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Wie verhalte ich mich in der Moschee? | BR24

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Freitagsgebet in der Bait-un-Naseer Moschee in Augsburg

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    Wie verhalte ich mich in der Moschee?

    Wo sie beten, dürfen sich Muslime eigentlich selbst aussuchen, nur am Freitag nicht: Da beten alle zusammen in der Moschee. Hierbei gibt es vieles zu beachten. Von der Kleidung über die Begrüßung bis zur Seite, von der aus man das Gotteshaus betritt.

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    Freitag ist der wichtigste Tag der Woche für gläubige Muslime. Sie treffen sich in der Moschee zum Freitagsgebet - auch in der Bait-un-Naseer Moschee in Augsburg. Erst vor drei Jahren wurde diese Moschee am Stadtrand erbaut, sie gehört zur Ahmadiyya Gemeinschaft, die einen friedlichen und toleranten Islam vertritt.

    Die Freitagspredigt hält heute Imam Malik Usman Naveed. Der 32-jährige kümmert sich mit großer Leidenschaft um elf Gemeinden. In London hat er über sieben Jahre theologische Studien betrieben, bevor er hier Imam wurde. Er achtet darauf, dass alle männlichen Mitglieder der Gemeinschaft zum Gebet erscheinen, denn am Freitag ist es Pflicht für sie.

    Regeln in der Moschee: Waschen, Begrüßen, Beten

    Fünf Mal am Tag beten die Muslime für gewöhnlich, und das kann jeder machen, wo er eine Gelegenheit dazu findet, nur freitags ist das anders. Wer eine Moschee betritt, der muss sich an viele Regeln halten. Bereits bei der Begrüßung zwischen männlichen und weiblichen Muslimen gibt es etwas zu beachten: Man gibt sich nicht die Hand, sondern nickt sich zu, aus Respekt vor dem anderen Geschlecht. Außerdem betreten Männer und Frauen die Moschee von unterschiedlichen Seiten.

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    Das Waschen von Füßen und Händen ist ein fester Bestandteil des Moschee-Besuchs am Freitag.

    Wer zum Freitagsgebet erscheint, soll sauber gekleidet sein. Außerdem müssen sich alle Besucher die Füße und die Hände waschen. So stellen sich die Mitglieder der Ahmadiyya Gemeinschaft auf das Gebet ein. Es ist streng durchstrukturiert: Nach dem Gebetsruf beten alle erst einmal für sich alleine, Frauen und Männer in getrennten Räumen. Dann folgt die Freitagspredigt des Imams und darauf ein gemeinsames Gebet.

    Wöchentliche Ansprache des Kalifen

    Dann wird die einstündige Ansprache des Kalifen aus London übertragen. Auch das ist eine Besonderheit dieser islamischen Bewegung: Sie hat ein spirituelles Oberhaupt, seine Heiligkeit Hadhrat Mirza Masroor Ahmad. Er ist das weltweit wichtigste muslimische Oberhaupt und tritt für die ursprünglichen Werte des Islams ein. Diese sind unter anderem die Barmherzigkeit gegenüber allen Menschen, Gerechtigkeit, Gleichwertigkeit von Frau und Mann sowie die Beendigung gewalttätiger Aktionen im Namen der Religion.

    Im Anschluss treffen sich die Mitglieder der Gemeinschaft in geselliger Runde, sie legen sehr viel Wert auf das Miteinander. Der Imam besucht alle Mitglieder in seinen Gemeinden persönlich zuhause und kennt ihre Sorgen. So ist er auch freitags nach der Predigt noch lange nicht fertig.

    Wer sind die Ahmadis?

    Die Ahmadiyya-Gemeinschaft wurde Ende des 19. Jahrhunderts von Mirza Ghulam Ahmad in Britisch-Indien gegründet. Die Ahmadis halten sich streng an die islamischen Rechtsquellen Koran, Sunna und Hadith, eine besondere Rolle spielen aber die Offenbarungen von Mirza Ghulam Ahmad. Er verstand sich als Reformer und Erneuerer des Islam, später sogar als ein Nachfolger des Propheten. Viele Muslime sehen jedoch Mohammad als den letzten Propheten, nach dem es keine neuen Offenbarungen mehr geben kann. Deshalb sind die Offenbarungen des Mirza Ghulam Ahmad für sie Gotteslästerung und Ahmadiyya-Muslime werden in manchen islamischen Ländern verfolgt und bekämpft.

    In STATIONEN am 11. März 2020, 19:00 Uhr, im BR Fernsehen (oder in der BR Mediathek) besuchen wir neben der Moschee auch eine orthodoxe Kirche, eine Synagoge und einen buddhistischen Tempel.

    Sendung

    STATIONEN

    Von
    • Susanne Fiedler
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