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Ein Schaf, das auf dem Gnadenhof lebt

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    Gnadenhof vor dem Aus – Vermieter reagiert auf Vorwürfe

    200 Tiere des Gnadenhofs "Zickenfarm" suchen ein neues Zuhause. Sie sollen einen Bauernhof nahe Bad Grönenbach bis zum Jahresende verlassen. Nun wehrt sich der Vermieter gegen Anschuldigungen der Betreiberin.

    Von
    Peter AllgaierPeter AllgaierRoswitha PolaschekRoswitha Polaschek
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    Berichte über die Schließung der "Zickenfarm" hatten in den vergangenen Tagen hohe Wellen geschlagen. "Ich fühle mich moralisch unter Druck gesetzt", sagt jetzt der Eigentümer des Gnadenhofs in der Zeller Einöde im Landkreis Unterallgäu. Er will einiges klarstellen, möchte aber anonym bleiben. Einiges sei anders als von der Hofbetreiberin dargestellt.

    Vermieter: Gnadenhof hätte längst keine Tiere mehr aufnehmen dürfen

    Bereits im März 2020, also vor eineinhalb Jahren, habe er den Mietvertrag gekündigt. "Ab diesem Zeitpunkt hätte sie keine Tiere mehr aufnehmen dürfen, das geschieht aber weiterhin", sagt der Vermieter: "Aber jetzt stellt sie es so dar, als wäre sie wegen meiner Kündigung mit so vielen Tieren akut in Not."

    Amtsgericht gibt dem Vermieter des Gnadenhofs recht

    Eveline Treischl hatte gehofft, über die Justiz noch etwas zu erreichen. Doch das Amtsgericht Memmingen urteilte im Mai 2021 im Sinne des Vermieters. Beide Seiten einigten sich daraufhin, dass Treischl bis Ende des Jahres das Objekt verlässt. Doch trotz langer Suche hat sie nach eigener Aussage noch keine neue Hofstelle in näherer Umgebung finden können.

    Kündigung wegen des maroden Stalls

    Hauptgrund für die Kündigung sei der marode Zustand des Stallgebäudes, so der Eigentümer. Bei Extremwetterereignissen könne es Ziegel vom Dach wehen, es sei durch verfaulte Balken zudem einsturzgefährdet. Er befürchtet, bei einem Schaden in Haftung genommen zu werden und will Teile des Anwesens abreißen lassen. Der Hof ist seit 200 Jahren in Familienbesitz. Anfangs gab es zwar Gespräche über einen möglichen Verkauf, sagt der Vermieter. Aber schon im Januar 2018 habe er der Betreiberin des Gnadenhofs in einem Brief geschrieben, dass er das Anwesen nicht veräußern wolle.

    Vermieter: Mieterin hätte sich um Sanierungen kümmern müssen

    Den Hof hatte der Vater des jetzigen Eigentümers für lediglich 400 Euro vermietet. Im Gegenzug war im Vertrag vereinbart worden, dass Treischl sich um Sanierungen kümmert. Geld sei auch geflossen, allerdings in erster Linie für Maßnahmen, um die Tierhaltung zu verbessern, so der Eigentümer. Eveline Treischl wiederum ist verärgert, weil sie nach eigener Aussage einen sechsstelligen Beitrag ausgegeben hat.

    Mietvertrag mit Privatperson abgeschlossen - nicht mit Verein

    Der Eigentümer möchte den Hof in Zukunft selbst nutzen und dort Wohnraum schaffen. Er fühlt sich getäuscht, weil Treischl den Mietvertrag mit seinem Vater als Privatperson abgeschlossen hatte. Sie habe zwar erklärt, dass sie Ziegen mitbringen wolle, so der Vermieter. Aber für seinen Vater sei nicht klar gewesen, dass sie dort einen Gnadenhof als Verein betreiben wollte.

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