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Je mehr Menschen geimpft oder genesen sind, umso höher wird der Druck auf das Virus, Varianten zu bilden, die sich besser verbreiten.

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    Darum ist die Lambda-Variante kein Grund zur Aufregung

    Schon seit einigen Monaten kursiert in Lateinamerika die Lambda-Variante des Coronavirus. Nun ist sie auch in Europa angekommen. Bisher spricht aber nichts dafür, dass die Lambda-Variante hier Einfluss auf den Verlauf der Pandemie haben könnte.

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    Von
    • Jan-Claudius Hanika

    Erst Alpha, dann Delta - und jetzt lauert angeblich schon die Lambda-Variante darauf, die Pandemie in Deutschland zu übernehmen. Manchem scheint, das Coronavirus Sars-CoV-2 würde mit jeder neuen Variante gefährlicher werden. Für die Lambda-Variante gilt das aber wahrscheinlich nicht.

    Die besorgniserregenden Corona-Varianten Alpha bis Delta

    Seit Ende Mai bezeichnet die Weltgesundheitsorganisation WHO Varianten des Coronavirus, die das Pandemiegeschehen verändern oder dies möglicherweise können, mit griechischen Buchstaben. Das sind zunächst die sogenannten besorgniserregenden Varianten, die "variants of concern" (VoC), Diese sind ansteckender als der ursprünglich vorherrschende Wildtyp und/oder können dem menschlichen Immunsystem ausweichen.

    Zu den besorgniserregenden Varianten zählen auch die Variante Alpha, die in den ersten Monaten des Jahres 2021 in Deutschland das Infektionsgeschehen dominierte, und die Variante Delta, die sich erst seit Kurzem ausbreitet, aber Ende Juni bereits bei rund zwei Drittel aller untersuchten Proben in Deutschland nachgewiesen wurde.

    Lambda-Variante steht unter Beobachtung der WHO

    Nun erhält auch die bisher weitgehend unbekannte Virus-Variante Lambda zunehmend Aufmerksamkeit. Alternative Bezeichnungen für die Lambda-Variante sind C.37 sowie GR/452Q.V1 und 20D. Erstmals nachgewiesen wurde sie im August 2020 in Peru. Seit dem 15. Juni zählt die WHO die Lambda-Variante zu den unter Beobachtung stehenden Varianten, den "variants of interest" (VoI). Das sind SARS-CoV-2-Varianten mit Mutationen, die möglicherweise für eine erhöhte Übertragbarkeit und/oder eine schwächere Antwort des Immunsystems hervorrufen.

    Dazu zählen etwa die Varianten Zeta, Eta, Kappa und eben Lambda. Die Lambda-Variante könnte möglicherweise sogar ansteckender als die Varianten Alpha und Delta sein, die nacheinander die Pandemie in Deutschland bestimmt haben. Ob das tatsächlich so ist, wird gerade erforscht. Sichere Erkenntnisse gibt es dazu aber noch nicht.

    Die höhere Übertragbarkeit könnte an sechs neuen Mutationen im Spike-Protein des Virus liegen. Zwei davon sind an der Stelle, an der das Virus an den Rezeptor der menschlichen Zelle andockt. Außerdem scheinen Impfstoffe nicht ganz so gut zu wirken wie bei anderen Varianten. Die beiden Studien, aus denen diese Forschungsergebnisse stammen, sind allerdings noch nicht von Fachkollegen geprüft worden.

    Auch in Europa breitet sich die Lambda-Variante aus

    In Lateinamerika ist die Lambda-Variante bereits verbreitet. In Chile beispielsweise wurde sie von Mitte Juni bis Mitte Juli in rund einem Viertel aller untersuchten Proben nachgewiesen. Insgesamt waren es 118 Proben, die positiv auf die Lambda-Variante getestet wurden. Auch in benachbarten Ländern sind die Zahlen der Nachweise in absoluten Zahlen relativ niedrig: In Peru wurden bis Mitte Juli 571 Fälle gemeldet, in Argentinien und Ecuador sind die Zahlen der Fälle zweistellig.

    Inzwischen ist die Lambda-Variante aber auch in Europa angekommen. Infektionen mit dieser Variante wurden etwa aus Spanien, Frankreich und der Schweiz gemeldet. Auch in Deutschland wurden bisher 100 Fälle gemeldet (Stand 14. Juli), der Anteil an den Gesamtzahl der Infektionen lag in den vergangenen Woche jedoch meist nur bei rund 0,1 Prozent.

    Kein Grund zur Aufregung, aber zur Wachsamkeit

    Die Lambda-Variante ist also kein Grund, in Panik zu verfallen. Dafür sprechen auch die Ergebnisse einer weiteren, allerdings ebenfalls noch nicht begutachtete Studie: Danach ist die Lambda-Variante zwar etwas ansteckender als der Wildtyp des Virus, doch die bisher eingesetzten Impfstoffe zeigen auch bei dieser Variante eine hohe Wirksamkeit.

    Gleiches gilt für die Wirkung monoklonaler Antikörper zur Covid-19-Therapie. Das Coronavirus bleibt also auch in der Lambda-Variante eine ernste Bedrohung, wird aber nicht zum Super-Virus - und die Mittel, zu es zu bekämpfen, bleiben die gleichen.

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