verlassen hat. Ein beunruhigendes Schrumpfen der Population dort veranlasste einst Winston Churchill, Berberaffen aus Marokko zu importieren, um den Affenstamm wieder zu stärken - erfolgreich.

Berberaffen, eine stark gefährdete Art

Für die Art der Berberaffen an sich sieht es weniger gut aus. Sie stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten der Weltnaturschutzunion IUCN und sind als "stark gefährdet" eingestuft. Vor 200 Jahren gab es die Berberaffen noch in ganz Nordafrika, inzwischen nur noch in Algerien und vorwiegend Marokko. Die Affen werden auch dort immer weniger, da sie illegal gejagt oder als Haustiere verkauft werden und ihr Lebensraum immer weiter zerstört wird. In Nordafrika gibt es keine 10.000 Tiere mehr.

Schutz der Berberaffen in Affenparks

Für den weltweit wichtigsten Reservebestand an Berberaffen sorgen Affenparks in Frankreich, England und seit 1976 auch der Affenberg in Salem am Bodensee. Fast 200 Affen leben dort in drei Gruppen in einem zwanzig Hektar großen Waldgehege. Sie werden so naturnah wie möglich gehalten, werden zwar gefüttert, finden aber im Wald auch natürliche Nahrung wie Bucheckern, Gräser und Insektenlarven. Aus diesen Freigehegen wurden bis in die 1980er-Jahre immer wieder Affen in Afrika ausgewildert. Seitdem ist das leider nicht mehr gelungen. Laut dem Primatologen und Direktor des Affenbergs in Salem, Roland Hilgartner, gibt es aktuell keine geeigneten Gebiete, wo die Berberaffen ausgewildert werden können, lediglich stark zerstückelte Lebensräume in Marokko. Im Moment solle man möglichst versuchen, den Status quo in diesen Ländern zu erhalten.

Das größte Affenfreigehege Deutschlands

Im Affenpark am Bodensee haben die Berberaffen inzwischen mehr Platz als in den meisten Gebieten Marokkos. Die Besucher können die Tiere hautnah erleben und mit speziell zubereitetem Popcorn füttern. Seit März bis Anfang November hat der Affenberg geöffnet, danach geht es für die Affen in die Winterpause inklusive ungestörter Paarungszeit. Und nächstes Jahr im Mai oder Juni gibt es wieder Affennachwuchs.