Gestapelte Euro-Münzen auf Geldscheinen
Bildrechte: stock.adobe.com/Gina Sanders

Symbolbild: Gestapelte Euro-Münzen auf Geldscheinen

Per Mail sharen
Artikel mit Audio-InhaltenAudiobeitrag

Ostdeutsche verdienen 13.000 Euro weniger als Westdeutsche

Die Kluft wächst: Durch Sonderzahlungen haben Westdeutsche im vergangenen Jahr rund 13.000 Euro mehr verdient als Menschen in Ostdeutschland. 2021 lag der Unterschied bei rund 12.000 Euro. Die Linke spricht von einem "politischen Skandal".

Über dieses Thema berichtet: Nachrichten am .

Die Lohnunterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland sind einem Medienbericht zufolge im vergangenen Jahr weiter gewachsen: Ostdeutsche haben 2022 im Schnitt rund 13.000 Euro im Jahr weniger verdient als Westdeutsche. Das geht aus neuen Zahlen des Statistischen Bundesamtes auf Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor, die den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND, Dienstagsausgaben) vorlagen. Im Westen lag das Jahresbrutto von Vollzeitbeschäftigten demnach im Schnitt bei 58.085 Euro, im Osten bei 45.070 Euro.

  • Zum Artikel: Inflation frisst Lohnsteigerung im ersten Quartal 2023 auf

Lohnunterschied Ost- und West vor allem wegen Sonderzahlungen

Dem Bericht zufolge geht aus den Zahlen hervor, dass sich die Zunahme der Differenz vor allem aus Sonderzahlungen ergibt. Von diesen hätten Arbeitnehmer im Westen 2022 stärker profitiert. Im Jahr 2021 war die Lohnkluft zwischen Ost- und Westdeutschen mit 12.173 Euro zu ungunsten der Ostdeutschen noch geringer ausgefallen. Im Jahr 2020 lag die Ost-West-Lücke in dieser Statistik bei 11.967 Euro und war damit noch geringer.

In der Einzelbetrachtung der Bundesländer für das vergangene Jahr zeigt sich nach Angaben der RND-Zeitungen zudem, dass der gesamte Osten Deutschlands unter Westniveau rangiert. Kein ostdeutsches Bundesland erreichte demnach das Niveau eines westdeutschen Bundeslandes. Zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg lagen den Angaben zufolge etwa mehr als 21.000 Euro Lohnlücke.

Linke spricht von Skandal

Die Linke sprach gegenüber den RND-Zeitungen von einem "politischen Skandal gegenüber den Ostdeutschen" und zog eine Verbindung zum Erfolg von Rechtspopulisten. "Wenn ostdeutsche Vollzeitbeschäftigte im Schnitt 13.000 Euro im Jahr weniger verdienen als Kollegen in Westdeutschland, dann sollte sich kein Politiker über hohe AfD-Werte wundern", sagte der Ostbeauftragte der Fraktion, Sören Pellmann, den RND-Zeitungen.

Laut ARD-DeutschlandTrend erreichte die AfD zuletzt mit 20 Prozent einen neuen Höchstwert. Auch auf kommunaler Ebene verbuchte die AfD kürzlich Erfolge: Ihr Kandidat gewann die Stichwahl um das Bürgermeisteramt in Raguhn-Jeßnitz in Sachsen-Anhalt. Zuvor hatten die Rechtspopulisten die Wahl des bundesweit ersten AfD-Landrats im thüringischen Landkreis Sonneberg gefeiert.

Mit Material von AFP

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht's zur Anmeldung!