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Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern (Archivbild).

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    Knobloch: "Das ‚Nie wieder‘ ist Leitgedanke der Bundesrepublik"

    Zum 76. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau erinnert Charlotte Knobloch an die Bedeutung des Gedenkens. In einer Zeit, in der die letzten Zeitzeugen sterben, sei die Erinnerung ein "Gegengewicht zur Geschichtsvergessenheit".

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    Von
    • Sandra Demmelhuber

    Anlässlich des 76. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau erinnerte Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, an die entscheidende Bedeutung des Gedenkens für die demokratische Kultur unseres Landes.

    "Wir erleben seit Beginn der Pandemie, wie schnell Teile der Gesellschaft abdriften können"

    Charlotte Knobloch betonte dabei: "Der Hass und insbesondere der Antisemitismus, die die Demokratie schon einmal zu Fall gebracht haben, besitzen heute noch dasselbe schreckliche Potenzial. Wir erleben seit Jahren und besonders seit Beginn der Pandemie, wie schnell Teile der Gesellschaft abdriften können."

    Impfgegner, die sich selbst gelbe Sterne anheften und Demonstranten, die Gesetzesvorhaben zum Infektionsschutz mit dem Ermächtigungsgesetz der Nationalsozialisten vergleichen, würden nur unterstreichen, wie absurd der Vorwurf einer angeblich übertriebenen Erinnerungskultur sei, so die IKG-Präsidentin.

    Gedenken – "Gegengewicht zu Extremismus und Geschichtsvergessenheit"

    Gerade in einer Zeit, in der die letzten Zeitzeugen von uns gehen, brauche es nicht weniger Gedenken, sondern mehr. „Wir brauchen ein Gegengewicht zu Extremismus und Geschichtsvergessenheit."

    Knobloch erinnerte daran, dass Zehntausende Menschen im Konzentrationslager Dachau ermordet worden waren, ehe die Befreiung des Lagers am 29. April 1945 den verbliebenen Häftlingen ihre Freiheit zurückbrachte. "Das ‚Nie wieder‘, das aus diesen Verbrechen folgt, war und ist der staatliche Leitgedanke der 1949 gegründeten Bundesrepublik. Dazu zählt, dem Hass in Politik und Gesellschaft die Grundlage zu entziehen und dafür zu sorgen, dass die Gegner unserer Demokratie die 1945 gewonnene Freiheit nicht erneut in Gefahr bringen können."

    Gedenkveranstaltung entfällt

    Aufgrund der Corona-Einschränkungen entfällt auch heuer die sonst übliche Gedenkveranstaltung auf dem Gelände der Gedenkstätte Dachau. Charlotte Knobloch hat sich aber mit einem Videobeitrag am digitalen Gedenken des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern beteiligt. Der Beitrag wird am Sonntag (2. Mai) veröffentlicht.

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