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Zwei Oberbayern am Südpol: 14 Monate in der Forschungsstation | BR24

© BR / Birgit Grundner
Bildrechte: Theresa Thoma

Es ist die ungewöhnlichste Reise ihres Lebens: Zwei Oberbayern sind nun für 14 Monate in der Antarktis. Dort gehören sie zum Team einer Forschungsstation. Theresa und Tanguy unterstützen die Wissenschaftler.

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Zwei Oberbayern am Südpol: 14 Monate in der Forschungsstation

Es ist die ungewöhnlichste Reise ihres Lebens: Zwei Oberbayern sind nun für 14 Monate in der Antarktis. Dort gehören sie zum Team einer Forschungsstation. Theresa und Tanguy unterstützen die Wissenschaftler dort mit ihren ganz speziellen Fähigkeiten.

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Von
  • Birgit Grundner

Ein echtes Abenteuer: Theresa Thoma, eine 26-jährige IT-Expertin aus Fürstenfeldbruck, und Tanguy Doron, ein 52-jähriger Koch aus Freising, verbringen die kommenden 14 Monate am Südpol. Dort betreibt das Alfred-Wegener-Institut eine Forschungsstation, die zum Beispiel die Auswirkungen des Klimawandels auf die Pinguine untersucht.

80 Seiten Einkaufsliste und 60 Tonnen Lebensmittel

Als Elektrotechnikerin und Informatikerin kümmert sich die 26-Jährige auf der Forschungsstation zum Beispiel um die Computer und die Funkgeräte, während Tanguy Doron kocht. Momentan geht es darum, zehn Leute zu verpflegen. Bald werden es aber mehr.

Mal schnell was im Supermarkt besorgen – das geht jetzt 14 Monate lang nicht mehr. Die Einkaufsliste vor der Abreise war deshalb an die 80 Seiten lang. Alles in allem ging es um 60 Tonnen Lebensmittel. Ein Beispiel: Allein 1.200 Liter Milch sind jetzt in der Vorratskammer.

Mit Crèpe-Pfanne und Haferlschuhen fürs Heimatgefühl

Der 52-jährige Koch mit den französischen Wurzeln hat auch seine eigene Crèpe-Pfanne zum Südpol mitgebracht– und als Wahloberbayer das richtige Outfit für den gemütlichen Teil des Tages: Auch seine Tracht – von der Lederhose bis zu den Haferlschuhen – hat er eingepackt. Wenn es einen Geburtstag oder sonst etwas zu feiern gibt, will er schließlich gut angezogen sein. Außerdem, so sagt er, sei das auch "ein Stück Heimatgefühl".

Antarktis: Viel Weiß und ein Himmel wie in Bayern

Wenn Tanguy Doron und Theresa Thoma auf der Forschungsstation aus dem Fenster schauen, sehen sie vor allem viel Weiß – in allen Schattierungen und Nuancen. "Oben weiß, unten weiß – und dazwischen ein wunderschöner blauer Himmel, ein bisschen wie bei uns in Bayern", schwärmt Tanguy Doron: "Einfach gigantisch!"

Sommer im ewigen Eis

Dunkel wird es momentan immer nur für ein paar Minuten, um Mitternacht herum. Es ist im ewigen Eis auch gerade nicht so kalt, wie man sich das vielleicht vorstellen würde. Momentan ist dort nämlich Sommer bei Werten um null Grad.

Auch scheint meist die Sonne. Da reiche auch ein Pullover, wenn man mal nur ein paar Minuten vor die Tür gehen wolle, erzählt Theresa Thoma.

Zeitreise in ein Leben ohne Corona

Eines vermissen die beiden Oberbayern in der Antarktis ganz sicher nicht: Corona. Die Pandemie ist dort nämlich kein Thema. Alle mussten vor der Anreise in Quarantäne und sind mehrfach getestet. Die Forschungsstation ist also garantiert coronafrei, sagt Theresa Thoma: "Wir können uns zu zehnt an einen Tisch setzen und alles tun, was wir 2019 noch für normal befunden haben."

So gesehen ist die Reise ans andere Ende der Welt auch eine Zeitreise. Erst Anfang 2022 soll sie für Theresa Thoma und Tanguy Doron zu Ende sein.

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