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Italien öffnet seine Grenzen: Ohne Tankstopp durch Österreich | BR24

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Italien hat nach dreimonatiger Abschottung wegen Corona nicht nur seine Grenzen geöffnet, sondern erlaubt auch Reisen im Land wieder.

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Italien öffnet seine Grenzen: Ohne Tankstopp durch Österreich

Urlaub in Italien ist wieder möglich: Seit Mitternacht hat das Land seine Grenzen für Touristen geöffnet. Urlauber müssen aber einiges beachten - insbesondere, wenn sie durch Österreich fahren.

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Von
  • Sandra Demmelhuber
  • Melanie Marks
  • Dagmar Bohrer-Glas

Die weltweite und allgemeine Reisewarnung in Deutschland wird zum 14. Juni auslaufen, doch schon jetzt öffnet Italien seine Außengrenzen wieder für Urlauber.

Seit Mitternacht dürfen Touristen aus den EU-Ländern, den Schengenstaaten, Großbritannien und Nordirland wieder ohne Quarantäne-Maßnahmen nach Italien einreisen.

Wer von Bayern über Österreich fährt, muss jedoch Folgendes beachten: Die Durchreise ist mit dem Auto oder Bus nur ohne Zwischenstopp möglich, denn Österreich selbst öffnet seine Grenzen für den Tourismus offiziell erst wieder am 15. Juni.

Von Bayern nach Italien: Ohne Tankstopp oder Kaffeepause in Österreich

Konkret bedeutet das: Toiletten- oder Kaffeepausen in Österreich sind nicht erlaubt. Ebenso ist es verboten, einen Tankstopp einzulegen. Urlauber dürfen nur dann nach Italien durchreisen, wenn sie an der Grenze eine Bestätigung ausfüllen, dass sie das Land "auf dem schnellsten Wege" wieder verlassen. Das ist die Bedingung der Österreicher für den Transitverkehr nach Italien.

"Jeder, der an die Grenze nach Österreich kommt, muss sich verpflichten, durch Österreich ohne Zwischenstopp durchzufahren. Also weder mit einer Toilettenpause oder Tankpause." Josef Schreier, Tiroler Landesregierung

Ein Nachweis über den Aufenthalt in Italien, etwa die Buchungsbestätigung des Hotels, ist laut Tiroler Landesregierung nicht zwingend nötig. Es genüge dabei die an der Grenze zu Österreich ausgefüllte Durchreiseerklärung.

Polizei kontrolliert Rastanlagen

Durchgesetzt wird diese Bundesverordnung durch die Landespolizei, sie wird dabei vom österreichischen Bundesheer im Auftrag der Gesundheitsbehörde unterstützt.

Josef Schreier, Leiter der Abteilung Sicherheit und Aufenthalt der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck, hat im Interview mit dem BR betont am gestrigen Dienstag betont, dass ein Stopp in Österreich - wenn auch nur für eine Toilettenpause - nicht erlaubt ist. Man solle sich schon an der Grenze zu Österreich überlegen, ob man es bis Italien schaffe oder nicht. Bei Verstößen gegen diese Regelungen drohen Geldstrafen. Die Polizei werde auch die Rastanlagen kontrollieren.

"Wenn man erwischt wird, obwohl es nicht erlaubt ist, wird man bestraft. Das sind Geldstrafen im Rahmen bis 1.450 Euro - kann aber im Einzelfall auch davon abweichen." Josef Schreier, Tiroler Landesregierung

Der Kufsteiner Bezirkshauptmann Christoph Platzgummer räumte am Mittwoch allerdings ein, dass es in begründeten Ausnahmefällen schon gestattet sei, kurz anzuhalten. „Wenn das Kind hinten schreie“ dürfe man beispielsweise bei der Durchreise kurz Pause machen.

© BR / Melanie Marks

Wer durch Österreich fährt, muss erklären, dass er das Land „ohne Zwischenstopp“ wieder verlässt. Wie das interpretiert wird, variiert.

Tiroler Behörden loben Disziplin der Durchreisenden

Von einer "Pfingstreisewelle" sind die Grenzübergänge zu Österreich noch weit entfernt. Sowohl der Bezirkshauptmann als auch der Leiter der Tiroler Verkehrspolizei, Markus Widmann, bestätigten den Reisenden eine große Disziplin. Bislang gab es keine Verstöße gegen die Regelungen, meldeten die Tiroler Behörden am Mittwochnachmittag.

Dass sich insgesamt nur wenige Urlauber Richtung Italien aufmachen, ist auch auf der letzten Rastanlage auf deutscher Seite, bei Kiefersfelden, zu spüren. Nur vereinzelt stehen Autos auf dem dortigen Parkplatz.

Urlaub in Italien auf eigenes Risiko

Wer in den Pfingstferien nach Italien will, sollte auch wissen: Die weltweite Reisewarnung gilt noch bis 14. Juni - und damit auch für Italien. Es handelt sich dabei um einen Appell, nicht um ein Verbot. Allerdings, so das Auswärtige Amt, kann die derzeit noch gültige Reisewarnung auch rechtliche Auswirkungen haben, etwa auf die Reisekrankenversicherung. Urlauber sollten sich daher unbedingt mit ihrem Versicherer in Verbindung setzen, denn Rückflüge hat das Auswärtige Amt beispielsweise noch gar nicht vorgesehen.

Weiterhin Gesundheitskontrollen an italienischen Flughäfen

An italienischen Flughäfen und Häfen, aber auch bei der Einreise im Überlandverkehr, werden weiterhin Gesundheitskontrollen mit Temperaturmessungen durchgeführt. Flughäfen, Häfen und Bahnhöfe sind in Betrieb. Personenzüge zwischen Italien und Österreich sind noch nicht wieder aufgenommen.

Tanken in Österreich: Ab Donnerstag bei Hinreise wieder möglich

Nach rund drei Monaten Corona-Einschränkungen hebt Österreich die Grenz- und Gesundheitskontrollen zu beinahe allen Nachbarländern am Donnerstag auf. Zu Italien bleibt die Grenze vorerst geschlossen. Deutsche Urlauber dürfen sie aber passieren.

Urlauber aus Deutschland, die nach Italien wollen, dürfen am Mittwoch (3. Juni) zwar durch Österreich reisen, aber nicht auf Raststätten oder an Tankstellen anhalten, siehe Artikel oben.

Nach Informationen des ARD-Studios in Wien wird dieses Verbot ab Donnerstag aufgehoben, zumindest auf dem Hinweg. Für die Rückreise soll es jedoch weiterhin gelten.

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Touristen aus Europa dürfen wieder nach Italien einreisen. Nach dreimonatiger Abschottung wegen der Corona-Pandemie öffnete das Land wieder seine Grenzen für Urlauber - in der Hoffnung, die Sommer-Reisesaison noch zu retten.

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