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Auf dem Kiliani-Volksfest in Würzburg ist das Abspielen des Ballermann-Hits "Layla" verboten. Kritiker empfinden den Liedtext als sexistisch.

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Wirbel um "Layla"-Verbot: Justizminister meldet sich zu Wort

Wirbel um "Layla"-Verbot: Justizminister meldet sich zu Wort

"Sie ist schöner, jünger, geiler", heißt es in dem Ballermann-Hit: Auf dem Kiliani-Volksfest in Würzburg ist "Layla" inzwischen verboten. In sozialen Netzwerken wird das kontrovers diskutiert - selbst der Bundesjustizminister schaltet sich ein.

Bundesjustizminister Marco Buschmann hat sich in der Sexismusdebatte um den umstrittenen Partysong "Layla" zu Wort gemeldet. "Man muss Schlagertexte nicht mögen. Man kann sie sogar doof oder geschmacklos finden. Sie aber behördlich zu verbieten, finde ich, ist eins zu viel", schrieb der FDP-Politiker am Dienstagabend bei Twitter.

Zu Wochenbeginn war bekanntgeworden, dass "Layla" auf dem Würzburger Kiliani-Volksfest auf Drängen der Stadt nicht gespielt werden darf. Ein Stadtsprecher sagte, als Veranstalter des Volksfestes habe man den Festzeltbetreiber gebeten, den Song nicht mehr zu spielen.

Der Sommersong "Layla" von DJ Robin & Schürze steht in der Gunst vieler Feiernder ganz weit oben und derzeit auf Platz 1 der deutschen Singlecharts. Zu rhythmusbetonter elektronischer Musik heißt es in dem Lied unter anderem: "Ich hab' 'nen Puff und meine Puffmama heißt Layla. Sie ist schöner, jünger, geiler (...) Die schöne Layla, die geile Layla. Das Luder Layla, unsre Layla (...)."

"Natürlich ist das Lied sexistisch"

DJ Robin kann die Aufregung nicht verstehen, in dem Lied gebe es keinen Sexismus. "Früher haben die Leute "Skandal im Sperrbezirk" gesungen oder "Wir fahren in den Puff nach Barcelona", zitierte ihn die "Bild"-Zeitung.

"Natürlich ist das Lied sexistisch", sagte Musikfachmann Michael Fischer von der Universität Freiburg. Dass die Protagonistin des Videoclips offensichtlich ein Mann in High Heels, schwarzem Minirock und mit blonder Perücke ist, ändere nichts am Charakter des Liedes. Dies sei jenseits von Ironie oder Transaspekten.

Stadt Würzburg: Sexistische Texte sind "unerwünscht"

In sozialen Netzwerken wird die Entscheidung der Stadt Würzburg kontrovers diskutiert. Auf Videos aus dem Festzelt ist zu sehen, wie Feiernde lautstark "Layla" rufen und den Song "einfordern".

"Wir sind keine Sittenpolizei, sondern Veranstalter", sagte Uwe Zimmermann, bei der Stadt zuständig für das Kiliani. Er argumentierte: Bei städtischen Veranstaltungen seien sexistische oder rassistische Liedtexte unpassend. "Deswegen ist die Entscheidung nur konsequent", so Zimmermann zu BR24. Er verwies auf einen Beschluss der Stadt aus dem vergangenen Jahr. Damals diskutierten verschiedene Kommunen über das "Donaulied", dessen Text eine Vergewaltigung behandelt.

Die Stadt Würzburg traf die Vereinbarung, dass auf städtischen Veranstaltungen "jede Art von rassistischem, sexistischem oder extremem Liedgut" unerwünscht sei. Daran wolle man sich jetzt auch halten, sagte Zimmermann.

CSU-Stadträtin kritisiert "Layla"-Verbot auf Kiliani-Volksfest

Kritik an der Entscheidung des Rathauses kommt zum Beispiel auch von Stadträtin Rena Schimmer (CSU), Vorsitzende der Jungen Union Würzburg-Stadt. Aus ihrer Sicht ist der Text durch die Kunstfreiheit gedeckt. "Für mich ist das subjektiv kein Sexismus, dementspechend habe ich kein Problem damit", sagte sie zu BR24. Schimmer kritisiert, dass das Thema vorab nicht im Stadtrat behandelt wurde. Sie will nun eine Anfrage stellen, wie es im konkreten Fall zu der Entscheidung kam.

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