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Papst Franziskus muss sein Programm über den Jahreswechsel reduzieren. Ein Sprecher teilte mit, der Papst habe Rückenschmerzen. Er verzichte darauf, heute die Vesper zum Jahresabschluss zu leiten. Auch bei der Neujahrsmesse lasse er sich vertreten.

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Papst sagt zwei Messen zum Jahreswechsel ab

Nach Angaben des Vatikans hat Papst Franziskus wegen Rückenschmerzen zwei Feiern zum Jahreswechsel abgesagt. Wie Vatikansprecher Matteo Bruni mitteilte, wolle das katholische Kirchenoberhaupt dennoch das Angelusgebet im Apostolischen Palast sprechen.

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Von
  • Till Rüger
  • BR24 Redaktion

Eigentlich sollte der 84-jährige Papst heute Abend ein feierliches Abendgebet im Petersdom leiten. Zum Abschluss der Dankvesper erklingt dabei traditionell das "Te Deum", ein kirchlicher Lobgesang.

Bei diesem Termin soll der Papst nun von Kardinal Giovanni Battista Re vertreten werden, teilte der Vatikan mit. Wegen der Corona-Maßnahmen war der Gottesdienst nur im kleinen Kreis geplant.

Am Neujahrstag werde Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin Papst Franziskus bei der Messe zum Jahresbeginn im Petersdom ersetzen, hieß es weiter.

Papst von Rückenschmerzen geplagt

Der Papst muss die zwei Feiern wohl wegen Rückenschmerzen absagen. Der Vatikan sprach von einem schmerzhaften Ischias-Leiden. Dabei handelt es sich um verschiedene Beschwerden, die in der Regel vom Ischias-Nerv ausgehen. Dieser kann zum Beispiel eingeklemmt oder entzündet sein. Dabei können sich die Schmerzen vom Rücken bis ins Bein ziehen.

Neujahrsgottesdienst am Weltfriedenstag

Traditionell feiert die katholische Kirche an Neujahr das Hochfest der Gottesmutter Maria und ruft zum Frieden in der Welt.

Zum 8. Mal zelebriert Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin dieses Mal nun den Neujahrsgottesdienst am Weltfriedenstag. Der Weltfriedenstag wird seit 1968 begangen. Papst Paul VI. hatte ihn in der Zeit des atomaren Wettrüstens eingeführt und damals zur Einhaltung der Menschenrechte, zum Leben in Frieden und Liebe aufgerufen.

Trotz Protest: Papst Franziskus setzt eigene Schwerpunkte

Seit dem Beginn des Pontifikats von Franziskus und der ersten Reise zu den Gestrandeten auf der Insel Lampedusa setzt der Papst aus Argentinien ungeachtet aller Proteste seine eigenen Schwerpunkte. Er steht für eine Kirche der Armen, protestiert gegen eine Globalisierung der Gleichgültigkeit.

Aus der Sicht des Papstes hat die Corona-Krise die schon bestehenden Konflikte und Krisen in der Welt verstärkt. Deshalb wünscht er sich in der Friedensbotschaft, die Mitte Dezember an die Regierenden der Welt verschickt wurde, eine Kultur der Achtsamkeit, bei der jeder für den anderen und die Schöpfung Sorge trage - um so eine Gesellschaft aufzubauen, die auf den Beziehungen der Geschwisterlichkeit beruht.

"Nicht hinnehmbar, dass Konflikte zur Normalität geworden sind"

Nur durch Achtsamkeit könne ein Weg zum Frieden in der Welt gefunden werden. Papst Franziskus findet es nicht hinnehmbar, "dass Konflikte in unserer Welt zur Normalität geworden sind" und dass viele Ressourcen für Waffen, insbesondere Atomwaffen, vergeudet würden.

Diese Ressourcen würden dringend anderweitig gebraucht: "Auch dies wird durch globale Probleme wie die aktuelle Covid-19-Pandemie und den Klimawandel deutlich."

Papst überzeugt mit einfachen Worten und Gesten

Seit der argentinische Jesuit Jorge Mario Bergoglio als Papst Franziskus an der Spitze der katholischen Kirche steht, überzeugt er viele mit seinen einfachen Worten und Gesten. Unmissverständlich stellt er sich auf die Seite der Armen und fordert eine "Theologie auf den Knien".

Er ist kein wortgewaltiger Redner. Doch seine Worte gehen zu Herzen, seine Bilder prägen sich ein. Wenn er zum Beispiel die Kirche mit einem Lazarett vergleicht, in dem es darum geht, die Wunden zu heilen, Nähe und Verbundenheit zu zeigen.

Neujahrsmesse wird live im BR Fernsehen übertragen

Im Anschluss an den Gottesdienst betet Papst Franziskus das Angelusgebet für ein gutes und glückliches neues Jahr, dieses Mal im Angesicht der Pandemie aber nur mit wenigen Gläubigen. Laut Vatikansprecher Matteo Bruni wolle das katholische Kirchenoberhaupt das Angelusgebet im Apostolischen Palast wie geplant selbst sprechen.

Die Neujahrsmesse wird auch deshalb live im BR Fernsehen übertragen und kommentiert von Monsignore Erwin Albrecht und BR-Redakteurin Andrea Kammhuber.

Das BR Fernsehen überträgt am Freitag, 1. Januar 2021, ab 9.55 Uhr die Neujahrsmesse live aus dem Vatikan.

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