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Blätterregen: Wohin mit dem Herbstlaub? | BR24

© Gartenexpertin Karin Greiner

Wohin mit dem Laub?

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Blätterregen: Wohin mit dem Herbstlaub?

Es fällt, raschelt und häuft sich: Die ersten Blätter fallen und vielerorts wird bereits fleißig geharkt und gefegt. Doch wohin mit den Blätterhaufen? Verbrennen ist verboten und zudem schade, denn Laub ist ein wertvoller Rohstoff für den Garten.

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Es ist herbstlich, das Wetter oft kühl und feucht. Die Bäume färben sich ein und verlieren ihre Blätter. Fleißige Gartler fangen bereits an zu harken und zu fegen. Ein Problem ist die Entsorgung der Laubberge. Sie zu verbrennen, ist definitiv keine Lösung, denn grundsätzlich dürfen Laub, Rasen-, Strauch- oder Baumschnitt von Privatleuten nicht verbrannt werden. Verstöße werden als Ordnungswidrigkeit geahndet und es wird ein Bußgeld fällig, so eine Regelung von 2015, die auf dem Kreislaufwirtschaftsgesetz fußt.

Laub ist wertvolle Biomasse

Bioabfälle müssen getrennt gesammelt werden, um sie besser wiederverwerten zu können. Denn durch das Verbrennen gehe wertvolle Biomasse verloren, argumentieren Umweltschützer und das Bundesumweltministerium. Außerdem werden durch das Verbrennen von den meist feuchten Gartenabfällen auch viele Schadstoffe und Feinstaub freigesetzt. Die Feuchtigkeit führt zu starker Rauchentwicklung. Das stinkt nicht nur, sondern kann auch für Allergiker und Menschen mit Atemwegserkrankungen ein Problem werden.

Laubhaufen - ein Winterquartier für Igel und Co.

Das Verbrennen von Laub und Gartenabfälle wird auch für viele Kleintiere, die in den Haufen Schutz gesucht haben, eine tödliche Gefahr - wie es zum Beispiel auch bei Osterfeuern immer wieder Thema ist. Warum den Tieren nicht bewusst einen Unterschlupf für den Winter bauen? Schichten Sie das Laub in einem ruhigen Gartenwinkel zu einem großen Haufen auf. Mehrere Fichtenzweige darüber gelegt verhindern, dass zu viel Nässe eindringt oder der Wind alles verbläst. Im Laub machen es sich viele Nützlinge den Winter über gemütlich, angefangen vom Igel bis zum Marienkäfer.

Laub sammeln und kompostieren

Statt das Laub zusammenzukehren und über Biotonne oder kommunale Grüngutsammelstellen zu entsorgen, ist es am besten, Gartenabfälle auf dem eigenen Grundstück zu kompostieren. Aus dem Herbstlaub wird in freier Natur wieder Humus, aus dem sich die Pflanzen Nährstoffe holen, um wieder frische Blätter zu treiben. Die alten, abgeworfenen Blätter sind nur eine Station im Kreislauf der Natur. Wer das versteht, wird Herbstlaub nie als unnützen Abfall begreifen, sondern es recyceln - beispielsweise als Mulchdecke auf abgeräumten Beeten oder in Hochbeeten, so BR-Gartenexpertin Karin Greiner.

Laub als Bodenschutz vor der Winterkälte

Unter einer Laubdecke bleibt die Erde den Winter über gut geschützt. Die Bodenlebewesen, allen voran Regenwürmer, freut es. Schon im Frühling ist das meiste verrottet, das Beet bereit für die nächste Saat. Laub kann man auch gut unter Bäume und Sträucher kehren, dort hält es die Wurzeln der Gehölze warm und liefert gleich wieder verlorene Nährstoffe nach. In Staudenrabatten dient Laub zwischen den Blumen als natürlicher Winterschutz. Es hält sowohl scharfe Fröste wie auch eisige Winde und vor allem allzu starke Temperaturschwankungen ab.

Laub - bester Winterschutz für Kübelpflanzen

Man kann mit trockenem Herbstlaub auch Kübelpflanzen einpacken, die draußen überwintern: Rosen anschütten, Lavendelbüsche einpacken oder Pflanzflächen mit Zwiebelgewächsen überdecken. Vom Laub gut gepolstert kann der Winter kaum Schaden anrichten.

© Gartenexpertin Karin Greiner

Laub als Isoliermaterial

Laub kompostieren

Schnell verrottendes Laub von Ahorn, Linde, Esche, Birke, Weide, Robinie sowie vielen Sträuchern wie Hasel, Forsythie oder Holunder darf in kleinen Mengen auch auf den Kompost. Mit Grasschnitt, Küchenabfällen oder anderem Grüngut gemischt zersetzt es sich dort rasch. Einfach mit dem Rasenmäher zerschreddern, dann rottet es schneller.

Laubkomposter für bestimmte Laubarten

Blätter von Eichen, Platanen, Walnussbaum oder Pappeln enthalten viele Gerbsäuren und verrotten daher nur sehr langsam. Sie sollten nicht zum Kompost gegeben werden wie andere Laubarten, sondern können eigens kompostiert werden, etwa in einem schlichten Drahtkomposter. Auch wenn es mehrere Jahre dauert, bis aus solchen Blättern feine humose Lauberde geworden ist, lohnt es sich: Sie hat einen niedrigen pH-Wert und ist damit ideal für alle Pflanzen, die sauren Boden bevorzugen.

© Gartenexpertin Karin Greiner

Komposter für Laub

Hier muss das Laub weg

Entfernen muss man das Laub dagegen immer vom Rasen, damit die Gräser darunter nicht faulen. Wege und Treppen werden auch gekehrt, damit man auf feuchtem Laub nicht ausrutscht. Vom einem Teich sollten Sie Laub umgehend abfischen, bevor es untergeht und am Teichgrund vermodert. Denn dort entzieht es beim Verrotten Wassertieren und -pflanzen lebensnotwendigen Sauerstoff und setzt Faulgase frei.

Laubsauger: Gefahr für die Gesundheit

Laubsauger und -bläser sind zwar nicht verboten, aber für die Ohren eine reine Qual: Sie werden zwischen 90 und 120 Dezibel laut und machen damit so viel Krach wie eine Kettensäge oder ein Presslufthammer. Das Umweltbundesamt und Umweltschützer etwa vom Nabu raten davon dringend ab, Laubsauger und -bläser zu verwenden, denn sie seien laut, schmutzig und gefährlich für Tiere und die Gesundheit. Geräte mit Verbrennungsmotor erzeugen zudem Luftschadstoffe, die meist ungefiltert in die Umgebung geblasen werden. Am Boden und im Laub lebende Mikroben, Pilze und Tierkot werden durch solche Gartengeräte fein in der Luft verteilt, was vor allem für die Benutzer gesundheitlich bedenklich ist.

Todesfalle für Kleinstlebewesen

Wenn ein Laubsauger- oder bläser sie erwischt, haben Käfer, Spinnen, Tausendfüßer, Asseln und Amphibien keine Chance. Durch den Sog, bei dem Luftgeschwindigkeiten von bis zu 160 Stundenkilometern und Saugleistungen von etwa zehn Kubikmetern pro Minute erzeugt werden, werden die Tiere getötet und bei Geräten mit Häckselfunktion zerstückelt.

© BR

Garten-"Abfälle" wie Erntereste oder Laub sind ein wertvolles Mulchmaterial. Locker auf die Beete geschichtet, bleibt die Bodenstruktur erhalten und es reichert sich im Laufe der Zeit Humus an.