Das Rettungsboot "Sea-Watch 3" bei einem Einsatz im Mittelmeer
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Das Rettungsboot "Sea-Watch 3" bei einem Einsatz im Mittelmeer

    Sea-Watch rettet vier Boote aus Seenot im Mittelmeer

    Innerhalb weniger Stunden hat die Besatzung der "Sea-Watch 3" Flüchtlinge aus vier Booten gerettet. Sie kamen im Mittelmeer in Seenot. Wie die Organisation mitteilt, werden nun über 260 Menschen an Bord versorgt, darunter ein zwei Wochen altes Baby.

    Innerhalb von weniger als 24 Stunden hat das Rettungsschiff "Sea-Watch 3" der Berliner Organisation Sea-Watch e.V. vier Boote im Mittelmeer aus Seenot gerettet. Insgesamt würden nun 267 Menschen an Bord versorgt, teilte die Hilfsorganisation am Freitag mit.

    Überfülltes Holzboot und instabiles Schlauchboot gerettet

    Am Donnerstag hatte die Crew bei zwei Einsätzen im Mittelmeer 128 Geflüchtete gerettet, am Mittag 64 aus einem überfüllten Holzboot und kurz danach weitere 64 Menschen aus einem instabilen Schlauchboot. Am Freitag kamen 139 Flüchtlinge aus zwei weiteren Booten dazu. Auch ein zwei Wochen altes Baby sei an Bord, so Sea-Watch.

    Weitere Rettungsschiffe im Mittelmeer unterwegs

    Auch die "Humanity 1", ein Rettungsschiff, das von Sea-Watch an die zivile Seenotrettungsorganisation SOS Humanity übergeben worden war, hatte am Freitag einen Einsatz. Nach eigenen Angaben wurden dabei 72 Menschen vor der libyschen Küste aus Seenot gerettet. "Niemand hatte eine Rettungsweste getragen, und die Rettungsleitstellen der Anrainerstaaten hätten nicht auf Hilfsrufe reagiert", so die Organisation. Insgesamt befinden sich dort nun 183 Geflüchtete an Bord.

    Außer der "Sea-Watch 3" und der "Humanity 1" ist derzeit auch die "Sea-Eye 4" der gleichnamigen Organisation aus Regensburg auf dem Mittelmeer unterwegs. Sie hat derzeit 129 Gerettete an Bord.

    Mittelmeer: Gefährlichste Route für Flüchtende

    Das Mittelmeer zählt zu den gefährlichsten Fluchtrouten weltweit. Seit Beginn des Jahres sind nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) mindestens 1.264 Menschen bei der Überfahrt gestorben oder gelten als vermisst. Die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen. Es gibt keine staatlich organisierte Seenotrettung auf dem Mittelmeer. Ausschließlich private Initiativen halten nach Flüchtlingen in Seenot Ausschau. Unterstützt werden sie von der Notruf-Organisation Alarm Phone, die eine Hotline für Flüchtlinge in Gefahr betreibt.

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