Wiesnbedienung Michaela Graf im Bierzelt
Bildrechte: BR / Kontrovers 2022

Wiesnbedienung Michaela Graf im Bierzelt

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    "Jetzt hab ich Gänsehaut" - Die Kontrovers-Story zur Wiesn 2022

    "Jetzt hab ich Gänsehaut" - Die Kontrovers-Story zur Wiesn 2022

    Die erste Wiesn seit Beginn der Corona-Pandemie würde anders werden als frühere. Aber wie war sie denn nun wirklich für Gäste, Wirte, Bedienungen, Musikanten, Polizei und Rettungsdienste? Die Kontrovers-Story zur Wiesn 2022 überlässt ihnen das Wort.

    Das erste Oktoberfest in München nach zwei Jahren Corona-Pause ist vorbei. Tausende Besucher feierten 17 Tage lang ohne jegliche Corona-Auflagen in den Wiesn-Zelten. Bedienungen, Wirte und Kapellen versuchten, an der sorglosen Feierlaune aus den Vorjahren anzuknüpfen und die Polizei sowie Sanitäter bemühten sich um die Sicherheit der Feiernden. Kontrovers hat sie während der 17 Tage Wiesn-Ausnahmezustand in München begleitet: Von den Startschwierigkeiten bis zum letzten "Prosit" des Oktoberfests 2022. Wie haben sie die Wiesn 2022 erlebt?

    Wiesn 2022: Große Hoffnungen vorab

    "Ich bin schon anders aufgeregt als früher, weil zwei Jahre Pause waren," erzählt uns Michaela Graf kurz vor dem Anstich am 17. September. Vor der Corona-Pause waren die Abläufe eingespielter, sagt sie. Seit 23 Jahren ist Michaela Graf Wiesnbedienung im Löwenbräu Festzelt, die "Prinzessin" hier.

    "Wir hoffen, dass viele sagen: Endlich wieder Wiesn. Und wir haben auch von den Reservierungen Stammgäste. Wir hoffen, dass die auch alle kommen." Michaela Graf, Wiesnbedienung

    Bis zum Ende der Wiesn am 3. Oktober 2022 werden 5,7 Millionen Besucher auf die Theresienwiese kommen - weit weniger als noch zur Wiesn 2019, als 6,3 Millionen Besucher kamen. Doch davon weiß Michaela Graf am ersten Tag des Oktoberfests natürlich noch nichts.

    Vorfreudig fiebert sie dem Countdown entgegen, gleich geht es los: "Schau!", zeigt die Prinzessin ihren Arm: "Jetzt hab ich Gänsehaut!" Doch schon kurz nach dem Anstich sind Michaela Graf und ihre Kolleginnen wieder in ihrer Routine und manövrieren die ersten Maßkrüge durch die Besucherströme im Gang an die Tische: "Vorsicht bitte!"

    "Endlich Wiesn": Stammgäste in ihrem Element

    Einer, ohne den die Wiesn inzwischen kaum mehr denkbar wäre, ist der Österreicher Georg Mayrhofer. "Wiesn-Schurli", wie er genannt wird, ist ein bunter Hund auf dem Münchner Oktoberfest. "Ich bin ein Wiesnliebhaber und ein Wiesnmensch," sagt er von sich selbst. Dass das Fest in den vergangenen zwei Jahren ausfallen musste, hat ihn getroffen: "Es ist mir wirklich was abgegangen."

    Mit seiner Leidenschaft für das Oktoberfest scheint der Wiesn-Schurli seine ganze Familie angesteckt zu haben. Selbst sein Enkelsohn ist passend gekleidet: "Im Original Augustiner Dress, natürlich! Schau, alles original Augustiner," zeigt der Opa stolz her.

    Seit er denken kann ist Georg Mayrhofer jede Wiesn mit dabei gewesen: "39 Jahre jeden Tag war ich durchgehend auf der Wiesn." Das allein verschafft ihm Anerkennung von anderen Wiesn-Gängern: "Der Schurli ist ein Wahnsinn! Es gibt keinen, der durchhält, was dieser Mann durchhält."

    Im Video: Wiesn Reloaded – Die Kontrovers-Story

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    Die Kontrovers Story finden Sie im Video oben, bei YouTube im BR24-Kanal oder am Mittwoch, um 21.15 Uhr im BR-Fernsehen

    Polizei: "Ganzes Spektrum ist auf der Wiesn gefordert"

    Polizeioberkommissar Stefan Moosbauer ist in diesem Jahr schon das neunte Mal auf der Wiesn im Einsatz – für ihn eine persönliche Herausforderung: "Es ist Wahnsinn, weil man gefordert ist. Das ganze Spektrum von einem Polizisten ist auf der Wiesn gefordert."

    Taschendiebe, Übergriffe, Drogen und Schlägereien: Auch auf der Wiesn 2022 werden die Polizisten mit brenzligen Situationen konfrontiert werden. Kontrovers erlebt, wie die Beamten und die Rettungsdienste damit umgehen.

    Bilanz des Wiesn-Chefs: "Nicht das gebracht, was es bringen sollte"

    Doch nach zwei Jahren Wiesn-Pause konnten die Veranstalter keine Rekorde vermelden. Die Bilanz von Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner sieht einen deutlichen Rückgang - nicht nur bei den Besuchern, sondern auch beim Bier. Während vor drei Jahren noch 7,3 Millionen Maß verkauft wurden, gingen bei der Wiesn 2022 nur 5,6 Millionen Maß über die Theke. Angestiegen sind jedoch die Zahlen der versuchten Maßkrug-Diebstähle. Die Polizei hat Besuchern rund 112.000 Krüge in und an den Zelten abgenommen.

    Dauer-Regen und kaltes Herbstwetter sorgten bei Schaustellern und Straßenverkäufern für Einbußen, räumt Wiesn-Chef Baumgärtner ein. Der Straßenverkauf habe nicht das gebracht, was es bringen sollte. Für das neue Jahr kündigt Baumgärtner bei der Bilanz zur Wiesn 2022 Änderungen an, vertieft jedoch nicht weiter, welche.