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Nicht vom zugefrorenen Spitzingsee aufs Glatteis führen lassen | BR24

© dpa-Bildfunk/Peter Kneffel

Hunderte Touristen und Einheimische tummelten sich am 4. Januar auf dem Spitzingsee.

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    Nicht vom zugefrorenen Spitzingsee aufs Glatteis führen lassen

    Auch in Oberbayern lockt das Eis auf Seen und Weihern. Doch da ist Vorsicht geboten! Nur selten ist die Eisfläche momentan so dick wie zum Beispiel auf dem Spitzingsee, wo Schlittschuhlaufen gefahrlos möglich ist. Doch ab wann trägt das Eis?

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    Von
    • David Donocik
    • Christine Haberlander
    • Henning Pfeifer
    • Simon Emmerlich

    Auch in Oberbayern liegen die Temperaturen in der Nacht unter null Grad, tagsüber kaum darüber. Weiher und Seen gefrieren zu. Doch erst wenn die Eisfläche mindestens 15 Zentimeter dick ist, sei sie sicher, warnt die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Das ist am Spitzingsee im Landkreis Miesbach der Fall. Der See liegt zudem in 1.084 Meter Höhe. Dort ist es nachts deutlich kälter. Deshalb konnten sich auch am Montag wieder Hunderte unbesorgt auf dem Eis vergnügen.

    Gefahren lauern an Zu- und Abflüssen

    Es sei wichtig, erst viele Tage mit starkem Nachtfrost abzuwarten, bevor man sich auf eine Eisfläche wagt, teilt die DLRG mit. Die Wasser-Retter warnen aber grundsätzlich vor dem Betreten zugefrorener Seen im Freistaat. Selbst bei einer vermeintlich dicken Eisschicht könnten noch Gefahren lauern: zum Beispiel an Zu- und Abflüssen oder Quellen. Auch dunkle Stellen im Eis oder eine Schneeschicht bedeuten Gefahr. Hier kann die Eisschicht besonders dünn sein.

    Zur Sicherheit bei zuständiger Kommune nachfragen

    Wer auf eine Eisfläche will und sich nicht sicher ist, soll seine Kommune anrufen, denn die entscheidet, ob eine Eisfläche freigegeben wird – oder eben nicht. Im Landkreis Starnberg waren bis Montagabend mehrere kleine Gewässer wie der Maisinger See oder der Deixlfurter See nur mit einer etwa drei Zentimeter dünnen Eisschicht belegt. Hier sollte man kein Risiko eingehen, so die DLRG.

    Leitgeringer See: Stadt warnt vorm Betreten

    Die Stadt Tittmoning hat am Dienstag davor gewarnt, die scheinbar geschlossene Eisdecke des Leitgeringer Sees zu betreten. Das Eislaufen, Eishockeyspielen oder Betreten erfolge auf eigene Gefahr, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Stadt weist darauf hin, dass es seit 2017 keine Eiskommission mehr zur Überprüfung der Eisdicke des Leitgeringer Sees gibt. Deshalb übernehme die Stadt keine Haftung bei einem möglichen Einbrechen ins Eis. Für den Notfall würden jedoch Rettungsstangen und Holzleisten bereit liegen.

    Nymphenburger Kanal: Polizei warnt vor dünnem Eis

    In München warnt die Polizei aktuell davor, das Eis auf dem Nymphenburger Kanal zu betreten. Wie ein Polizeisprecher sagte, ist das Eis noch nicht tragfähig, es sei bereits eine Person eingebrochen. Menschen, die von der Polizei vom Eis geschickt wurden, versuchten es an anderer Stelle erneut. Deshalb bittet die Polizei eindringlich darum, auf das Betreten der noch unsicheren Eisflächen zu verzichten.

    Wegen Corona: Eishockeyspielen in Gruppen nicht erlaubt

    Wenn Eisflächen nicht von der Kommune freigegeben sind, erfolgt das Betreten immer auf eigene Gefahr. Was die Corona-Regeln betrifft, ist Schlittschuhlaufen als sportliche Betätigung im Freien grundsätzlich erlaubt. Mannschaftssport wie Eishockeyspielen in Gruppen aber nicht.

    Rettungsaktion im Landkreis Mühldorf am Neujahrstag

    Besonders gefährlich wird es, wenn man dünnes Eis nicht erkennt. 2017 brach ein Rosenheimer durchs Eis am Chiemsee, obwohl die Eisschicht an einigen Stellen bis zu zwölf Zentimeter dick war. Und 2009 brach eine Mutter samt Kinderwagen auf dem Wörthsee im Landkreis Starnberg ein. In diesem Jahr mussten am Neujahrstag Dutzende Rettungskräfte im Landkreis Mühldorf ausrücken, weil ein Kind ins Eis eingebrochen war. Doch glücklicherweise konnte sich das Kind selbst retten.

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