Deutschlands Jamal Musiala zieht nach einer vergebenen Chance sein Trikot über sein Gesicht.
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Federico Gambarini

Das Trikot des DFB-Teams wird laut bayerischem Einzelhandel weniger nachgefragt.

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    Einzelhandel: WM-Artikel werden "wie saures Bier gehandelt"

    Einzelhandel: WM-Artikel werden "wie saures Bier gehandelt"

    Das WM-Trikot der Fußball-Nationalmannschaft der Herren wird teilweise zum halben Preis verramscht. Der Einzelhandel rechnet damit, dass der Umsatz dieses Jahr noch hinter dem zur WM in Russland landet. Unter einer Bedingung gebe es noch Hoffnung.

    "Das Spiel gestern war ein weiterer Sargnagel für die WM-Stimmung", sagt Bernd Ohlmann. Er ist Sprecher des Handelsverbands Bayern (HBE), also all derer, die in Bayern gerade unter anderem Trikots, Tröten oder schwarz-rot-goldene Überzieher für Auto-Außenspiegel verkaufen könnten. Die Händler tun das allerdings kaum, stellt Ohlmann fest. Im Einzelhandel ist "eher tote Hose", bemerkte er schon vor der Weltmeisterschaft. Daran habe sich auch nach dem WM-Auftakt der Nationalmannschaft nichts geändert.

    Im Sportartikel-Geschäft "Intersport" im unterfränkischen Obernburg hatte sich Andreas Wolfstetter schon auf weniger Nachfrage eingestellt: "Zu dieser WM haben wir wirklich nur Trikots da. Normalerweise haben wir noch Tröten, Schals, Mützen und Caps. Das haben wir dieses Mal alles nicht gekauft. Stand heute war das eine sehr gute Entscheidung."

    WM-Trikots teilweise zum halben Preis

    Doch selbst das Trikot der Mannschaft wird nicht wirklich nachgefragt. Als "Ladenhüter" bezeichnet es Ohlmann vom bayerischen Einzelhandel. "Im Augenblick wird es wie saures Bier gehandelt". Im Online-Shop des Herstellers wird das Trikot zwar noch zum stattlichen Preis von 140 Euro und für 90 Euro in der Sparvariante angeboten. Andernorts findet sich das Jersey aber schon bis zu 50 Prozent günstiger.

    Beim deutschen "Sommermärchen", der Heim-WM 2006, habe der bayerische Handel fast 500 Millionen Euro Umsatz zusätzlich gemacht. Selbst bei der WM im Gastgeberland Russland 2018, das wegen der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim auch in der Diskussion stand, sei der Umsatz in dreistelliger Millionenhöhe gewesen. "Wenn wir dieses Jahr 100 Millionen erreichen würden, wären wir schon zufrieden", so Ohlmann.

    Was das Geschäft noch ankurbeln könnte

    "Im Einzelhandel ist es ein müder Kick", so der HBE-Sprecher weiter. Das liege nicht nur an der Auftaktniederlage, sondern generell an den Rahmenbedingungen der WM in Katar und den Diskussionen darum. Der unterfränkische Sportartikel-Verkäufer Andreas Wolfstetter merkt das auch: "Die meisten Leute haben momentan einfach keine Lust auf das Event."

    Nur unter einer Bedingung könnte es sein, dass das Geschäft noch angekurbelt würde, glaubt Ohlmann: "Wenn sie am Sonntag die Spanier weghauen und vielleicht sogar die WM gewinnen, könnte es sein, dass der Knoten im Einzelhandel noch platzt."

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