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Maskenpflicht in Grundschulen: Reiter sauer auf Regierung | BR24

© BR/Birgit Grundner

Die Maske bleibt auch in München Pflicht für Grundschüler. Die Stadt bekommt keine Ausnahmegenehmigung und ist jetzt auch mit einem Kompromissvorschlag gescheitert. Oberbürgermeister Reiter spricht von einem "Exempel auf dem Rücken der Grundschüler".

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Maskenpflicht in Grundschulen: Reiter sauer auf Regierung

Die Maske bleibt auch in München Pflicht für Grundschüler. Die Stadt bekommt keine Ausnahmegenehmigung und ist jetzt auch mit einem Kompromissvorschlag gescheitert. Oberbürgermeister Reiter spricht von einem "Exempel auf dem Rücken der Grundschüler".

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  • Birgit Grundner

Die Stadt München ist nicht nur mit ihrem Antrag einer weiteren Maskenpflicht-Befreiung für Grundschüler gescheitert, sondern auch mit einem Kompromissvorschlag: Nach diesem sollte die Befreiung im Unterricht gelten, solange es an der betreffenden Schule keinen Corona-Fall gibt.

OB Reiter hat kein Verständnis für Ablehnung des Kompromisses

Der Kompromiss sei "noch am Freitagabend mit der Staatsregierung auf höchster Ebene vereinbart" worden, berichtet Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Montag. Am Sonntagabend sei er dann "einfach aufgekündigt" worden, obwohl sich die Faktenlage nicht geändert habe. Dafür habe er "überhaupt kein Verständnis", so der OB.

"Da wäre es transparenter und ehrlicher, die Möglichkeit einer fachlich begründeten Ausnahmegenehmigung ganz aus der Verordnung zu streichen, als hier aus politischen Gründen ein Exempel auf dem Rücken der Münchner Grundschüler zu statuieren", so Reiter in einer Erklärung. Vor den Ferien hatte in München noch eine Ausnahmeregelung für die Maskenpflicht für Grundschüler am Platz gegolten. Sie sei "eine echte Erleichterung" für Schüler und Eltern "in dieser schwierigen Zeit" und "infektiologisch gut begründet gewesen", betont der Münchner Rathauschef.

Ministerium: Kinder verbreiten Virus oft unerkannt

Reiter hatte mehrfach darauf hingewiesen, dass nur neun von 47.000 Münchner Grundschülern Corona-positiv seien, die Betroffenen hätten sich auch nicht in der Schule angesteckt.

Doch gerade in Oberbayern gebe es ein sehr hohes, diffuses und weiter ansteigendes Infektionsgeschehen, hieß es am Sonntagabend aus dem Gesundheitsministerium. Infizierte Kinder würden häufig keine Symptome aufweisen und das Coronavirus somit unerkannt verbreiten.

Inzidenzwert erstmals über 200

München hat aktuell den Inzidenzwert von 200 überschritten. Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner liegt bei 204. Um die Pandemie einzudämmen, müsse man daher in den kommenden drei Wochen möglichst viele Maßnahmen konsequent umsetzen.

"Dafür ist es wichtig, dass nun alle mitziehen, denn nur gemeinsam können wir in dieser Pandemie erfolgreich sein", so ein Sprecher des Ministeriums.

Maske tragen besser als Home-Schooling

Das Ministerium hatte auch Kinder- und Jugendärzte konsultiert. Diese hätten "keine Bedenken zur Maskenpflicht für Grundschulkinder geäußert", betont der Sprecher. Und weiter: "Maske tragen und zur Schule gehen können, ist für alle Beteiligten besser als Schulschließungen und Home-Schooling."

Am Ende des Teil-Lockdowns soll die Lage neu bewertet und über das weitere Vorgehen entschieden werden.

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