Feuerwehr beim Löschen (Symbolbild)
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Die Freiwillige Feuerwehr Neusäß-Ottmarshausen wird noch per Fax über einen Einsatz informiert

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    Kein Alarm mehr per Fax: Feuerwehrler erfindet Spezial-Software

    Kein Alarm mehr per Fax: Feuerwehrler erfindet Spezial-Software

    Wenn es brennt, muss es schnell gehen! Doch das, was manche Feuerwehren beim Alarm erleben, ist das komplette Gegenteil: Oft kommen die Einsatz-Details noch per Fax. Ein Feuerwehrmann aus Schwaben hat sich deshalb etwas besonderes einfallen lassen.

    Per Fax erfahren sie bei der Freiwilligen Feuerwehr Neusäß-Ottmarshausen den Einsatzort und die Einsatzart. Im Jahr 2021 nicht so toll, findet Einsatzleiter Andreas Brain: "Es kam tatsächlich schon mal vor, dass das Fax überhaupt nicht bei uns ankam. In dem Moment stehen wir dann erst mal ohne große Infos da. Und wir können dann nicht so schnell helfen, wie wir gerne würden."

    Doch auch wenn das Fax da ist, sei es alles andere als übersichtlich, kritisiert Brain: "Ein bisschen so eine Wand aus Text, und man muss sich dann schon erst mal ein bisschen orientieren, wenn man das Fax das erste Mal sieht. Wo steht eigentlich die Adresse? Was ist eigentlich der Einsatzgrund?"

    Bildschirme über den Spinden

    Brain, im Hauptberuf Informatiker, hat sich etwas einfallen lassen. Hunderte Stunden hat er programmiert. Wenn Kai Dilberovic, ein Kamerad Brains nun bei einem Einsatz in die Maschinenhalle geht, um sich umzuziehen, geht sein erster Blick auf einen TV-großen Bildschirm über den Spinden. Dort sieht man den Einsatzgrund, mit den wichtigsten Details, und dem Einsatzort. "Ich kann jetzt schon sehen, wo es genau ist, und weiß eben schon, dass ich hier bei dem Beispiel keine Brandschutzkleidung brauche, sondern die leichte Kleidung, weil es ja bloß um Wasser im Keller geht", erklärt Dilberovic.

    Alle Infos im Feuerwehrauto

    Die Software, die Brain entwickelt hat, filtert aus dem Fax also alle wichtigen Infos heraus, die dann für jeden gleich ersichtlich sind, auch im Einsatzfahrzeug. Vor dem Beifahrer ein Tablett: "Mit einem Knopfdruck kann ich die Koordinaten für den Einsatzort ins Navi übernehmen. Und alle Hydranten sind auch schon eingetragen, auf den Meter, aus dem ganzen Ortsgebiet. Und jetzt könnte ich entsprechend hier schon sehen, das hier auch direkt vor dem Haus ein Hydrant schon verfügbar wäre", erklärt Brain.

    Nur dank eines Förderprogramms hatte Brain die Zeit, für etwas mehr Digitalisierung zu sorgen. Warum es heutzutage ein Fax und nicht einfach aus der Leitstelle eine Mail an alle gibt, bleibt für das Team unergründbar. Zumal nicht jede Feuerwehr einen Mann wie Brain hat.

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