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Traktor auf einem Weizenfeld im Westen der Ukraine.

Bildrechte: Nariman El-Mofty/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Weizen: Agrarpolitiker Häusling fordert andere Landwirtschaft

Der agrarpolitische Sprecher der Grünen im EU-Parlament, Martin Häusling, fordert angesichts der Weizenknappheit durch den Krieg in der Ukraine eine Umstellung in der Landwirtschaft. Die Produktion von Agrotreibstoffen würde er "massiv einschränken".

Von
Veronika LohmöllerVeronika LohmöllerFrank SteiningerFrank Steininger
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Der Europaabgeordnete Martin Häusling plädiert angesichts einer Weizenknappheit durch den Krieg in der Ukraine für eine Umstellung in der Landwirtschaft in Europa. Sinnvoll sei das vor allem bei der Rindermast, betonte der agrarpolitische Sprecher der Grünen im EU-Parlament.

"Haben Tiere zur Hochleistung getrieben"

"Wir füttern unsere Tiere sehr intensiv, nicht deshalb, weil sie es bräuchten, sondern weil wir die Mastdauer verkürzen oder dass Kühe mehr Milch geben", sagte Häusling im Bayern 2-Interview: "Wir haben sie mit viel Getreide zur Hochleistung getrieben. Das können wir ändern." Man könne Kühe auch anders füttern, sie seien ja in erster Linie Nutzer von Grünland.

Ernte für Nahrungsmittel statt für Treibstoff nutzen

Weltweit würden 20 Prozent des Getreides an Tiere verfüttert, in Europa seien es 60 Prozent, so Häusling. "Auch darüber müssen wir nachdenken." Häusling sprach sich dafür aus, die Produktion von Agrotreibstoffen "rapide einzuschränken". Derzeit würden in Europa etwa zwölf Prozent der Ernte zu Agrotreibstoffen verarbeitet, dieses könne man auch für die Ernährung zur Verfügung stellen.

Häusling rechnet damit, dass die Bauern wegen der gestiegenen Weizenpreise mehr Getreide anbauen werden. Das sei natürlich ein Anreiz, um Fruchtfolgen zu ändern. Eine Umwandlung von Brachflächen für den Anbau von Weizen hält er hingegen für wenig sinnvoll, "weil die Ackerflächen, die jetzt als Brachflächen genutzt werden, sind ja nicht die ertragreichsten. Das wird nicht viel bringen".

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